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25.07.18

Online-Marketing-Strategien für Unternehmen

Wie wichtig ist Sichtbarkeitsmanagement für Unternehmen?

Die Optimierung der Sichtbarkeit über alle wichtigen Kanäle ist für Unternehmen zunehmend wichtiger dafür geworden, ihren Umsatz und Ertrag dauerhaft und nachhaltig zu verbessern. Im Interview gewährt uns Ralf Seybold, Head of Visibility Management, interessante Einblicke in die Welt des Sichtbarkeitsmanagements und gibt wertvolle Tipps für Existenzgründer.

Viele Begriffe gehören zu einem gelungenen Online-Marketing-KonzeptQuelle: Keepsmiling4u – Shutterstock.com

Förderland:
Sie haben Ihr Unternehmen vor über 20 Jahren gegründet, drei Monate, bevor Google gegründet wurde. Was hat sich mit der Zeit verändert? Wie sah die Arbeit damals aus und wie heute?

Ralf Seybold:
Wer hätte vor 20 Jahren den dominierenden Erfolg von Google voraussehen können? Vor 20 Jahren ging es noch darum, einen Webauftritt mehrsprachig für das Internet und auch für Kunden auf CD präsent zu haben. Suchmaschinenoptimierung funktionierte noch dadurch, dass viele Suchworte auf der Seite platziert wurden und bei Links war es vollkommen egal, wo diese herkamen. Je mehr, desto besser. Erfolge waren praktisch sofort sichtbar.

Heute dagegen sprechen wir von langfristigen Maßnahmen. In Google vorne platziert zu sein, ist schwieriger geworden. Insgesamt ist Optimierung komplexer geworden und ohne Quick Wins würde man heute keinen Kunden bei Laune halten können. Suchmaschinenoptimierung ist ein andauernder, langfristiger Prozess geworden. Eigentlich darf man heute nicht mehr von Suchmaschinenoptimierung sprechen.

Förderland:
Sie sprechen auf Ihrer Website auch nicht von SEO, sondern von Sichtbarkeitsmanagement. Wo liegt der Unterschied darin?

Ralf Seybold:
Wir haben uns im Jahre 2013 komplett reflektiert. Dabei haben wir festgestellt, dass alles, was wir tun, letztlich mit der Sichtbarkeit und Auffindbarkeit von Unternehmen zu tun hat. Das beginnt bei den Suchergebnisseiten. Die Präsentation im Suchergebnis ist verantwortlich dafür, ob ein Kunde klickt. Ähnlich wie es bei einer AdWords-Anzeige der Fall ist, müssen die präsentierten Informationen Lust darauf machen, die Seite anzuklicken. Das muss für jede Seite des Internetauftritts erstellt, regelmäßig überprüft und optimiert werden. Und das sind übrigens die Quick Wins, von denen ich gerade geredet habe. Hier kann man schnell Effekte erzielen. Steigenden Traffic und mehr Interesse. Und andere Bereiche stehen dem in nichts nach. Newsletter müssen begeistern und überzeugen. Websitebesucher müssen sichtbar gemacht und wenigstens zu Leads werden, besser noch zu kaufenden Kunden. Die Kommunikation mit den Kunden ist keine Einbahnstraße. Wir sprechen auch nicht von Social Media, sondern von Social Communication. Es kommt auf die Kommunikation an, das was man zu sagen hat und wie die Kunden darauf antworten – und nicht nur darum, in welchen sozialen Kanälen ein Unternehmen unterwegs ist und was es dort zu sagen hat.

Alle Maßnahmen greifen ineinander und können nur gesamtheitlich betrachtet und verändert werden. So entstand Sichtbarkeitsmanagement.

Förderland:
Welche waren die schwersten Jahre in der letzten Zeit?

Ralf Seybold:
Die schwersten Jahre waren die Zeiten des Evangelisierens. Suchmaschinenoptimierung, AdWords, Linkaufbau – das sind alles Themen, die nicht so einfach zu verstehen waren. Und teilweise auch immer noch nicht sind. Gerade in den 2000ern musste vielen Unternehmen die Bedeutung und die Wichtigkeit von Suchmaschinenoptimierung noch erklärt werden. Vertrauen musste hart erarbeitet werden.

Heute verstehen die Kunden die Notwendigkeit besser. Dazu beigetragen hat letztlich auch, dass so viele namhafte Kollegen in den letzten Jahren tolle Vorträge auf Konferenzen gehalten haben und immer wieder Zusammenhänge ansprechend erklärt haben.

Für uns hat sich gezeigt, dass wir erfolgreicher wurden, je einfacher wir komplizierte Sachverhalte erklären konnten.

Förderland:
Was würden Sie einem Existenzgründer mit auf den Weg geben, der sich mit seiner Idee etablieren möchte? Hat ein Existenzgründer heute überhaupt eine Chance, gegen die etablierten Seiten zu bestehen?

Ralf Seybold:
Existenzgründer haben immer eine Chance. Es gibt jeden Tag die Möglichkeit, etwas besser zu machen. Der Unterschied liegt dabei vielmehr in der Optimierung. Ein etabliertes Unternehmen hat mehr Probleme damit, sein Linkprofil in Ordnung zu bringen, toxische Backlinks zu entdecken und aus den eingefahrenen Strukturen heraus endlich wieder Inhalte für Menschen und Kunden zu produzieren.

Und genau da liegt der große Vorteil für die Existenzgründer. Eine Website kann bereits so entworfen werden, dass sie nicht nur ganzheitlich ist, sondern auch echte Mehrwerte für den Kunden liefert. Eine solche Seite kann sich leicht bei den Interessenten etablieren. Für konkrete Teilbereiche ist auch ein Ranking sehr kurzfristig greifbar, aber für hart umkämpfte Suchworte ist es schon schwieriger.

Förderland:
Können Existenzgründer dann überhaupt in etablierten Branchen bestehen, wenn sie kurzfristig keine Top-Rankings generieren können?

Ralf Seybold:
Mit einer entsprechenden Strategie, einer guten und langfristigen Planung und wenn man bei Rückschlägen den Kopf nicht verliert, dann ja. Und auch hier ist das Sichtbarkeitsmanagement der zentrale Ansatz.

Guter Content, technisch einwandfrei aufbereitet und mit relevanten Verlinkungen – das sorgt dafür, dass eine Seite in die Top 10 gelangt. Und dort entscheidet dann das Nutzerverhalten darüber, wo sich das Webangebot etabliert. Hier gelten Mehrwerte, einfache Bedienung und umfassendes, leichtes Auffinden der Informationen und Leistungen.

Förderland:
Was ist der ultimative Tipp für ein gutes Ranking, das Sie einem Existenzgründer mit auf den Weg geben würden?

Ralf Seybold:
Analyse des Marktes und der Mitbewerber. Schaut euch die Angebote genau an, immer unter den Gesichtspunkten, wie ein potenzieller Kunde suchen würde. Dann entwickelt eine Struktur und Inhalte, die genau diese Fragen beantworten. Das ist schon mal eine gute Grundlage.

Und denkt daran, dass Optimierung nicht teuer sein muss, aber in jedem Fall Geld kosten wird. Ihr investiert in die Zukunft des Unternehmens, da haben weder Handyfotos noch die „von einem Kumpel gezimmerte Website“ etwas verloren. Wer professionell startet, hat gleich ein anderes Entrée.

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