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10.05.05

BVK: Ruhiges erstes Quartal im Private Equity-Markt

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Zurückhaltung bei Beteiligungsgesellschaften

Rekordergebnisse des Vorquartals nicht erreicht

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Berlin, 10. Mai 2005 – Die Investitionen im deutschen Private Equity-Markt erreichten im ersten Quartal 2005 ein Volumen von 418,7 Mio. €. Dies geht aus der heute vom Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften – German Private Equity and Venture Capital Association e.V. (BVK) veröffentlichten Quartalsstatistik hervor. Damit blieben die Private Equity-Investitionen im abgelaufenen Quartal unter den Vergleichswerten des Vorjahres. „Das Investitionsvolumen im abgelaufenen Quartal erreichte zwar seinen niedrigsten Wert seit dem dritten Quartal 2003. Jedoch ist das erste Jahresquartal traditionell immer ein investitionsschwacher Zeitraum“, erklärt der amtierende BVK-Vorsitzende Thomas Pütter. Im Vorquartal erreichten die Private Equity-Investitionen mit rund 1,4 Mrd. € ein vorläufiges Rekordhoch. „Viele Gesellschaften, vor allem im Buy-out-Bereich, hatten noch vor dem Jahreswechsel ihre Transaktionen abgeschlossen, was sich auf die Aktivitäten am Jahresanfang auswirkte“, ergänzt Dr. Holger Frommann, BVK-Geschäftsführer.

Von den Gesamtinvestitionen in Höhe von 418,7 Mio. € flossen 407,2 Mio. € direkt in Unternehmen und 11,5 Mio. € in andere Venture Capital-/Private Equity-Fonds. Das Portfolio (investiertes Kapital) der Beteiligungsgesellschaften zum Ende des ersten Quartals erreichte 20,1 Mrd. €, investiert in 5.549 Unternehmen. Dem Volumen nach verzeichneten alle Investitionssegmente (Early stage-/Later stage-Venture Capital, Buy-outs) Rückgänge gegenüber den Quartalsergebnissen des Jahres 2004. Dominierendes Marktsegment waren wieder Buy-outs (52,3 Prozent), die anteilsmäßig jedoch deutlich unter den 77,5 % des Vorquartals blieben. „Vor allem kleine und mittelgroße Buy-outs prägten den Markt. Es gab nur eine große Buy-out-Transaktion“, so Frommann. Entsprechend sanken die Buy-out-Investitionen auf 212,8 Mio. € (Vorquartal: 1.118 Mio. €). „Auch 2004 sahen wir im ersten Quartal relativ geringe Buy-out-Investitionen. Für den weiteren Jahresverlauf erwarten wir jedoch wieder eine größere Zahl großer Buy-outs“, ergänzt Pütter. „Investitionsschwerpunkt wird der Bereich der etablierten Unternehmen bleiben.“ Venture Capital-Investitionen (Seed, Start up, Expansion, sonstiges Later stage) konnten zwar ihren Anteil an den Private Equity-Investitionen auf 47,7 % steigern, das Investitionsvolumen blieb mit 194,4 Mio. € aber rund ein Viertel unter dem Ergebnis des Vorjahreszeitraums und 40 % unter dem Vorquartalswert. Sowohl Early stage- als auch Later stage-Venture Capital mussten Rückgänge hinnehmen. Auch hier machten sich die Auswirkungen des innerjährlichen Investitionszyklus mit traditionell geringen Investitionen am Jahresanfang bemerkbar. „Zum einen blieb die Zahl der finanzierten Unternehmen hinter dem Vorjahr zurück und zum anderen gab es kaum große Expansionsfinanzierungen, wie noch 2004“, erläutert Frommann.

Branchen und Regionen: Von Einzeltransaktionen beeinflusst

Die Verteilung der Investitionen nach Branchen und Regionen im abgelaufenen Quartal war stark beeinflusst vom einzigen großen Buy-out im Erfassungszeitraum. Klarer Branchenschwerpunkt war deshalb der Bereich Konsumgüter mit 37,8 % des Investitionsvolumens. Mit großem Abstand folgen Industrieautomation/-produkte (9,9 %), Medizin (9,0 %) und Energie (8,6 %). Die meisten Unternehmen wurden in den Branchen Computer (37 Unternehmen) und Medizin (24 Unternehmen) finanziert.

344,5 Mio. € oder 84,6 % des Investitionsvolumens wurden im ersten Quartal in Deutschland investiert. Innerhalb Deutschlands liegt Baden-Württemberg mit 46,7 % des Investitionsvolumens deutlich an der Spitze vor Bayern mit 14,9 %, Rheinland-Pfalz mit 9,0 % und Thüringen mit 8,8 %. Die Mehrzahl der finanzierten Unternehmen kommt jedoch aus Bayern (38 Unternehmen) und Baden-Württemberg (29 Unternehmen), den traditionellen Private Equity-Hochburgen in Deutschland.

