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07.05.07

SpheroTec geht mit dem High-Tech Gründerfonds und BayernKapital neue Wege in der Wirkstofftestung

Die SpheroTec GmbH gibt den Abschluss ihrer Seed-Finanzierungsrunde mit dem High-Tech-Gründerfonds und Bayern Kapital (Seedfonds) bekannt. Insgesamt wurden Finanzmittel in Höhe von 670.000 Euro eingeworben. Das Martinsrieder Unternehmen hat ein innovatives Verfahren entwickelt, das sogenannte ‚Sphäroid-Mikrotumor-Modell’, welches die Testung neuer Medikamente gegen Krebserkrankungen verbessert und beschleunigt.

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Der Weg eines Wirkstoffkandidaten zur Marktzulassung ist außerordentlich zeit- und kostenintensiv. Internationale Studien beziffern den finanziellen Aufwand auf über 800 Mio. US-Dollar in einem Zeitraum von mindestens zehn Jahren. Besonders aufwändig und teuer ist die klinische Phase, in der neue Substanzen erstmalig an Patienten eingesetzt werden. Hier scheitern jedoch über 90 Prozent der Wirkstoffkandidaten.

"Pharma- und Biotech-Unternehmen brauchen folglich ein Verfahren, das vor Beginn der kostspieligen klinischen Phase zuverlässig die unbrauchbaren Substanzen von den therapeutisch wertvollen Medikamenten unterscheidet - und zwar zuverlässiger als die derzeit verfügbaren Methoden", erläutert PD Dr. Barbara Mayer, Mitgründerin und CSO der SpheroTec GmbH.

Das vom Unternehmen entwickelte reproduzierbare Zellkultur-Testsystem imitiert wesentliche oder wichtige biologische Eigenschaften so genannter Mikrotumore, die das zentrale Therapieproblem für den Krebspatienten nach der operativen Entfernung des Tumors darstellen und mit konventionellen diagnostischen Methoden nicht nachweisbar sind. Darum erlaubt die ‚Sphäroid-Mikrotumor-Technik’ eine realitätsnahe, aussagekräftige Testung des Wirkstoffkandidaten.

Darüber hinaus ermöglicht die Methode in der sehr frühen Phase der Medikamentenentwicklung eine umfangreiche funktionelle Testung eines neuen Wirkstoffes mittels einer standardisierten Technologieplattform. Diese liefert nicht nur die üblichen Aussagen zur Wirksamkeit, sondern zusätzlich über die potentiellen Nebenwirkungen eines Medikamentes. Ebenso lässt sich ablesen, wie gut eine Substanz in den Mikrotumor eindringt und welche pharmakodynamischen Auswirkungen das Krebsmedikament hat.

Zusätzlich identifiziert SpheroTec mit seinen technologiebasierten Produkten jene Tumorarten, die auf einen Wirkstoff am Besten ansprechen und daher für die klinischen Studien optimal geeignet sind. Hierfür steht SpheroTec eine umfangreiche, stetig wachsende Biobank zur Verfügung. Der Nutzen für den Arzneimittelhersteller ist offen-sichtlich: "Wir können unseren Kunden bereits in einem frühen Stadium der Wirkstoffentwicklung sagen, welche Substanzen toxisch und unwirksam und welche gut verträglich und wirkungsvoll sind. Dadurch helfen wir unseren Kunden Kosten und Zeit zu sparen und ermöglichen so eine schnellere Marktzulassung. Darüber hinaus reduziert unser Verfahren die Anzahl der Tierversuche", beschreibt PD Dr. Ilona Funke, Mitgründerin und CMO der SpheroTec GmbH die Vorteile der Technologie.

"Das ‚Sphäroid-Mikrotumor-Modell’ ist jedoch nicht nur für neue Medikamente geeignet, sondern generiert auch für gescheiterte Substanzen und Arzneimittel, die bislang bei anderen Indikationen eingesetzt wurden, neue Informationen", ergänzt Barbara Mayer.

Mit ihrem Dienstleistungskonzept gewann die SpheroTec GmbH im letzten Jahr sowohl den Münchner Businessplan Wettbewerb, als auch den Deutschen Unternehmerpreis der Harvard Business School in der Kategorie Gründer. "Die Seed-Finanzierung erlaubt die Weiterentwicklung unserer Technologie auf andere Anwendungsgebiete und die professionelle Kommerzialisierung der Dienstleistung“ freuen sich die beiden Gründerinnen.

Für den entsprechenden Strategiefahrplan steht der SpheroTec GmbH ein hochkarätiges Advisory Board zur Seite, dem bislang Prof. Dr. Karl-Walter Jauch (Chirurgische Klinik, LMU, München), Prof. Dr. Michael Untch, (Helios Kliniken GmbH, Berlin-Buch), Marco Winzer (HTGF, Bonn), und Stephan Wehselau (JenaValve Technologie GmbH, München), angehören. Stephan Wehselau, der die Gründerinnen außerdem als Coach bei allen finanziellen Fragestellungen berät, sagt: "Das Commitment von HTGF und SFB ist ein deutliches Zeichen von Vertrauen sowohl in die ‚Sphäroid-Mikrotumor-Technologie’, als auch in die Fähigkeiten des Gründerteams diese Technologie nachhaltig zu kommerzialisieren. Mit der Seed-Finanzierung kann SpheroTec nun seinen Geschäftsbetrieb aufbauen, um dann in einer zweiten Phase zu expandieren. Ziel ist es SpheroTec in den nächsten 24 Monaten zu einem wachstumsstarken profitablen Unternehmen in der Biotechnologie zu formieren."

Weitere Informationen zum High-Tech Gründerfonds finden Sie hier.

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