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30.10.18

Nebenberuflich in die Selbstständigkeit – was ist zu berücksichtigen?

Der Start in die Selbstständigkeit beginnt meist neben dem eigentlichen Hauptberuf. Viele Gründer fangen neben ihrer regulären Arbeit an, ein eigenes Gewerbe anzumelden und eine selbstständige Tätigkeit aufzunehmen. Oftmals ist dies ein adäquater Weg, um ohne zu großes Risiko auszuprobieren, ob die eigene Geschäftsidee fruchtet. Unabhängig davon, sind einige Vorbereitungen zu treffen, bevor das eigene Gewerbe gegründet werden kann.

Selbstständig, Nebenberuflich

Der Start in die nebenberufliche Selbstständigkeit ist an einige Regeln und Auflagen geknüpft. In der Praxis ist es daher wichtig, dass man sich vorher informiert, was alles zu berücksichtigen ist. Bevor eine Finanzierung für z.B. ein eigenes Geschäft aufgenommen wird, müssen einige Hürden genommen werden.

Muss der Arbeitgeber informiert werden?

In der Praxis ist es z.B. erforderlich, dass der Arbeitgeber darüber informiert wird, wenn bestimmte Umstände zutreffen. Eine gesetzliche Pflicht darüber, den Arbeitgeber über ein Nebengewerbe zu informieren gibt es per se nicht. Es kann jedoch resultierend aus dem eigenen Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag notwendig sein, den Arbeitgeber über ein solches Vorhaben zu informieren. Sollten die entsprechenden Klauseln nicht vorhanden sein, ist es nicht notwendig, den Arbeitgeber zu informieren. Anders sieht es aus, wenn die Nebentätigkeit die Interessen des Arbeitgebers beeinträchtigen. Sollte das eigene Gewerbe im direkten Wettbewerb zum Arbeitgeber stehen, kann dies ein Problem darstellen (Quelle: vexcash.com).

Nachdem der Arbeitgeber informiert wurde, gibt es weitere Dinge, die bei der nebenberuflichen Gewerbegründung beachtet werden.

Wer ein Gewerbe geründet und dieses im Nebenberuf ausüben möchte, muss sich an die gesetzlichen Arbeitszeiten halten. Der Nebenberuf darf an maximal 18 Stunden in der Woche ausgeübt werden. Ferner ist es erforderlich, sich an die gesetzliche Höchstzahl an Arbeitsstunden am Tag zu halten. Ebenso muss der Schwerpunkt der Tätigkeit im Angestelltenberuf sein. Der Verdienst muss im Angestelltenberuf höher sein, als es in der Nebentätigkeit der Fall ist.

  • Arbeitgeber über die nebenberufliche Tätigkeit informieren
  • Maximal 18 Stunden in der Woche nebenberuflich arbeiten
  • Gesetzliche maximale Anzahl an Arbeitsstunden am Tag berücksichtigen
  • Schwerpunkt der Tätigkeit muss im Angestelltenverhältnis liegen
  • Einkommen muss im Hauptberuf höher sein, als im Nebengewerbe

Wer sich an diese Voraussetzungen hält, kann ohne Probleme den Weg in die nebenberufliche Selbstständigkeit starten.

Wer noch nicht weiß, was alles bei der Gründung zu berücksichtigen ist und auch nicht genau weiß, ob seine Idee gut ist, der kann mit einer Checkliste für Gründungen sicherlich neue Erkenntnisse gewinnen. Die entsprechenden Punkte der Liste können im Kopf mit der eigenen Idee durchgespielt werden, um zu verstehen, ob eine Gründung eine gute Idee ist, oder ob entsprechend hohe Risiken mit der Gründung verbunden werden und diese schwergewichtiger als die die möglichen Chancen sind.

Erste Schritte: die Gewerbeanmeldung

Bevor mit der gewerblichen Tätigkeit im Nebenberuf begonnen werden darf, ist es erforderlich, dass ein Gewerbe angemeldet wird. Dieses kann in der Stadt z.B. beim Ordnungsamt, oder beim Gewerbeamt erledigt werden. Das Formular zur Anmeldung des Gewerbes ist recht kurzgehalten und kann ohne Probleme im Vorfeld daheim am Computer ausgefüllt werden. Wichtig ist, dass die genauen Tätigkeitsschwerpunkte der gewerblichen Tätigkeit definiert werden. Es ist durchaus möglich, dass hier mehrere Tätigkeitsberichte angegeben werden. Dies kann interessant sein, wenn sich der Tätigkeitsschwerpunkt des Unternehmens verlagern sollte.

Das Finanzamt verlangt eine Abschätzung über den Umsatz bzw. Gewinn des ersten Geschäftsjahres. Wer gerade sein Unternehmen frisch gegründet hat, sollte hier am besten keinen geplanten Gewinn eintragen. Alternativ kann es der Fall sein, dass das Finanzamt Vorauszahlungen an Steuern verlangt, die automatisch abgebucht werden. Ohnehin ist es nicht üblich, dass Unternehmer im ersten Jahr der Gründung bereits hohe Gewinne erzielen, da in der Regel Investitionen getätigt werden müssen.

Zahleiche junge Firmen, die auf dem Markt entstehen, haben nur eine kurze Lebensdauer. So ist davon auszugehen, dass etwa 40% der Neugründungen nach kurzer Zeit wieder geschlossen werden. Es ist daher ratsam, sich intensiv mit seinem Projekt zu befassen, bevor dieses realisiert wird und entsprechend ein Unternehmen gegründet wird. Manchmal braucht es jedoch einfach etwas Mut zum Risiko. Ein Unternehmen muss nicht zwangsweise funktionieren, aber man muss es ausprobieren, um die Erfahrung gemacht zu haben und sich nachher nicht sein Leben lang zu ärgern.

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