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04.10.10

Erfahrungsbericht

So war das Startup Weekend Stuttgart

Vom 24. bis zum 26. September fand das Startup Weekend Stuttgart im Coworking0711, Stuttgarts erstem CoWorking Space, statt. In nur 54 Stunden sollten ein oder mehrere Start-ups auf die Beine gestellt werden. Andreas Pilz war für förderland vor Ort und schildert seine Eindrücke.

Freitag: Der Start in das Startup Weekend war der Ideen-Pitch am Freitagabend. Dabei konnte jeder der 22 Teilnehmer eigene Ideen präsentieren und anschließend Mitstreiter dafür begeistern. Nach der Gruppenfindungsphase wurden aus 10 vorgestellten Ideen schließlich folgende fünf Teams gebildet:

1. Kaffeegenuss
2. Städtekrimis
3. Krisenhilfe direkt
4. Barcode Bestellung
5. Offshoring Vermittlung

Noch am Freitagabend begannen die motivierten Teams mit der Entwicklung der Ideen. Das Gründungsfieber infizierte sofort alle Anwesenden, die sich in Ihre Projekte stürzten.

Ich startete am Freitag um 21.00 Uhr in einem 6-Mann-Team das Projekt "Offshoring Vermittlung". Ziel ist es, Unternehmen und Privatpersonen den einfachen Zugang zu günstigen Arbeitskräften im Ausland zu ermöglichen. So kann jeder lästige Tätigkeiten von anderen erledigen lassen. In der Gruppe diskutieren wir, welche Arbeiten wir unseren Kunden anbieten wollen, an wen sich das Angebot richten soll, wie ein Preismodell aussehen kann und wie wir Kunden erreichen wollen. Für die Entwicklung des Geschäftsmodells nutzen wir das Business Modell CANVAS, welches im Laufe des Wochenendes auch von den anderen Teams verwendet wurde.

Samstag: Nach einer kurzen Nacht ging es am Samstagmorgen an die Weiterentwicklung der Projekte. Einige Teams begannen direkt mit der Umsetzung der Webseiten oder mobilen Applikationen, während andere in die Stuttgarter Innenstadt aufbrachen, um ihre Ideen zu testen und direktes Kunden-Feedback zu bekommen.

Unser Team setzt ab 10.00 Uhr am Samstagmorgen die Diskussion vom Vorabend fort und erarbeitet erste Use-Cases, die sich besonders für die Vergabe an günstige Arbeitskräfte im Ausland eignen. Das Preismodell war zu diesem Zeitpunkt noch sehr komplex und die Zielgruppe nicht klar definiert.

Nach dem Mittagessen begannen die ersten Diskussionen, welche Zielgruppen und Aufgaben tatsächlich die richtigen sind. Die verschiedenen Meinungen innerhalb des Teams trafen aufeinander und es wurde darüber nachgedacht, ob und wie das Projekt in der Form tatsächlich weitergeführt werden kann. Solche Zweifel treten wohl in vielen "normalen" Unternehmen auf – und auch die meisten Teams des Startup Weekends durchliefen irgendwann diese Phase. Aus der etwas schwierigen Situation kamen wir durch die motivierende Präsentation eines Team-Mitglieds, der das Geschäftsmodell anhand zweier Flip-Charts demonstriert. Danach waren alle wieder voll motiviert und alles wirkte viel einfacher als zuvor.

So arbeiteten wir am Samstagabend dann mit zwei Teams an der genauen Ausgestaltung unseres Angebots für KMUs und Privatpersonen. Für Unternehmen erarbeiteten wir aus dem ursprünglich komplexen Gebilde ein sehr einfaches Modell mit einer Setup-Fee pro Task und günstigen Stundenpreisen. Privatpersonen können sich fünf Stunden Freizeit kaufen und unterschiedliche Aufgaben an uns abgeben. Parallel dazu wird immer wieder über den Namen des Projekts nachgedacht. Gegen 24.00 Uhr verließen dann die letzten Teilnehmer den Coworking Space und starteten zum Ausklang des Abends in die Stuttgarter Innenstadt.

Am Sonntagmorgen gab Özkan Isik in einem sehr interessanten Vortrag seine Erfahrungen bei der Entwicklung von Produkten weiter. Anschließend ging es direkt wieder in die einzelnen Projekte: Bei uns stand die entgültige Entscheidung für einen Namen und die Sicherung der dazugehörigen Domains auf dem Programm. Das hatte uns bis dato viel Zeit gekostet. Doch Sonntagmittag hatten wir uns auf einen Namen geeinigt: "7work" sollte unsere Offshoring Vermittlung fortan heißen. Im Anschluss ging es an die Registrierung der Domains und die Einrichtung des Servers. Gleichzeitig wurden Texte für die Webseite geschrieben und passende Grafiken gesucht. Nach einem Schlussspurt hat unser Team noch am Sonntagabend die Webseite live geschaltet und bietet seinen Service ab sofort unter www.7work.de an.

In den Abschlusspräsentationen vor einer 3-köpfigen Jury aus Prof. Dr. Klaus Schneider, Prof. Dr. Martin K. Welge und Heiko Laur wurde das Projekt "Kaffeegenuss" als Sieger ausgezeichnet. Mehr darf über diese Idee und die weiteren Projekte leider nicht verraten werden – aber man darf gespannt sein, was in den nächsten Wochen und Monaten passiert.

Fazit: Die Teilnahme an einem Startup Weekend ist jedem Gründungsinteressierten absolut zu empfehlen. Auch Unternehmer, die bereits eigene Projekte haben, können durch eine Turbo- Gründung an einem Wochenende eine ganze Menge lernen. Das nächste Startup Weekend findet übrigens vom 5. bis 7. November in Nürnberg statt.

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