Gestiegenes Exitvolumen bei sinkenden Totalverlusten

Das Exitvolumen erreichte dank einiger großer Verkäufe den höchsten Wert seit dem vierten Quartal 2002. Zudem pendelt sich die Struktur der Abgänge weiter auf den langfristigen Durchschnitt ein und setzt damit die Entwicklung des Jahres 2004 fort. Ähnlich wie bereits im Jahr 2004 entfiel mit 40,3 % der Löwenanteil auf Verkäufe an andere Beteiligungsgesellschaften (Secondary purchases). Ebenfalls zweistellige Anteile entfielen auf IPOs (17,7 Prozent) und Trade sales (13,7 %). Totalverluste folgen mit 11,6 % bei einem gegenüber dem dritten und vierten Quartals 2004 deutlich gesunkenen Volumen von 66,0 Mio. €. Pütter dazu: „Wir erkennen eine weitere Annäherung der Totalverluste im Allgemeinen und der gesamten Exits im Besonderen an das langfristige Normalniveau. Darüber hinaus hoffen wir auf eine Fortsetzung der Belebung an den Börsen und im M&A-Markt“.

Fundraising bleibt auf niedrigem Niveau

Das Fundraising erreichte im ersten Quartal 2005 ein Volumen von 234,9 Mio. € und liegt damit unter dem Niveau des Vorquartals (409,3 Mio. €), aber über dem des ersten Quartals 2004 (145,2 Mio. €). Drei Gesellschaften waren beim unabhängigen Fundraising erfolgreich und warben insgesamt 92,5 Mio. € ein. Frommann erklärt dazu: „Viele Fonds haben im letzten Jahr mit dem Fundraising begonnen und werden ihre Fonds wohl im laufenden Jahr schließen. Eine Prognose ist jedoch schwierig, da die Investoren nach wie vor große Zurückhaltung üben.“

Ausblick 2005

Für den weiteren Verlauf des Jahres erwartet der BVK, ausgehend vom erfolgreichen Vorjahr, eine weitere Stabilisierung der Investitionsaktivitäten. Voraussetzung dafür ist jedoch eine nachhaltige Verbesserung der gesamtwirtschaftlichen Situation. „Sowohl bei den Buy-outs als auch im Venture Capital-Bereich sehen wir gute Chancen, die Ergebnisse des Vorjahres zu erreichen. Die Nachfrage nach Beteiligungskapital in allen Segmenten ist ungebrochen“, prognostiziert Pütter. Einen entscheidenden Einfluss auf die Marktstimmung speziell bei den Venture Capital-Gesellschaften werden die Ergebnisse der aktuellen Fundraising-Bemühungen der Fonds haben. „Die große Herausforderung liegt weiterhin bei der Beschaffung neuer Mittel. Einige erfolgreich geschlossene Fonds könnten dem Markt einen kräftigen Impuls geben“, ist sich Frommann sicher.

Die Statistiken zum ersten Quartal 2005 sowie Erläuterungen und Grafiken sind im Internet abrufbar unter www.bvk-ev.de.

Anmerkungen:

Terminologie

Die Teilstatistik Venture Capital basiert auf der bereits im Februar vom BVK veröffentlichten Private Equity-Gesamtmarktstatistik und gibt einen Einblick in den deutschen Beteiligungsmarkt unter Vernachlässigung von Buy-out-Transaktionen. Die Statistik erfasst alle Investitionen und Exits in Early stage- (Seed-, Start up-Investitionen) und Later stage-Venture Capital (Expansion-, Turnaround-, Replacement- und Bridge-Investitionen).

Über den BVK

Der 1989 in Berlin gegründete Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften – German Private Equity and Venture Capital Association e.V. (BVK) ist die umfassende Organisation der deutschen und der in Deutschland tätigen Repräsentanten ausländischer Kapitalbeteiligungsgesellschaften. Er hat die zentrale Aufgabe, die Interessen seiner Mitglieder zu vertreten und das öffentliche Bewusstsein zu Funktion und Bedeutung von Beteiligungsgesellschaften als verlässliche Partner für Unternehmen, Initiatoren wirtschaftlichen Wachstums und Stabilitätsfaktor für die Wirtschaft Deutschlands zu fördern.

Pressekontakt:

Bundesverband Deutscher

Kapitalbeteiligungsgesellschaften e.V. (BVK)

Thomas Pütter, amtierender Vorstandsvorsitzender

Dr. Holger Frommann, Geschäftsführer

Reinhardtstraße 27c

10117 Berlin

Tel.: 0 30 / 30 69 82-0

Fax: 0 30 / 30 69 82-20

E-Mail: bvk(at)bvk-ev.de

http://www.bvk-ev.de

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