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12.09.06

Mikrofinanzfonds Deutschland unterstützt Kleinstgründer und junge Unternehmen

Gründer und junge Unternehmen mit geringem Kapitalbedarf können künftig auf ein innovatives Förderinstrument zurückgreifen: Der neue Mikrofinanzfonds Deutschland soll ihnen einen besseren Zugang zu kleinvolumigen Darlehen ermöglichen.

Die Verträge für das Pilotprojekt, mit dem bundesweit Mikrofinanzierungen gefördert werden, wurden heute in Frankfurt unterschrieben. Initiatoren sind das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi), das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), die GLS Bank sowie die KfW Bankengruppe. Der Fonds umfasst zunächst ein Volumen von insgesamt 2 Mio. EUR, jeder Projektpartner ist mit 500.000 EUR engagiert. 

Innovativ ist der Mikrofinanzfonds aufgrund seiner besonderen Struktur: Er arbeitet wie ein Garantiefonds und nimmt Banken, die an Existenzgründer und junge Unternehmen Mikrokredite von bis zu 10.000 EUR mit kurzen Laufzeiten (ca. 2 Jahre) vergeben, das Kreditausfallrisiko vollständig ab. Die Vergabe eines Kleinstkredits wird dabei eng mit der Gründungs- und Unternehmensberatung verknüpft. Dazu bindet der Fonds bestehende private und öffentliche Beratungseinrichtungen ein. Diese müssen sich zuvor vom Deutschen Mikrofinanz Institut akkreditieren lassen.

Die Betreuung durch einen Berater sorgt dafür, dass Erfolg versprechende Geschäftsideen identifiziert und den Banken zur Kreditvergabe empfohlen werden. Ferner muss sich die Beratungseinrichtung am Ausfallrisiko des Kredites beteiligen. Sie übernimmt 20 % der Haftung der von ihr empfohlenen Mikrokredite. Deshalb hat sie ein wirtschaftliches Interesse, nur aussichtsreiche Fälle zu vermitteln. Gleichzeitig reduzieren sich durch die Beteiligung eines Beraters die Kosten der Kreditbearbeitung bei der Bank, da er bei der Kreditvergabe, der laufenden Betreuung sowie der eventuellen Schadensverfolgung eingebunden ist.

Deutsche und europäische Förderinstrumente werden beim Mikrofinanzfonds miteinander verknüpft: Neben Mitteln aus dem ERP-Sondervermögen, die das BMWi bereitstellt, sowie den Finanzierungsbeiträgen der KfW Bankengruppe und der privaten GLS Bank, fließen in den Fonds auch Gelder aus dem Europäischen Sozialfonds, die vom BMAS verwaltet werden. Gleichzeitig optimiert der Fonds die Effizienz des öffentlichen Fördermitteleinsatzes, weil er in einem Pilotversuch Gründungsberatung und Finanzierung bündelt. Auch heute schon kann Gründungsberatung in der Regel öffentlich gefördert werden, ein Mikrofinanzierungsangebot für Unternehmen in der Gründungsphase war bislang aber nicht sichergestellt.

Der Zugang zu Mikrokrediten ist besonders problematisch, weil Darlehen an Gründer und junge Unternehmen mit höheren Ausfallrisiken behaftet sind. Zudem sind kleinvolumige Kredite aufgrund des Bearbeitungsaufwands und des vergleichsweise hohen Fixkostenanteils für Banken wenig attraktiv. Die GLS Bank kann aus einer ersten Testphase mit dem GLS Mikrofinanz Fonds bereits Erfahrungen mit der Verzahnung von Beratung und Finanzierung in das neue Projekt einbringen. Der GLS Mikrofinanz Fonds geht am 12.9.2006 auf den Mikrofinanzfonds Deutschland über.

Weitere Informationen erhalten interessierte Organisationen beim Deutschen Mikrofinanz Institut.

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