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24.06.08

Kündigungsgrund

Auch geklaute Kleinigkeiten sind ein fristloser Kündigungsgrund

Auch ein relativ geringer Schadensbetrag rechtfertigt die sofortige Entlassung. Die Arbeitsgerichte gehen grundsätzlich davon aus, dass ein Mitarbeiter, der seinen Arbeitgeber bestiehlt, in erheblicher Weise das Vertrauen des Arbeitgebers in seine Redlichkeit zerstört.

Auch geklaute Kleinigkeiten sind ein fristloser Kündigungsgrund

In Fällen wie diesen können Sie fristlos kündigen:

  • Diebstahl von 1 Stück Bienenstich
  • Entwendung von 1 Fladenbrot
  • Mitnahme von 2 Stücken gebratenem Fisch im Wert von umgerechnet 5,11 €
  • Mehrfache Entwendung von Lebensmitteln zum sofortigen Verzehr durch Lagerarbeiter eines Lebensmittelhändlers
  • Entwendung von PKW-Ersatzteilen aus dem Eigentum des Arbeitgebers
  • Spesenbetrug

In allen Fällen haben Gerichte die fristlose Kündigung bestätigt.

Abmahnung ist nicht erforderlich.
Da der Arbeitnehmer bei Straftaten – und Diebstahl ist eine Straftat – in keinem Fall davon ausgehen kann, dass sein Arbeitgeber diese duldet, ist eine Abmahnung vor Ausspruch der Kündigung in der Regel entbehrlich.

Aber: Vergessen Sie den Betriebsrat nicht.
Ihr Kündigungsgrund kann noch so gerechtfertigt sein – haben Sie einen Betriebsrat, muss dieser auch angehört werden. Damit eine wohlverdient ausgesprochene fristlose Kündigung zu guter Letzt nicht noch durch einen Formfehler vereitelt wird, nutzen Sie im Fall des Falles einfach dieses rechtsgeprüfte

Musterschreiben zur Betriebsratsanhörung

An den Betriebsrat …. Datum,

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir beabsichtigen, das Arbeitsverhältnis mit Herrn ……. (Name, Sozialdaten) außerordentlich zu kündigen. Herr … (Name) wurde heute Morgen gegen 10.00 Uhr dabei beobachtet, wie er 7 Briefumschläge entwendete und diese jeweils mit Briefmarken im Wert von 0,55 € versah. Sämtliche Briefe waren Privatkorrespondenz. Die Geschäftsleitung beabsichtigt deshalb, das Arbeitsverhältnis fristlos zu kündigen und Sie als Betriebsrat entsprechend anzuhören.

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