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09.03.09

Arbeitszeugnis

An Ihre Zeugnistexte sind Sie nicht immer gebunden

Wenn Form und Inhalt eines Zeugnisses nicht den tatsächlichen und rechtlichen Anforderungen genügen, kann Ihr Arbeitnehmer die Berichtigung verlangen. Grundsätzlich sind Sie bei dem neuen Zeugnis dann an Ihre bisherigen Aussagen, die nicht beanstandet wurden, gebunden.

An Ihre Zeugnistexte sind Sie nicht immer gebunden Quelle: Altmann, Pixelio

Was aber, wenn Ihnen zwischenzeitlich Umstände bekannt werden, die den Arbeitnehmer in einem anderen Licht erscheinen lassen?

In einem solchen Fall ist es für Sie als Arbeitgeber noch möglich, das Zeugnis zu ändern. Allerdings müssen dann tatsächlich die Leistung oder das Verhalten des Arbeitnehmers anders gewesen sein, als es zunächst von Ihnen im ersten Zeugnis bestätigt wurde – das entschied das BAG, Urteil vom 21.6.2005; Az.: 9 AZR 352/04.

 
 

Die Arbeitnehmerin hatte in diesem Fall das Zeugnis wegen eines Rechtschreibfehlers und der falschen Angabe ihres Geburtsorts mit der Bitte um Korrektur an den Arbeitgeber zurückgegeben. Das zunächst als „stets einwandfrei” bezeichnete Verhalten beurteilte der Arbeitgeber im berichtigten Zeugnis nunmehr nur als „einwandfrei”. Das hat die Arbeitnehmerin nicht hingenommen und gewann mit Ihrer Klage in allen drei Instanzen, da es für diese Änderung keinen Grund gab.

Tipp: Auch wenn Sie sich geärgert haben, weil recht spät erst aufgefallen ist, dass ein Mitarbeiter falsch beurteilt wurde: Wägen Sie ab. Lohnt sich ein weiterer Prozess um eine Zeugnisberichtigung?

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