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10.10.11

Startup Week Wien

"Come on, we’re all rockstars!"

Vom 3. bis zum 7. Oktober traf sich auf der Startup Week in Wien die Speerspitze der europäischen Start-up-Szene. Vorträge, Workshops und Networking standen auf dem Programm – und natürlich die Startup Week Challenge, bei der sich hunderte Gründer aus ganz Europa beworben hatten. Wir stellen die 10 besten Teams vor.

Oliver Holle (CEO SpeedInvest), Frank Westermann und Frederik Debong (MySugr), Mike Butcher (TechCrunch). Foto: Luis KentzlerOliver Holle (CEO SpeedInvest), Frank Westermann und Frederik Debong (MySugr), Mike Butcher (TechCrunch). Foto: Luis Kentzler

103 internationale Redner standen bei der Startup Week in Wien auf der Bühne, 1300 Gäste aus 46 Nationen waren gekommen und hunderte junge Unternehmen aus dem Internet- und Mobile-Umfeld hatten ihre Ideen bei der Startup Week Challenge eingereicht. Die 10 besten Kandidaten durften am TechCrunch Day ihr Projekt auf der Hauptbühne vor der Jury und über 500 Zuschauern präsentieren:

Double Recall aus Ljubljana, Slovenien machen sich daran, die Werbung im Web zu revolutionieren. Wie? Nun, in Zukunft sollen Internet-Leser – bevor sie Zugang zum "Content" ihrer Lieblings-Website erhalten – bitte bestätigen, dass sie die Werbung gelesen haben. Einfach zwei in der Werbung hervorgehobene Keywords eingeben – und rein ins Vergnügen. Ach ja, und weiterempfehlen nicht vergessen! Das Web ist schließlich "social"! Advertisern und Publishern verspricht Double Recall mehr Value for Money und den Lesern einen gewissen Spaßfaktor und weniger Werbung rundum den Content! Aber was ist eigentlich mit Analphabeten?

Die Hamburger von Loftville sind sowas wie die ElitePartners der Immobilienmarktplätze: Die "besten Mieter" sollen in die begehrtesten Wohnungen und Häuser gesteckt werden. Anbietern hilft man, die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen zu sortieren; "Solventen Städtern auf der Suche nach dem besonderen Etwas" wird Zugang zu den interessantesten Objekten am Markt und solchen, die sonst nur unter der Hand vergeben werden, geboten. Ich suche, also bin ich!

Mykoob aus der Lettischen Hauptstadt Riga sind der Graus jedes 14-Jährigen, der es gewohnt ist auf der letzten Bank noch schnell Mathe abzuschreiben. Mit dem School Management System Mykoob (Statistiken, Reports und Trends rund um schulische Leistungen) bekommt das dann nämlich nicht nur der Lehrer, sondern vielleicht auch die Eltern mit. Und mit Sicherheit wird es mittelfristig zu einem unschönen Knick in der graphischen Darstellung der Leistungskurve führen. Der Schüler wird gläsern, die Schuladministration einfacher, die Kontrollmöglichkeiten vielfältiger. Aber: Druck? Mobbing? Depression? Die Zeit wird’s zeigen!

Salespod kommen aus Zagreb, Kroatien, und haben ein Schweizer Taschenmesser für Vertriebler, Service Mitarbeiter  und Merchandiser entwickelt. Mit Salespod auf dem iPad oder dem Smartphone funktioniert die Kommunikation smart, real time und sowieso besser. Enterprise 2.0 Style Collaboration! Lavazza und L'Oréal Paris (die stehen unter anderem auf der Referenzliste) scheinen sich rund um diese Buzzwords einen Nutzen zu versprechen.

Heimspiel für mySugr aus Wien. Das sechsköpfige Team hat sich auf die Fahne geschrieben, Diabetikern bei ihren täglichen Kämpfen mit einer "Mobile Health App" unter die Arme zu greifen. "Games, friends und data" sollen ab 2011 Erkrankten helfen, ihr Verhalten der Krankheit nachhaltig anzupassen und Verbesserungen zu bewirken. Der Markt: 350 Millionen Menschen weltweit.

