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04.07.17

Tipps vom Experten

Unternehmensname - Kosten

Die Suche nach dem richtigen Firmennamen erfordert Geduld und Zeit. Zahlreiche Faktoren wie Imagewirkung, Mehrsprachigkeit, Kosten und Markenschutz müssen beachtet werden. Und: Schon bei der Benennung einer Marke spielt die Verfügbarkeit eines einprägsamen Domainnamens eine entscheidende Rolle.

Unternehmensname - KostenFotolia©vector

Beschreibend oder kreativ?

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten sein Unternehmen zu benennen: Zum einen kann man einen beschreibenden Namen wählen, wie zum Beispiel buecher.de. Ein Vorteil dieser auch generisch genannten Namen ist die gute Assoziierbarkeit mit dem Produkt. Auch im Suchmaschinenranking bei Google werden solche Domainnamen höher gelistet als Kunstbegriffe.

Nachteile treten dann auf, wenn das Unternehmen expandieren oder sein Sortiment erweitern will. Als das Sortiment des Versandhändlers buecher.de um Produkte wie Software und Fotos erweitert wurde, benannte sich das Unternehmen in mediantis AG um. Solche Namensänderungen sind nicht nur teuer, sie kosten außerdem viel Zeit.

förderland rät: Es ist unverzichtbar, bei der Namensgebung langfristig zu denken. Deshalb ist von solchen Unternehmensnamen eher abzuraten.

Der renommierte Namensexperte Manfred Gotta, der sich schon Markenbezeichnungen wie Smart oder Evonik ausgedacht hat, sagt worauf es bei der Namensgebung ankommt: "Der passendste Firmenname ist immer der, der das Unternehmenskonzept repräsentiert und dieses nicht nur beschreibt. So bleibt Raum für die Veränderungen, die in Zukunft vielleicht notwendig sind."

Bei künstlichen Namensschöpfungen sollte aber zumindest eine Assoziation mit dem Produkt möglich sein. Für Gotta gehören Marken wie AUDI, Daimler, Leica oder Apple zu den besten Beispielen für eine gelungene Namensentwicklung. Zu den schlechten Beispielen zählt er dagegen die Namen der Finanzholding Arcandor oder der Jobbörse Qimonda. Seiner Meinung nach ließen diese keinerlei Assoziationen mit den Produkten der Unternehmen zu.

Mut zu Kreativität und Originalität sind das A und O des "Namefinding". Manfred Gotta rät jungen Unternehmern, sich bei der Namenssuche auf Fantasiebegriffe zu konzentrieren. Diese sind, so der Experte, besser zu schützen, auffallender und außerdem international einsetzbar.

Selber suchen oder den Experten fragen?

Ob man einen Experten mit der Namenssuche beauftragen sollte oder diese Aufgabe selbst angeht, ist in erster Linie eine Frage des Geldes. Die Kosten für eine Beratung und eine Bewertung der eigenen Ideen durch einen Profi steigen schnell in den fünfstelligen Bereich. Für eine komplette Namensentwicklung fallen Summen zwischen 50.000 und 150.000 Euro an.

Vorteil so einer professionellen Unterstützung ist auch der Schutz vor rechtlichen Konsequenzen. Der Experte prüft, ob der Name bestehende Markenrechte verletzt.  In einem solchen Fall drohen nicht nur teure Abmahnungen, sondern es müssen auch alle Unterlagen wie Geschäftsschilder, Broschüren und Visitenkarten erneuert werden.

Wer die hohen Kosten scheut, kann sich natürlich auch selbst auf die Suche begeben. Dabei sollten Sie folgende Tipps beachten:

1. Folgen Sie nicht mit jedem Trend.

Das fehlende "e" war bei Flickr noch innovativ und neu, wirkt aber bei allen Nachfolgern nur noch wie eine billige Kopie. Auch das "VZ" in StudiVZ kann man allenfalls noch den Schwesterportalen meinVZ und SchuelerVZ "verzeihen". Vermeiden Sie solche Kopien und überraschen besser Sie mit eigenen Ideen!

2. Je einfacher, desto besser.

Spricht man "qype" nun kwipe, kweip oder gar kwüpe aus? Das Bewertungsportal musste eigens einen Video-Spot produzieren, der diese Frage beantworten soll. Vermeiden Sie solche Fehler und geben Sie Ihrem Unternehmen einen Namen, der kurz, leicht zu buchstabieren und leicht auszusprechen ist. Falls das Unternehmen international ausgerichtet ist, sollten Sie auch dies berücksichtigen.

3. Nutzen Sie Assoziationen.

Wählen Sie einen Unternehmensnamen, den man mit Ihrem Produkt in Verbindung bringt. Ableitungen aus Fremdwörtern, dem Lateinischen oder Griechischen sind hier sehr beliebt. Ein Beispiel für einen gelungenen, abgeleiteten Namen ist google. Das Vorbild hierfür war googol, eine Zahl mit hundert Nullen. Sie soll das Wissen der Masse symbolisieren. Finden Sie Kunstbegriffe oder abgeleitete Namen, die man mit Ihrem Produkt in Verbindung bringt.

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