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02.06.10

Eine Analyse von Frauhofer Venture

Deutsche Venture Capital-Investitionen sind rückläufig

Während sich private Kapitalgeber in Deutschland immer zurückhaltender Verhalten, reichen die Finanzspritzen aus öffentlicher Hand – etwa des High-Tech-Gründerfonds – für Gründer häufig nicht aus, um die kritische Startphase erfolgreich zu überstehen. Thomas Doppelberger, Leiter von Fraunhofer Venture, hat den Rückgang der Venture Capital-Investitionen in Deutschland skizziert und Lösungsansätze vorgeschlagen.

Laut Doppelberger ist die Finanzierungslandschaft für junge Unternehmen international schwieriger geworden, in Deutschland sei der Einbruch aber besonders dramatisch. Die hiesigen Venture Capital-Investitionen seien im Jahr 2009 um 70 Prozent zurückgegangen. Am schlimmsten betroffen seien Unternehmen aus dem High-Tech und Cleantech-Bereich, die sich in der Frühphase befinden und Kapital benötigen.

Finanzkrise sorgt für Investitions-Rückgang

Die Begründung für die knappen Mittel der VC-Geber sieht Doppelberger vor allem in der Finanz- und Wirtschaftskrise. Hinzu kommt, dass deutsche aber auch internationale Geldgeber eine Investition in deutsche Start-ups scheuen. Geldgeber würden sich im Zweifelsfall gegen ein Frühphasen-Projekt hierzulande entscheiden und lieber global in zukunftsträchtige Unternehmenskonzepte investieren.

Zu wenig gründungswillige Akademiker

Die Gründerlandschaft in Deutschland leidet nach Doppelberger unter einem Mangel an gründungswilligen Akademikern. Zu viele Patente würden im Archiv verstauben oder im Ausland verwertet werden. Der Ausgründungsgedanke müsse deswegen bereits in der Forschungsphase implementiert werden.

Zugang zu öffentlichen Geldern muss vereinfacht werden

Aufgrund der herrschenden VC-Knappheit steigt für Doppelberger die Bedeutung der öffentlichen Geldgeber, wie etwa des High-Tech Gründerfonds. Problematisch sei dabei aber, dass die öffentlichen Finanzspritzen begrenzt und gleichzeitig die Anforderungen sehr hoch sind. Deswegen müsse für Doppelberger der Zugang zu den öffentlichen Geldern vereinfacht werden, etwa durch die Schaffung von Experten-Gremien, die rasch und unbürokratisch staatliche Mittel zur Verfügung stellen. So lasse sich ein Mentalitätswandel herbeiführen, der mehr junge Akademiker den Schritt in die Selbstständigkeit wagen lässt. Das vollständige Interview lesen Sie hier.

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