Piano kommen aus Bratislava, Slowakei, und spucken keine leisen Töne: Sie wollen Publishern die Möglichkeit geben, exklusive Online-Inhalte und Services zu monetarisieren. Der Nutzer soll einmal zahlen und damit Zugang zu allen Premium-Inhalten seiner Lieblingsseiten erhalten – sofern diese denn im Piano-Netzwerk zu finden sind. In der Slowakei ist der Dienst im Mai 2011 an den Start gegangen (mit 9 Publishern); 2012 sollen mehrere andere europäische Länder folgen. Daran, die Nutzer in der "kostenloskultur Internet" zum Bezahlen zu erziehen, daran haben sich schon viele versucht – und sind meist gescheitert! Da hat sich das Team nicht "Für Elise", sondern gleich den Rachmaninov vorgenommen. Ambitioniert!

PocketGuide kommen aus Budapest, Ungarn, haben eine Stadtführer-App entwickelt, die Touristen ihr Reiseziel audiovisuell näherbringt und Tipps zu Cafés, Restaurants oder Clubs in der Nähe anbietet. Und während man mit dem Smartphone bewaffnet eine der angebotenen 22 europäischen Großstädte erkundet, kann man seine Reisefotos, Videos und Kommentare auch gleich archivieren. Am Ende des City-Trips erhält man dann ein personalisiertes 3D-Video, das man identitätsstiftend mit seinen Freunden "sharen" kann. Dabei arbeitet das Team nach eigener Aussage nur mit den besten Guides in den jeweiligen Städten zusammen und legt sehr viel Wert auf professionellen Content – was die Jury jedoch nicht honorierte. "Wer will heutzutage noch professionellen Content?", so die Nachfrage an PocketGuide. Hmmm!

Puntalo kommen aus Berlin und sind der Traum besorgter Mütter. Denn die können die mit Puntalo die Handys ihrer Kinder orten und sich via SMS oder E-Mail informieren lassen, sobald die einen vorher abgesteckten Bereich verlassen (Geofencing). Natürlich lassen sich mit diesem Dienst auch gestohlene Mobiltelefone aufspüren oder die Liebste beschatten. Die Registrierung ist kostenfrei, Premiumfunktionen kosten.

Das Quote Roller-Team kommt aus San Francisco (Marketing und Business Development) sowie Minsk (Entwicklung) und verlagert den Prozess der Angebotserstellung in die Cloud. Es lassen sich Produktkataloge anlegen, Templates auswählen, Angebote verschicken und tracken. Das soll Zeit, Geld und Papier sparen!

Das Warschauer Team von SaveUp hat eine Mobile Shopping App entwickelt, die die ganze Welt zum Schaufenster macht. Einfach ein Foto des begehrten Produktes schießen oder den Barcode scannen und bestellen. Digitale Versionen von CDs oder Büchern kann man sich auch gleich downloaden. Bis dato konzentriert sich das Team auf Bücher, Musik, Filme und Video-Spiele, langfristig möchte man aber auch andere Produkte in die Datenbank aufnehmen. Impulskäufer aufgepasst!

MySugr rockt

Moderiert wurde das Ganze von Mike Butcher von TechCrunch Europe, der bei einer allzu zurückhaltenden Präsentation schon mal lautstark zu mehr Selbstbewusstsein ermahnte: "Come on, we’re all rockstars!".

Am meisten gerockt hat aus Sicht der Jury das Wiener Start-up MySugr. Das Team darf sich auf einen – vom Business Angels Fonds SpeedInvest gesponserten und betreuten – dreiwöchigen Aufenthalt im Silicon Valley freuen. Der Preis wurde von SpeedInvest-CEO Oliver Holle überreicht. Darüber hinaus sicherte sich MySugr den von SevenOne Media gesponserten und mit 30.000 Euro dotierten Media Award für das beste österreichische Star-tup der StartupWeek, den Michael Stix von SevenOne Media überreichte.

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