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15.12.14

Familienunternehmen und ihr Erfolgsgeheimnis

Bestätigt: Familienunternehmen sind die erfolgreicheren Betriebe

Wer familiengeführte Unternehmen für ein aus der Mode geratenes Wirtschaftsrelikt der Vergangenheit und damit für ein Auslaufmodell hält, unterschätzt, was in diesem Firmen steckt. Weltweit betrachtet sind Familienunternehmen so erfolgreich wie lange nicht mehr. Dafür gibt es mehrere Gründe: zum einen die Besonderheiten einiger Länder, zum anderen einige Vorteile, die jeder Familienbetrieb gegenüber nicht-inhabergeführten Unternehmen hat.

Familienunternehmen und ihr Erfolgsgeheimnis

Experten sahen für familiengeführte Unternehmen lange alles andere als glorreiche Zeiten voraus. Das hat sich laut dem britischen Wirtschaftsmagazin „Economist“ inzwischen geändert. Denn während Managementexperten noch vor einem halben Jahrhundert damit gerechnet hatten, dass das Vererbungsprinzip verblassen wurde, haben Familienfirmen sukzessive ihren Platz unter den globalen Unternehmen ausgebaut.

Das bestätigt auch die Liste „Global 500“ des Fortune-Magazins. In der Liste, in der die 500 umsatzstärksten Unternehmen der Welt aufgeführt werden, ist fast jede fünfte Firma ein Familienbetrieb. Damit ist der Anteil in den vergangen neun Jahren um 15 Prozent gewachsen.

Familienbetriebe in Schwellenländern besonders stark

Dass familiengeführten Betriebe immer mehr an Bedeutung gewinnen, liegt laut „Economist“ vor allem an den großen Schwellenländern, in denen „Familienunternehmen die Norm unter den großen Firmen sind“, so die Wirtschaftszeitung. Der bedeutendste Zuwachs ist demnach in Brasilien, China, Russland, Südkorea und Taiwan festzustellen. In Südostenasien sind 85 Prozent der Unternehmen mit einem Jahreseinkommen von über einer Milliarde Dollar in Familienhand. Und auch in anderen aufstrebenden Regionen werden viele Firmen dieser Größenordnung von Familien geführt: In Lateinamerika sind es 75 Prozent, in Indien 67 Prozent und im Mittleren Osten 65 Prozent.

Ein Trend, der sich laut Unternehmensberatung McKinsey fortsetzt. Diese prognostiziert, dass Familienbetriebe aus den Entwicklungsländern bis 2025 etwa 37 Prozent aller Firmen mit über einer Milliarde Dollar Jahreseinkommen sein werden. Zum Vergleich: 2010 waren es nur 16 Prozent.

Da in China und Subsahara-Afrika nur 40 beziehungsweise 35 Prozent der Betriebe familiengeführt sind – und viele der großen Unternehmen in staatlicher Hand sind – werden sich diese beiden Länder gegen den Trend entwickeln.

Familienunternehmen setzen nicht mehr auf Aktionäre

Der weltweite Erfolg der Familienunternehmen wird nicht nur durch die Schwellenländer vorangetrieben. Auch Industrienationen wie die USA werden profitieren. Der Grund ist laut „Economist“: Die Tendenz von Gründern und deren Erben, die Kontrolle ihrer Firmen anonymen Aktionären zu überlassen, habe eine Grenze erreicht.

Etwa 15 Prozent der US-Unternehmen, die es in die „Global 500“-Liste geschafft haben, werden von Familien geführt – viele Betriebe sind zudem an der Börse notiert. Dazu gehört auch das größte Familienunternehmen der Welt, Walmart. In Europa sind 40 Prozent der börsennotierten Unternehmen weiterhin in Familienhand.

Familienunternehmen in Deutschland

Auch in Deutschland gehören familiengeführte Unternehmen längst zu den Stützen des Arbeitsmarkts: 57 Prozent der Arbeitsplätze stellen Deutschlands Familienbetriebe zur Verfügung. Und 41,5 Prozent des Umsatzes aller Unternehmen kommt aus Familienunternehmen. Die Firma Schwarz Cranz im niedersächsischen Neu Wulmstorf ist eine dieser traditionsreichen Unternehmen. Die Landschlachterei Schwarz wurde 1852 von Johann Wilhelm Tobias Schwarz in Cranz an der Elbe gegründet. Im Jahr 1999 Übernahme des Betriebs durch Kirsten Schwarz, damit führt sie den Betrieb bereits in sechster Generation.

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