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05.01.11

Online geht offline

Fachmarie - Wie das Dawanda-Geschäftsmodell schon seit 3 Jahren offline funktioniert

Online-Marktplätze mausern sich zu unschätzbaren Kanälen, um Anbieter aus gleichen Branchen zusammen zu bringen. Doch das Konzept gibt es offline schon seit Ewigkeiten. Wie aber der Online-Marktplatz dawanda sein Offline-Pendant in einem kleinen Nürnberger Lädchen findet und wie das funktioniert, das erfahren Sie hier.

FachmarieFachmarie

Mitten im alternativen Nürnberger Szene-Stadtteil Gostenhof, direkt an der belebten Fürther Straße, am Ausgang der U-Bahn befindet sich ein schmuckes kleines Lädchen, an dessen Schaufenster sich immer wieder interessierte Passanten die Nasen platt drücken. "Fachmarie" nennen die beiden Eigentümerinnen Irene Senger und Edith Einzinger ihr Geschäft und wenn man weiß, wie das Geschäftsmodell funktioniert, dann erschließt sich auch schnell der eigentümliche Name.

Und so funktioniert's ...

Denn hier werden nicht nur Waren verkauft, sondern vor allem Fächer und Regale. Diese werden gegen einen festen Mietpreis und eine Umsatzbeteiligung an interessierte Kleinhersteller vermietet. So finden sich dort selbst gemachte Taschen, Postkarten, MP3-Player, Spiele, Bilder, Taschentücher - einfach tausend Dinge, die man so in keinem anderen Laden kaufen kann. Wer an einem Regalplatz in der "Fachmarie" interessiert ist, der muss zuvor allerdings den beiden Damen einige Fotos seines Produkts zuschicken. Die erfahrerenen Verkäuferinnen erkennen dann schnell, welche Produkte zum Stil ihres Lädchens passen und ob diese sich auch gut verkaufen lassen. Und noch eine Bedingung gibt es: Mindestens für drei Monate muss der jeweilige Platz gemietet werden.

Vielen aufmerksamen Lesern der einschlägigen Start-up- und E-Commerce-Medien kommt dieses Geschäftskonzept sicherlich ziemlich bekannt vor - bereits 2006 wurde der Online-Marktplatz "DaWanda" gegründet, der ebenfalls selbstgebastelte Waren gegen Provision anbietet. Dass Online-Geschäftsmodelle auch offline funktionieren und auch umgekehrt, ist eine Erkenntnis, die so manches interessante Geschäftsmodell hervorgebracht hat. Man denke etwa ebay, die eine Auktionshallle ins Internet übertrugen oder Facebook, die eine digitale Abizeitung ins Netz stellten. Anders herum das OpenSource-Restaurant von Instructables, das man per PDF herunterladen kann oder das Unternehmen Trexa, das ein Chassis für den Fahrzeugbau entwickelt, das wie eine Software-Plattform, Möglichkeiten zur Weiterentwicklung durch Apps bietet.

Wir hoffen, dass Sie dieser kleine Artikel zu neuen Ideen inspiriert -wenn Sie weitere Beispiele von Geschäftsmodellen kennen, die auch offline funktionieren - teilen Sie doch Ihre Erkenntnis mit den anderen Lesern auf unserer Facebook-Seite.

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