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11.06.10

Start-ups international

Spannende Start-ups aus den USA und Litauen

Woher Start-ups aus anderen Ländern ihre Ideen beziehen und wie sie sie in die Tat umsetzen - all das wird jeden Freitag an dieser Stelle beleuchtet. Heute nehmen wir folgende Unternehmen unter die Lupe: shorthands aus den Vereinigten Staaten geht zwei Schritte nach vorn, indem es einen Schritt zurückgeht. Movolo aus Litauen hat eine Idee, die das Reisen viel einfacher macht. crowdcast aus Kalifornien hilft Managern Entscheidungen zu treffen, die nicht aus der Luft gegriffen sind.

ShorthandShorthand

Der Blick in den Rückspiegel

shorthandmobile.com - Wenn es um Globalisierung geht, stehen viele deutsche Internet-Start-ups ganz hinten in der Schlange. Meist strebt man ein Schema an, welches sich darin erschöpft, zu testen, ob ein Produkt auf dem Heimatmarkt funktioniert, um es dann bei Erfolg zu internationalisieren. Doch warum nicht direkt und sogar speziell andere Märkte anvisieren? shorthand aus den USA hat damit überhaupt kein Problem. Denn von Anfang an stand fest: Das Produkt, eine Software zum Nutzen von Web 2.0-Diensten ohne eine Internetverbindung, soll nicht nur im Heimatland, sondern vor allem auf Märkten funktionieren, deren Mobilfunktechnik nicht mit den westlichen Industrieländern Schritt hält.So ist es auch nicht verwunderlich, dass sich im shorthand-Team indische und lateinamerikanische Verantwortliche befinden. Doch nun zur Dienstleistung selbst: Mit shorthand ist es möglich, Social-Networks wie facebook, twitter oder Google SMS allein über SMS-Dienste zu nutzen. Per regulärem SMS-Tarif kann man nun Statusabfragen oder eigene Nachrichten senden.
Potential: Wer in Deutschland lebt und sich häufig im Web herumtreibt, ist sicherlich irgendwie der Ansicht, dass ein jeder hier ein Smartphone oder ein Handy mit einigen Smartphone-Funktionen besitzt. Weit gefehlt! Und in Schwellenländern mit gut funktionierendem Mobilfunknetz sieht die Smartphone-Quote in der Bevölkerung noch um einiges schlechter aus. Wieso diesen Markt ignorieren? Weil er keine Zukunft hat? Nun er hat eine Gegenwart, die manch andere Zukunftsmärkte in den Schatten stellt. Hier springt der shorthand-Service in die Bresche und bringt Social-Networks ins konventionelle Handynetz. Nutzer können nun mit einer einzigen SMS dutzende Statusberichte von Freunden abrufen, wo sie sonst zig-SMS dafür gebraucht hätten. Und nicht nur das: Wetterabfragen, Produktinfos, Empfehlungen, Standorte ... und, und und.

Mut zur Lücke

Movolo.com - Wollen wir verreisen, dann schauen wir auf der Internetseite der Deutschen Bahn oder bei einem Flugreiseportal nach, wie wir am schnellsten, günstigsten oder besten zu unserem Zielort gelangen können. Dabei müssen wir Angebote vergleichen und Vor-und Nachteile abwägen. Und wir müssen überhaupt erst einmal planen, wie wir zum Bahnhof oder zum Flugplatz und wieder zurück kommen. Doch können wir das im Web 2.0-Zeitalter nicht besser lösen? Movolo, ein litauisches Start-up meint: "Ja, klar!". Der Ansatz, den das Unternehmen verfolgt ist der, dass man von nun ab eine Reise von Haustüre zu Haustüre automatisch planen lässt. Hierbei wird der kostengünstigste Weg von einem Transportmittel zum nächsten ebenso eingeplant, wie die zeitliche Abstimmung der Reise.
Potential: Warum ist nur früher keiner auf die Idee gekommen, diese Lücken in der Reiseplanung zu schließen? Bisher haben das Reisebüros "per Hand" gemacht, doch bald geht es von selbst. Leider steckt Movolo noch in Kinderschuhen. Zwar hat das Start-up bei der Tallinn Elevator Pitch Competition gewonnen, aber mehr als einen Business-Plan scheint es noch nicht zu geben. Doch drücken wir dem Start-up die Daumen, dass es bald mit einer ersten Version online gehen kann.

Wer wird Millionär?

crowdcast.com - Wenn ein Kandidat bei Günther Jauch nicht mehr weiter weiß, dann muss er zu einem Joker greifen. Einer der zuverlässigsten Joker ist der Publikumsjoker. Das Publikum wird befragt und die Antwort, auf die die meisten Stimmen entfallen, ist mit großer Wahrscheinlichkeit die richtige. "Moment mal!", dachten sich da wohl die crowdcast-Gründer: "Wenn das bei Günther Jauch funktioniert, warum nicht auch im Geschäftsleben?". Folge dieser Überlegung war ein Online-Dienst, der es Unternehmen ermöglicht, ihre Kunden, Zulieferer oder angestellten über Ihre Einschätzungen zu anstehenden Entwicklungen zu befragen. Heraus kommt zweierlei: Erstens - man bekommt eine kompetente Antwort. Zweitens - der Gefragte ist froh, dass er in den Entscheidungsprozess mit einbezogen wurde.
Potential: Die Entwicklung dieses Dienstes an sich ist keine technische Herausforderung. Doch die Idee, sich das Wissen derer zu Nutze zum machen, die die geschäftliche Entscheidung betrifft, ist clever. So clever, dass crowdcast sich auf dieses Procedere ein Patent genehmigen lassen möchte. Freilich in den USA. Wofür man diesen Service konkret benutzen sollte? Beispielsweise um Umsatzzahlen abzuschätzen, Bedürfnissen nachzuforschen, Entwicklungszeiten zu umreißen und so weiter. So ein Werkzeug wäre zum Beispiel Gold wert gewesen, als Airbus das Auslieferungsdatum für den A380 oder den A400M exakt angeben sollte. Hätte man die Belegschaft befragt, wären solch unrealistische Vorgaben nie gemacht worden. Diese so genannte "Business Intelligence" gibt Managern ein Werkzeug in die Hand, das um einiges exakter ist, als die Einschätzung eines Einzelnen.

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