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07.01.13

foodsharing.de

Lebensmitteln teilen, anstatt verschwenden

Collaborative Consumption ist ein Megatrend der letzten Jahre: Immer mehr Menschen teilen ihre Autos mittels Carsharing Plattformen wie Tamyca oder Autonetzer, ihre Wohnungen auf Wimdu oder Airbnb oder arbeiten gemeinsam in Coworking Spaces. Auf der im Dezember 2012 von Foodsharing e.V gestarteten Plattform foodsharing.de können Privatpersonen, Händler und Produzenten jetzt auch überschüssige Lebensmittel mit anderen teilen anstatt sie wegzuwerfen.

Pressekonferenz zum Start von foodsharing.de in Köln (Quelle: foodsharing.de)Pressekonferenz zum Start von foodsharing.de in Köln (Quelle: foodsharing.de)

Laut Foodsharing e.V werfen die Bundesbürger fast 82 kg Lebensmittel im Wert von mehreren hundert Euro im Schnitt jährlich weg. Allerdings wären zwei Drittel des Abfalls vermeidbar, da die weggeworfenen Lebensmittel noch genießbar sind. Auch Supermärkte, Lebensmittelfabriken und Gastronomie vernichten jährlich mehrere Millionen Tonnen Lebensmittel – und sogar die Bauern müssen einen großen Teil ihrer Ernte aussortieren, weil der Handel nur makelloses, genormtes Obst und Gemüse abnimmt. Gleichzeitig leiden auf unserem Planeten täglich eine Milliarde Menschen an extremem Hunger.

Damit sei Lebensmittelverschwendung ein großes und meist übersehenes Problem der modernen Konsumgesellschaft, dem der im Mai 2012 gegründete Foodsharing e.V mit der Internetplattform foodsharing.de entgegenwirken möchte.

Essen online teilen

Und so funktioniert es: Auf der Plattform können Lebensmittel in der Umgebung geteilt werden. Jeder, der Lebensmittel übrig hat, zu viel eingekauft hat, unerwartet um Essen eingeladen wurde, die Früchte seiner Obstbäume nicht verwerten kann oder in den Urlaub fährt usw., kann den Überschuss in einem Essenskorb auf foodsharing.de eintragen. Von seinem jeweiligen Standort erkennt man, wer in der Umgebung Lebensmittel eingestellt hat und kann diese dort abholen oder sich an einem ausgewählten Standort, dem Hotspot, treffen. Die Hotspots sind  ebenfalls auf der Karte markiert.

Zu den Initiatoren von Foodsharing e.V gehören Valentin Thurn (Dokumentarfilm "Taste the waste") und Stefan Kreutzberger (Buch "Die Essensvernichter"). Die Programmierung von foodsharing.de wurde erfolgreich über Crowdfunding finanziert – und die Plattform ging 12.12.12 live. 2013 soll eine mobile Smartphone App folgen.

Collaborative Cities – Dokumentarfilm über die Sharing Economy

Wer sich für das Thema Collaborative Consumption interessiert, dem sei die interaktive Dokumentation "Collaborative Cities" an Herz gelegt. Der französische Filmemacher und Service Designer Maxime Leroy bereiste in den letzten Monaten zahlreiche Metropolen rund um den Globus, um kollaborativen Projekten auf die Spur zu kommen. Die hat er begleitend in einem Blog zum Film dokumentiert. 

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