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03.06.14

Crowdinvesting

Protonet, VibeWrite Lernstift, Kyl, MyParfum, Front Row Society

Immer mehr Start-ups finanzieren sich mittels Crowdinvesting. Auf Plattformen wie Seedmatch oder Companisto versuchen sie mit ihren Ideen Crowdinvestoren zu überzeugen. Anleger hoffen Teil einer Erfolgsstory zu werden und natürlich eine möglichst hohe Rendite zu erzielen. Im besten Fall eine typische Win-Win Situation. Wir stellen spannende Geschäftsideen vor, die aktuell auf eine Finanzierung durch Mikroinvestoren hoffen.

Will they do it again? Die Protonet-Gründer Ali Jelveh und Christopher Blum

Zunächst: So gut viele Ideen auch klingen, Anleger sollten sich beim Crowdinvesting über die Risiken - im besten Fall im Vorfeld - informieren. Schlimmstenfalls kann der Totalverlust des Investments drohen. Worauf man als Investor gefasst sein muss, lesen Sie hier . Jetzt aber zu den Geschäftsideen:

Personal Cloud Server von Protonet

Unlängst zum „Deutschen Start-up des Jahres 2013“ gekürt, versucht es Protonet nun schon zum zweiten Mal auf der Crowdfunding-Plattform Seedmatch. Bereits 2012 stellte das Hamburger Start-up mit 200.000 Euro in nur 48 Minuten einen Europa-Rekord im Crowdfunding auf. Nun geht es um die Finanzierung eines neuen Personal Cloud Servers mit dem Arbeitstitel „Maya“, der zu Laptop-Preisen erhältlich sein soll. Die geplante Finanzierungsumme beträgt 1,5 Millionen Euro. Mit „Maja“ sollen kleine und mittlere Unternehmen ein autarkes soziales Kollaborations-Tool inklusive Datenmanagementsystem mitsamt der dafür notwendigen technischen Infrastruktur, der Protonet-Box, erhalten. Damit werden sie unabhängig von großen Cloud-Anbietern und können ihre Daten sicher ablegen und selbst verwalten.

VibeWrite Lernstift

Laut UNESCO können 774 Millionen Menschen weltweit nicht richtig lesen und schreiben. Die elektronische Schreibhilfe namens „VibeWrite Lernstift“ soll diesen Menschen helfen. Dank integrierter Software, kann der Stift das Geschriebene in Echtzeit erkennen und vibriert, sobald ein falsches Wort geschrieben wurde. Miterfinder Daniel Kaesmacher erklärt: „Es ist der erste Digitalstift, der eine Handschrift mit Bewegungssensoren erkennt und das Geschriebene digital nutzbar macht.“ Seit April wird der Lernstift über den eigenen Online-Handel vertrieben. Bereits 289.000 Euro kam bislang über Seedmatch durch die Crowd zusammen.

Kyl

Fünf Jahre Entwicklungsarbeit haben die Macher von Kyl hinter sich, um das neuartige Eis namens Molekyleis nun auf den Markt zu bringen. Die auf flüssigem Stickstoff basierende Kyl-Technik erlaubt eine neue Formsprache und Beschaffenheit von Speiseeis, denn das Kyl-Molekyleis kann unabhängig von den sonst üblichen Bestandteilen von Eis wie Milch, Ei, Zucker, Bindemittel und Stabilisatoren produziert werden. Damit werden neue Rezepturen möglich. Als erstens kommen Kyl21, in avantgardistischem Design, und das Kindereis Clowni auf den Markt. Hinter dem Molekyleis stehen ein Nahrungswissenschaftler, ein Stickstoff-Anlagenbauer, ein 3-Sterne-Koch sowie ein Produktdesigner. Bereits über 550.000 Euro kamen bislang auf Companisto zusammen.

MyParfum

Bei MyParfum können sich Kunden ihr individuelles Parfum dank eines Baukasten-Systems online zusammenstellen. Der Kunde wählt dabei zunächst einen Duft-Charakter und bekommt daraufhin Empfehlungen über die passenden Duftnoten aus einer Auswahl von 50 Bestandteilen. Doch nicht nur der Duft wird ein Unikat auch der Flakon kann individuell gestaltet werden. Das Konzept wurde unter anderem mit dem EO Global Innovation Award in den USA ausgezeichnet und kann bereits über 88.000 Kunden weltweit sowie einen kumulierten Umsatz von 3,5 Millionen verzeichnen. Bei Companisto hat die Crowd bereits über 300.000 Euro investiert.

Front Row Society

Den Luxus-Mode-Markt will das Modelabel Front Row Society mit dem Konzept der „Fashion Democracy“ aufmischen. Auf einer Online-Plattform nehmen dabei Künstler und Designer weltweit an Designprojekten teil und die Community von über 40.000 Mitgliedern entscheidet, welche Entwürfe umgesetzt werden sollen. Die Produktpalette umfasst bislang Tücher, Taschen und Damenoberbekleidung. Die Produkte entstehen zwar online, werden aber zu 90 Prozent offline über den Fachhandel verkauft. Bereits zweimal wurde Front Row Society über Seedmatch finanziert. Die momentane Finanzierung liegt bei über 33.000 Euro. Für das Geschäftsjahr 2014 rechnet das Unternehmen mit einem Umsatz von ca. 1,4 Millionen Euro, was mehr als der Verdopplung des Umsatzes des Vorjahres entspräche. 

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