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17.06.11

Start-ups international

Heute betrachten wir: storify, cheekd, shopobot

Aus den Archiven der internationalen Gründerszene haben wir heute wieder drei Start-ups heraus gesucht, deren Ansätze und Umsetzungen auch für hiesige Gründer von Interesse sein dürften. Ihre Themen: Social Media-Redaktion, Online-Dating goes offline und ein entspannter Preisvergleich. Viel Spaß!

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Es war einmal ... Social Media

storify.com - Social Media ist ein Thema, was im Augenblick ziemlich überstrapaziert wird. Grund genug für uns, ein wenig mit zu strapazieren und die Spreu vom Weizen zu trennen. Deshalb lernen wir heute storify kennen. storify ist ein Online-Service, der es Social Media-Redakteuren wirklich einfach macht, an gute Storys zu kommen. Und so funktioniert das ganze: Auf einem zweigeteilten Bildschirm verfasst der storify-User seine Geschichte. Rechts befindet sich ein Editor und links das Recherchefenster. Dort kann der Autor Schlagworte eingeben und danach alle relevanten Social Media Kanäle, Newsfeeds und Websiten durchklicken. Stößt er dabei auf interessante Inhalte - etwa ein Youtube-Video oder einen twitter-Post - dann zieht er diese einfach per Drag&Drop an die richtige Stelle des Beitrags. So muss nicht mehr abgetippt oder herumkopiert werden, es müssen keine Bilder mehr verlinkt und keine Tags eingefügt werden.
Potential: storify ist weit mehr als nur ein Social Media Story-Editor, sondern stellt selbst einen Social Media Kanal dar. Auf Storify meldet man nämlich, ähnlich wie bei twitter einen Account an und kann daraufhin nicht nur eigenen Storys verfassen, sondern anderen Autoren folgen, man kann selbst abonniert werden und seinen Artikel auch per Codeschnipsel auf anderen Websites einfügen. storify hat mit seinem Konzept gezeigt, was man mit vorhandenen Inhalten aus dem Web alles anstellen kann - das Resultat sind Artikel, die um attraktive Inhalte erweitert wurden. Hier trifft man Diskussionen, Links, Videos, Zitate, kurz all das an, was beim klassischen Journalismus zu kurz kommt. storifys Ansatz war es, eine Suchmaske für Social Media Content zu schaffen - keine schwere Sache. Als keine Hausaufgabe bitten wir Sie, einmal darüber nachzudenken, welche Konzepte man noch mit Hilfe dieser Suchmaske realisieren könnte.

Flirten - jetzt auch wieder offline!

cheekd.com - Das Geschäft mit der Liebe ist ein stark umkämpftes Geschäftsfeld - vor allem in Deutschland. Jeden Monat scheint ein neuer Marktteilnehmer aus dem Boden zu schießen - oft überzeugen hier nicht unbedingt die Geschäftskonzepte, sondern es geht meist darum, wer genug Geld fürs Marketing aufbringen kann. Ganz anders sieht das bei cheekd aus den Staaten aus. Hier haben sich clevere Köpfe zusammengesetzt und ein Konzept erstellt, das frischen Wind ins Web-Dating bringt. Und so sieht das Ganze aus: Wer sich bei cheekd anmeldet, der füllt wie gehabt sein Profil aus - doch danach wird's spannend. Für 25 Dollar bestellt sich der User 50 Visitenkarten, auf denen neben einem kessen Spruch auch ein Link zum eigenen Profil aufgedruckt ist. Diese Karten kann man nun an attraktive Gegenübers verschenken und darauf hoffen, dass sie das Profil besuchen. Bekommt man nun so eine Karte überreicht, muss man sich kurz bei cheekd anmelden und kann nun den Karteninhaber kontaktieren. Für 10 Dollar mehr hat der User die Möglichkeit, eigene Sprüche auf die Karte drucken zu lassen, für den Anfänger gibt es ein Einsteigerset mit 5 Karten für gut 5 Dollar.
Potential: cheekd ist noch recht neu und hatte demnach noch nicht die Möglichkeit zu beweisen, dass das Konzept tatsächlich funktioniert, doch die Idee, einen kurzen Flirt in einen Kontakt zu "konvertieren" ist sehenswert. Es ist noch nicht einmal nötig, denjenigen anzusprechen - einfach eine Karte zustecken und hoffen, dass es funktioniert. Doch cheekd könnte noch mehr sein, als eine bloße Flirtseite - die ganzen Profile nämlich liegen brach und somit auch das Potential, eine Seite aufzubauen, die von hohen Besucherzahlen profitieren kann. Ob man mit dem Verkauf der Karten einen nachhaltigen Erfolg erzielen kann, ist auch fraglich. Schwierigkeiten wie das Ausbleiben von Usern nach erfolgreicher Vermittlung oder die Tatsache, dass man sich die Karten um einiges günstiger einfach selbst drucken lassen kann, setzen hier kleinere Hürden in den Weg. Dennoch sollte sich jeder Gründer fragen, ob es für sein Geschäftsmodell eventuell sinnvoll wäre, Online-Angebote und Offlineangebote so zu verknüpfen, wie es cheekd getan hat.

Preisvergleich mit Zeitkomponente

shopobot.com - Mit der Übersichtlichkeit beim Online-Shopping ist es mittlerweile ein ziemliches Malheur. Tausende von nationalen, europäischen und internationalen E-Commerce-Angeboten konkurrieren miteinander. Preisvergleichs-Angebote können punktuell helfen, doch Tatsache ist, dass Preise, vor allem für Elektro- und Trendartikel, ständigen Fluktuationen unterworfen sind. shopobot, ein Start-up aus den Staaten hat diesen Mangel erkannt und einen Dienst entwickelt, der den Käufer bei seinen Interessen abholt und ihm einen einfachen Überblick über die Preisentwicklung relevanter Angebote verschafft. Der User loggt sich mit seinem Facebook-Account ein und gibt shopobot Zugriff auf seine Facebook-Daten und die seiner Freunde. Danach gibt man seine Konsum-Interessen an und bekommt von shopobot Kurven mit Preisentwicklungen präsentiert, die einem wie bei einer Börsengrafik, einen Hinweis darauf geben, wann man das Produkt kaufen sollte. Sollte ein besonders günstiges Angebot im Netz herumschwirren, wird man per E-MAil benachrichtigt.
Potential: Damit shopobot richtig einschlagen kann, benötigt es sehr viel Kapital. Eine Alternative zu massivem Marketing wäre eine Kooperation mit einem großen Marktplatz wie Amazon, auf dem die Kunden von solchen Lösungen durchaus profitieren könnten. Die große Stärke von shopobot jedenfalls, ist die Einfachheit der Bedienung und die Transparenz der Angebote. Die Usability und die Oberfläche sind sehr benutzerfreundlich gestaltet, komplizierte Optionen gibt es nicht.

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