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22.05.18

Initial Public Offering

IPO als Exit für Startups - Möglichkeiten und Hürden

Warum wollen immer mehr Start-ups den Königsweg IPO („Initial Public Offering“ - der Börsengang) beschreiten? Einerseits geht es um frisches Kapital, andererseits auch um Branding und Marketing, eine transparente Bewertung des Unternehmens und auch um die erhöhte Liquidität der Unternehmensanteile.

Quelle: Pixabay.com

Dabei sollten die Unternehmer aber nicht nur die möglichen Vorteile ins Auge fassen - es geht auch um die Frage, welche Herausforderungen im Zuge des Börsengangs gemeistert werden müssen.

Zwischen gesetzlichen und öffentlich-rechtlichen Vorgaben

Zwei Faktoren sind von erheblicher Bedeutung, wenn man den Börsengang plant: Es gibt gesetzliche und auch öffentlich-rechtliche Vorgaben und auch Einbeziehungs- und Zulassungskriterien, die das Unternehmen erfüllen muss, damit es in weiterer Folge zum Börsenhandel zugelassen wird. Auch gibt es Zulassungspflichten, die das Unternehmen in weiterer Folge fortlaufend erfüllen muss.

Es gibt Börsen, so etwa die Deutsche Börse, die verschiedene Börsensegmente betreiben, sodass unterschiedliche Anforderungen zu erfüllen sind. Aber es geht nicht nur um rechtliche Anforderungen - jedes Start-up muss sich natürlich selbst die Frage stellen, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist. Vor allem ist es wichtig, dass Marktreife und auch interne Prozesse hinterfragt werden. Wer nämlich den Börsengang geschafft hat, steht automatisch in der Öffentlichkeit und wird weitaus kritischer als zuvor beobachtet.

Welche Hürden müssen gemeistert werden?

Hat man Management und Gesellschafter überzeugen können, dass der Börsengang eine durchaus interessante und auch erfolgversprechende Option ist, so sind noch zahlreiche andere Schritte erforderlich, bevor der Handel mit den eigenen Wertpapieren am regulären Markt begonnen werden kann. Der IPO-Prozess beginnt nämlich immer bei Investmentbanken, die den Börsengag begleiten und durchführen. Das heißt, zu Beginn muss die Frage nach der Emissionsbank beantwortet werden. In weiterer Folge kommt es zur Unternehmensprüfung. Hier werden rechtliche Strukturen überprüft, wobei auch Marktchancen ausgearbeitet und Risiken beurteilt werden. Die Analyse fließt danach zur Gänze in den Emissionsprospekt, der für das spätere Börsenlisting notwendig ist.

Der Prospekt wird von den Investmentbanken zur Verfügung gestellt. Dabei präsentieren Analysten von Banken die Equity Story und versuchen neue Investoren zu finden. Wichtig ist eine überzeugende Unternehmenspräsentation! Danach gibt es Gespräche und Meetings zwischen Management und zukünftigen Investoren. Natürlich unterhält man sich über Ziele und Absichten, über die Preisspanne für das Wertpapier, über die Spanne für die Bewertung des Unternehmens und hält Rücksprache mit der Emissionsbank. Investoren haben in weiterer Folge dann die Zeichnungsfrist und können Aktien innerhalb der Preisspanne zeichnen. Ist die Zeichnungsfrist vorbei, so wird mittels Bookbuilding-Verfahrens der Ausgabepreis der Aktien ermittelt. Wurden die Aktien den neuen Miteigentümern übertragen, so beginnt der reguläre Handel an der Börse.

Worauf sonst noch zu achten ist

Ein IPO ist ein wichtiger Meilenstein für ein Unternehmen . Das heißt, man muss den richtigen Zeitpunkt abwarten und sich erst dann für den Königsweg entscheiden, wenn man weiß, alle Voraussetzungen erfüllen und alle Herausforderungen meistern zu können. Dabei ist vor allem der Umstand wichtig, dass die Investoren die Struktur des Unternehmens und das Geschäftsmodell verstehen. Eine realistische Bewertung ist genauso wichtig wie der Aufbau eines sogenannten Investor Relation-Teams.

Wer seine Wertpapiere unrealistisch bewertet, der verunsichert Investoren; wer hingegen kein Investor Relation-Team aufbaut, das mit der kontinuierlichen Kapitalmarktkommunikation beschäftigt ist, der kann wohl keine Investoren halten oder überhaupt gewinnen. Vor allem geht es auch darum, dass die Gründer langfristig gehalten werden. Nur so kann vermittelt werden, dass das Unternehmen stabil ist und von jenen Personen geführt wird, die sich für den Börsengang entschieden haben.

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