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16.06.17

Marktlücken im Online-Business

So erkennt man Marktlücken im Online-Business und bringt Nischen groß heraus

Das Online-Business birgt viel Potenzial, denn man kann viele Menschen gleichzeitig und zu jeder Zeit ansprechen. Die Mittel dazu sind verhältnismäßig einfach, vielseitig und kosteneffizient. Sich auf eine Nische zu spezialisieren, kann eine hervorragende Möglichkeit sein, ein neues Business aufzubauen. Wichtig ist allerdings, dass man diese gut auswählt.

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Was ist eine Nische?

Es gibt verschiedene Wege, zur Geschäftsidee zu kommen. Die Suche nach dem passenden Thema in einem Teilbereich eines Marktes ist eine davon. Eine Nische ist also ein Teilmarkt eines größeren Marktes – quasi eine Unterkategorie. Je kleiner die Nische ist, desto übersichtlicher ist sie. Sie lässt sich dadurch meist klar definieren und einer bestimmten Zielgruppe zuordnen. Größter Vorteil an der Nische: Die Konkurrenz ist verhältnismäßig gering – oder im besten Fall gar nicht vorhanden.

Weitere Vorteile:

  • In einer Nische kann man sich schneller als Experte positionieren. Einerseits ist kaum Konkurrenz da, die diese Position für sich beansprucht. Andererseits kann man sämtliche Energie und Ressourcen auf ein oder wenige Themen legen, sodass die Expertenrolle fast automatisch entsteht.
  • Die persönliche Ansprache des (kleinen) Kundenkreises eröffnet neue Möglichkeiten im Corporate Design. Neben der inhaltlichen Abgrenzung, kann man sich auch optisch leichter hervortun. Das Design kann gezielt auf die Kunden angelegt werden, neue kreative Ideen werden meist positiv aufgenommen.

Ein Beispiel: Mode für große Frauen bei Long Tall Sally

Ein Beispiel, wie aus einem Nischenprodukt großer Erfolg werden kann, ist Long Tall Sally. Das Unternehmen verkauft Kleidung speziell für große Frauen – ein kleiner Teilmarkt aus der Textilbranche, der sich bezahlt macht. Heute vertreibt Long Tall Sally seine Produkte über den Onlineshop sowie in 26 Filialen allein in Deutschland. Im Herbst 2016 wurde die Brand Teil der TriStyle Group, die im Geschäftsjahr 2015/2016 ihre starke Marktposition in verschiedenen Nischen ausbauen konnte. Long Tall Sally hatte bereits 1976 erkannt, dass Nachfrage an Kleidung für groß gewachsene Frauen besteht. Die Zielgruppe (große Frauen) ist klar definiert, sodass sich das Unternehmen gezielt auf die Belange der Klientel konzentrieren konnte. Man positionierte sich als Experte, indem die Kleidung auf die speziellen Bedürfnisse großer Frauen abgestimmt und proportional zur Größe designt wurde. Damit manifestierte sich das Credo, dass die Kleidung von Long Tall Sally nicht nur passt, sondern auch gut sitzt und aussieht.

Die richtige Nische finden

Zunächst sollte man wissen, in welche Richtung man arbeiten will. Es gibt sogenannte Positiv- und Negativ-Nischen.

  • Positiv-Nischen umfassen Produkte, die der Lust oder dem Spaß dienen, beispielsweise Kleidung oder Schmuck.
  • Negativ-Nischen bedienen den Markt für Problemlösungen. Hierbei hat der Konsument ein bestimmtes Problem, beispielsweise Krankheit, Technikdefekt oder Ähnliches, das er mit dem Nischenprodukt lösen möchte.

Weiterhin muss man klären, welche Zielgruppe man bedienen möchte. Will man eher Konsumenten oder Unternehmen ansprechen? Unterschieden wird in folgende grundlegenden Geschäftsbeziehungen:

  • B2A: Business-to-Administration bedeutet die Kommunikations- und Geschäftsbeziehung zwischen dem Unternehmen und Behörden.
  • B2B: Business-to-Business umfasst die Geschäftsbeziehung zu anderen Unternehmen.
  • B2C: Business-to-Client/Consumer beschreibt Geschäftsbeziehungen zu Privatpersonen, also Konsumenten und Kunden. Laut Statistiken ist das Umsatzvolumen im B2C-Handel in den letzten Jahren rasant gewachsen – hier liegt also enormes Potenzial für zukünftige Unternehmer.

Sind die Basics bedacht, geht es an die eigentliche Nischenfindung. Dazu gibt es zwei Möglichkeiten: über das Thema oder über die Zielgruppe. Um Thema/Zielgruppe zu definieren, sollten die wichtigsten Leitfragen beantwortet werden.

  • Nischenfindung über das Thema Grundvoraussetzung ist, dass man sich für das Thema interessiert. Vor allem die Anfangsphase der Unternehmensgründung ist schwer und erfordert viel Disziplin. Hat man keinen Spaß an seinem Vorhaben, wird es nicht gelingen. Welches Thema ist also persönlich von Interesse?
  • Nischenfindung über die Zielgruppe Es gibt verschiedene Kundentypen, aber für welchen würde man gerne arbeiten? Anschließend muss überlegt werden, welche speziellen Wünsche oder Probleme diese Kundschaft hat und wie man diese erfüllen beziehungsweise lösen kann.

Bei beiden Varianten ist eine Marktanalyse wichtig. Nur so kann man herausfinden, welche Produkte und Dienstleistungen derzeitig oder in naher Zukunft fehlen und auf absehbare Zeit auch Gewinne erzielen können. Die Nische muss auf lange Sicht also absatzfähig sein. Das bedeutet:

  • Es muss Leute geben, die sich für das Thema interessieren (mindestens 1 von 100 Menschen)
  • Die Zielgruppe muss bereit sein, dafür Geld auszugeben

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