<< Themensammlung Gründung

04.03.11

Start-ups international

Heute mit: Rentjuice und Liquidspace aus den USA und Blaast aus Finnland

Auch heute wollen wir wieder Gründer-Trends und Best-Practice-Lösungen aus der ganzen Welt sondieren. Heute mit zwei Start-ups aus den Staaten, die sich mit Software-Rundum-Lösungen und Online-Marktplätzen beschäftigen. Außerdem ein finnisches Start-up, das sich noch sehr bedeckt hält. Viel Vergnügen!

Maklers Delight

Rentjuice.com - Dieses Start-up aus den Staaten zeigt uns einen äußerst interessanten Trend auf, den jeder Online-Gründer unbedingt im Auge behalten sollte. Denn Rentjuice bietet eine komplette Softwarelösung für eine gesamte Berufssparte, hier im Speziellen: Immobilienmakler und Vermieter. Auch in der Immobilienbranche wird noch viel zu oft Excel oder eigens zurecht gezimmerte Datenbankanbindungen genutzt - wer sich aber die Arbeit extrem erleichtern möchte, der sucht nach einem Rundum-Sorglospaket, das wichtige Schnittstellen und übersichtliche Tools mitbringt, die dafür sorgen, dass ein Rädchen ins andere greift. Doch wie läuft das genau ab? Rentjuice bietet zum allerersten eine Datenbank mit Mietobjekten an. Die Informationen aus dieser Datenbank kann der Makler nutzen, um nahezu automatisch Online-Anzeigen zu schalten, sie auf seine Website zu füttern und um die Objekte im Verwaltungstool zu managen, ebenso ist es möglich, sich Portfolios der Mietsachen zur schnellen Präsentation erstellen und ausdrucken lassen. Weiterhin überwacht der Makler die Performance seines Unternehmens mit Rentjuice - übersichtlich werden Vermietungen und Leistungen der einzelnen Makler aufgeführt. Neue Mietangebote können wie bisher gehabt per Hand eingestellt werden, aber auch, indem der Makler die Angebots-Emails oder Streams an seinen Rentjuice-Account schickt, wo automatisch daraus ein neues Datenobjekt angelegt wird. Letztendlich bietet die Software auch noch eine Schnittstelle zum Mieter hin an - schickt ihm Rechnungen, Übersichten und Mahnungen zu - Formulare zur Überprüfung der Kreditwürdigkeit stehen ebenfalls zur Verfügung.
Potential: Wer diese Software einmal genutzt hat, wird recht schnell feststellen, dass er damit wesentlich mehr Zeit für das aufwenden kann, worum es im Mietgeschäft geht: Vermietungen. Das Besondere an dieser Lösung ist, dass sie wirklich alle Bedürfnisse des Berufsstands abdeckt. Bisher kannte man Cloudlösungen, die meist spezielle Dienste anboten - aber kein Komplettpaket. So einen Service zu entwickeln, das ist freilich teuer - und bedarf einer kräftigen Investition. Als kleine Aufgabe diesmal: Finden Sie einen Beruf, der einer speziellen Softwarelösung bedarf und konzipieren Sie dafür eine Cloud-Software-Lösung. Gute Indizien für einen solchen Bedarf sind zumeist unübersichtliche Excel-Tabellen, viele Formulare und ein hoher Organisationsgrad.

Raum für Gründer

Liquidspace.com - Ab und zu taucht das Phänomen auf, dass Geschäftslösungen aus dem Netz ein Pendent in der realen Welt finden. So verhält es sich auch bei Liquidspace, die eine Art Real-Cloud entwickeln, um an Arbeitsplätze zu gelangen. Co-Workingspaces sind ja bereits jetzt ein großes Thema in Deutschlands Großstädten - in München, Berlin, Hamburg, Köln - überall schießen Großraumbüros aus dem Boden, in denen man auch für kurze Zeit einen Arbeitsplatz mieten kann. Liquidspace, ein US-Start-up hat sich nun gedacht: Warum eigentlich extra Häuser dafür bauen? Nahezu überall gibt es freie Arbeitsplätze für Leute, die mehr oder weniger nur mit Ihrem Laptop arbeiten. Daraus entstand die Idee, einen Online-Marktplatz für ebensolche Plätze anzubieten. Hier finden streunende Arbeiter Schreibtische in Locations, die ihren Kriterien genügen. Und Büros, die unter Kapazität arbeiten finden Abnehmer für leere Tische. UndLiquidspace kassiert eine Courtage.
Potential: Nicht schlecht gedacht - zwar sieht man noch nicht viel von dem Projekt, da es sich gerade in der geschlossenen Betaphase befindet - aber sowohl die Grundannahme als auch der erste Eindruck versprechen Gutes. Auch hier in Deutschland wäre so ein System ziemlich simpel zu installieren - doch ob der Markt dafür bereits da ist, ist noch die Frage. Benötigt wird ein digitaler Belegungsplan, sowie ein Abrechnungstool - und einmal entwickelt, könnte man so eine Plattform auch für ganz andere Ressourcen benutzen - Parkplätze, Lieferwagen, Maschinen, Lagerräume, und, und, und. Also - pack ma's!

It's the cloud, stupid!

blaast.com - "Stealth Mode" - sicherlich einer der zehn Lieblingsausdrücke des anglophilen Gründers. Ein sehr interessantes Unternehmen aus Finnland, was sich in eben diesem Zustande befindet, hat eine intelligente Idee, die es für den normalen Computeranwender bereits gibt, auf das Thema Mobile übertragen. Und das Thema lautet: "Software in der Cloud". Alle Leute sind heute noch ziemlich verrückt nach den neuesten Apps fürs iPhone und Konsorten, diese werden dann auf das Gerät heruntergeladen und man freut sich, dass man sie hat. Für unseren Laptop scheint dies ein Vorgehen aus dem letzten Jahrzehnt zu sein - gibt es doch extrem gute Anwendungen mit allem Pipapo in der Cloud - als Software-as-a-Service-Lösungen. Um diese Diskrepanz aufzulösen und ein Geschäft damit zu machen, schraubt blaast gerade an der, wie sie es nennen "world's first cloud based mobile platform". Warum Cloud besser ist als lokale Software? - unter anderem, weil die Endgeräte mit weit geringerer Technik auskommen, als Geräte, die sich hauptsächlich auf lokale Software verlassen - die Rechenkraft wird von einem zentralen Server erbracht und nicht von dem Handheld. Die gesparte Technik schlägt sich dann in kleineren Preisen und Geräteabmessungen nieder. Weiterhin ist die Software größtenteils plattformunabhängig, weil sie über den Browser ausgegeben wird.
Potential: Eine Plattform, die Cloud-basierte Softwarelösungen für Smartphones anbietet, ist genau das, was jetzt fehlt. Auf diese Weise könnte in gewissen Grenzen sogar die Marktmacht von Apples App-Store gebrochen werden, mit all seinen Schikanen, den er Entwicklern und Anwendern auferlegt. Ein unabhängiger Softwaremarkt könnte entstehen - neue Geschäftsmodelle könnten sich entwickeln und es kommt wieder Bewegung ins Spiel. Drücken wir also Blaast die Daumen, aber die Vorzeichen stehen gut: Vier ehemalige Skype setzen das Projekt um, was bereits mehrere Millionen Dollar Beteiligung erfahren hat und von prominenten Mentoren beraten wird.

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer