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14.12.11

Vorstellung

Autonetzer.de und die vielen Haken des Carsharing

Nicht einfach war's für das Team von Autonetzer.de: Neben der Entwicklung der Plattform und der Ausarbeitung des Konzepts mussten vor allem rechtliche Probleme gelöst werden. Doch schließlich haben die einen Weg gefunden, die beim Kunden nun überzeugen soll.

Das Gründerteam von autonetzer.de.Das Gründerteam von autonetzer.de.

Am Anfang waren Sie nur zu zweit: Markus Gössler rolandbergerte vor sich hin und Sebastian Ballweg schaffte bei Daimler – ganz so wie es sich für einen Schwaben gehört. Doch gegen die Perspektiven, die ein eigenes Start-up zu bieten hat, sahen die beiden Branchenriesen recht alt aus. Die Idee für Autonetzer kam dabei von Sebastian, der ähnlich wie sein Gründerpartner schon länger eine Leidenschaft für Start-ups hatte. Und auch Markus ließ sich von der Idee, Carsharing für Privatleute zu ermöglichen sofort anstecken. Doch die Idee ist eine Sache und die Umsetzung eine zweite. So konzipierten die beiden neben Ihren regulären Jobs an dem Carsharing-Format und taten das, was wir anderen Gründern auch immer wieder raten: Sie gingen in einen Coworking Space.

Schnell stellte sich heraus, das das Team noch Zuwachs brauchte – allem voran zwei Entwickler, die mit der Umsetzung der Plattform betraut wurden. Ein Social Media-/Marketing-Experte und ein Webdesigner komplettierten nach und nach die Mannschaft. Und das war auch nötig. Denn der erste Versuch, quasi der Prototyp der Carsharing-Plattform, der im Februar 2011 online ging, entsprach weder von der Bedienbarkeit, noch von der Konditionen für die Kunden den Erwartungen der Gründer. Auf den Erfahrungen dieser Testplattform aufbauend, widmete man sich dem schwierigsten Thema: der Versicherung für die Autobesitzer.

Das Crux mit der Versicherung

Nach einem "Rundumschlag" bei allen großen und auch vielen kleinen Versicherungsanbietern war das Ergebnis ernüchternd: Nirgendwo war Interesse seitens der Anbieter vorhanden – von Verleihgeschäften lässt man in der Branche lieber die Finger: Zuviel Aufwand – zu wenig Gewinn. Und außerdem würde man seinen Kernprodukten eventuell sogar noch Konkurrenz machen. Für die Testplattform fand man schließlich die Badische als Partner – doch die Konditionen waren für die Verleiher der Fahrzeuge nicht annehmbar und viel zu komplex in der Umsetzung, denn um bei Autonetzer mitmachen zu können, musste man von seiner Stammversicherung zur Badischen wechseln. Wie sich im Nachhinein jedoch herausstellte, haben die Autonetzer ganz unfreiwillig der Konkurrenz mit ihren Anfragen den Weg bereitet, denn dadurch erst kam man bei den Versicherern zum Nachdenken und witterte Chancen.

Was lange währt ...

Schließlich jedoch hatten die Gründer Glück: Bei der R+V-Versicherung stieß man auf offene Ohren und nun konnten die Gründer nicht nur eine komplette Voll- und Teilkasko-Abdeckung anbieten, sondern – und das ist die neueste Nachricht – auch noch einen Schutzbrief, der dafür sorgt, dass der Ausleiher trotz Unfall und Panne an sein Ziel kommt. Das System funktioniert so, dass derjenige, der sich das Auto ausleiht, eine Zusatzversicherung für das Fahrzeug abschließt – der Verleiher ist gar nicht mehr involviert.

Wie es weiter geht

Gefragt nach den geeignetsten Marketingmaßnahmen standen die Google Ads an erster Stelle – ein Beweis dafür, dass das Thema auch mehr und mehr von Verbraucherseite angenommen wird. Und das belegen auch die Zahlen der Autonetzer: in nur wenigen Wochen sind die Userzahlen von 1000 auf 2000 angestiegen und auch die Anzahl der Autoanbieter hat deutlich von 300 auf 500 Wagen zugenommen.

Für die Gründer ist das wichtigste nun "Gesicht zu zeigen",wie es Markus Gössler nennt, auf Veranstaltungen gehen, Vorträge halten, über Nachhaltigkeit reden, das Thema unter die Menschen zu bringen. Momentan bestreitet das Gründerteam seine Ausgaben noch aus dem Sparstrumpf, doch Gespräche mit Investoren "haben sich zu einer gewissen Reife" entwickelt, so dass man wohl mutmaßen darf, dass bald ein intensiveres Marketing ins Haus steht.

Durch ihre Coworking-Vergangenheit hat das Team zudem einen Anschluss an die lebendige Stuttgarter Gründerszene gefunden und zeigt sich aktiv beim Sponsoring aber auch beim Mitorganisieren des Stuttgarter Start-up Weekends. Wir wünschen viel Glück für die Zukunft!

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