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04.03.16

Smartphones

Windows-Smartphone zum Desktop-Rechner fürs Business

Viele Menschen nutzen ihr Smartphone längst als mobiles Büro. Doch wirklich komfortabel ist es nicht, lange Briefe oder E-Mails zu tippen. Mit Continuum hat Microsoft eine spannende Funktion am Start: Mit dieser wird das Windows-Mobiltelefon zu einem fast vollständigen Desktop-PC.


Microsoft Continuum (Bild: Microsoft)

Windows 10-Smartphone als Desktop-PC verwenden

Mit der Einführung des Lumia 950 und Lumia 950 XL veröffentlichte Microsoft erstmals das Display Dock. Das ist eine kleine Box, die über den USB-C-Port mit dem Telefon verbunden wird. Zugleich verfügt das Zubehör über einen HDMI-Ausgang, zwei USB 2.0-Anschlüsse und einen USB-Port für eine externe Stromversorgung.

Wozu das alles gut ist? Ganz einfach: Auf simple Art und Weise kann man so das Smartphone mit einem Monitor, einer Tastatur und Maus sowie weiterem Zubehör wie Speicherkarten, externe Festplatten und dergleichen verbinden. Microsoft bewirbt das Display Dock explizit damit, dass man so ohne Aufwand sein Smartphone in einen flexiblen Arbeitsplatz verwandeln kann. Wir reden aber über ein visuell angepasstes Windows 10 Mobile, das ähnlich verwendet wird wie ein Windows 10 auf einem Tablet.

Aber: Für Office, E-Mails, Internet und gewiss auch kleinere Produktiv-Anwendungen sollte das vollkommen ausreichen. Auch das Annehmen von Telefonanrufen und das Schreiben von Nachrichten sind bei Verwendung der Dockingstation kein Problem.

Bedauerlich ist höchstens, dass man zwingend ein Lumia 950 (XL) benötigt, das erst kürzlich vorgestellte Lumia 650 wurde nicht mit dieser Option ausgestattet. Microsoft begründet dies damit, dass das Verwandeln in einen stationären PC einen leistungsstarken Prozessor und genügend Arbeitsspeicher voraussetze.

Weitere Hersteller an Bord

Dass man nicht zwangsläufig einen Highend-Chip für Continuum benötigt, zeigen dagegen andere Hersteller. In Japan wird beispielsweise das Vaio Phone Biz mit einem Snapdragon 617-Chip ebenfalls Continuum anbieten, technisch ähnlich ist das für den asiatischen Raum angedachte Madosma Q601.

Für Europa dagegen sind bisher nur Oberklasse-Smartphones geplant, beispielsweise das Acer Liquid Jade Primo mit 3GB RAM und dem Qualcomm Snapdragon 808-Chip. Hier liefert der Elektronikkonzern sogar eine attraktive Dockingsstation zum Preis von rund 600 Euro mit, bei Microsoft zahlt man für das Display Dock extra.

Ein sehr unkonventionelles Konzept präsentierte HP mit dem Elite X3 auf dem Mobile World Congress im Februar 2016: Das edle Smartphone mit seinem Snapdragon 820 Prozessor und 4GB RAM dürfte perfekt für Windows 10 geeignet sein, technisch ist es mit einem Samsung Galaxy S7 oder einem LG G5 vergleichbar.

Neben der Continuum-Funktion, die über eine optional erhältlich Dockingsstation ermöglicht wird, ist ein sogenannter Mobile Extender geplant. In diesen schiebt man das Telefon ein, schon hat man ein Windows 10-basierendes Notebook mit einem 12,5 Zoll großen HD-Display parat. Somit ist das Elite X3 Mobiltelefon, Desktop-PC und kleiner Laptop in einem Gerät.

Display Dock und Continuum: Brauche ich das?

Microsoft Display Dock (Bild: Microsoft)

Letztlich sollte Ihnen bewusst sein: Wir reden nicht über einen komplett vollwertigen PC, der durch ein Smartphone entsteht. Komplexe Bild- oder Videobearbeitung und andere aufwändige Berechnungen sind Aufgaben, mit denen das Mobiltelefon am großen Monitor überfordert sein wird. Und einige Apps unterstützen Continuum noch nicht vollständig. Wem es dagegen um Komfort und Office geht – zum Beispiel im Coworking-Space oder Hotelzimmer –, für den könnte diese Lösung überaus attraktiv sein.

Besitzer eines Lumia 950 (XL) zahlen für Microsofts Docking-Variante recht viel Geld, obwohl günstige USB Typ-C- zu HDMI-Adapter für 10 Euro auch funktionieren. Diese verzichten jedoch auf weitere USB-Ports.

Mit zunehmender Leistungsfähigkeit aktueller und kommender Smartphone dürften Ansätze wie Continuum weiter an Bedeutung gewinnen und die Mehrwerte für Nutzer erhöhen. Und vielleicht wird man in Zukunft wirklich nur noch ein kleines Telefon besitzen, das daheim und im Büro einen großen Desktop-PC überflüssig macht? Dass es jetzt schon geht, das zeigen die ersten Hersteller auf durchaus clevere Art und Weise. 

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