<< Themensammlung Gründung

21.07.11

Unterwegs mit dem Gründerbus

24 Gründer auf dem Weg zum eigenen Start-up

Die Amerikaner haben es wieder einmal vorgemacht und wir haben es uns sehr gewünscht, dass das Format auch in Deutschland Fahrt aufnimmt: Jetzt ist es soweit - Drei BWL-Absolventen haben einen Bus organisiert, der 24 gründungswillige Passagiere quer durch die Republik zu ihrem eigenen Unternehmen hin schippert. Bitte einsteigen in den Gründerbus!

Es macht sich gut im Gründertagebuch: Am Anfang dieser Geschichte saßen die drei Organisatoren in einem Café in Berlin Mitte, einem Kiez, wo bereits viele Gründergeschichten ausgebrütet wurden und waren sich einig, dass es wohl an der Zeit ist, eine Truppe Gründer in einen Bus zu packen. Vorbild war das Konzept des amerikanischen "Startup Bus", der anfänglich vom Valley nach Austin zum SXSW-Festival fuhr und dessen Konzept nunmehr zu einer Sternfahrt durch ganze weite Amerika ausgebaut wurde. Während der Fahrt ist es Aufgabe, ein eigenes Unternehmen zu gründen - Ideen werden gepitcht, ausgewählt und verfolgt. Zwischenstationen bei kompetenten Coaches und Investoren sorgen für Wissen, Anleitung und Kritik. Am Ende steht ein Investorenpitch auf dem South-By-Southwest-Festival und es wird ordentlich gefeiert.

Etwas anders wollen es die drei "Gründerbus"-Macher angehen lassen. Da die Fahrten zu den einzelnen Stationen aus geografischen Gründen recht kurz geraten, wird das Gros der Arbeit an den Ideen auf festem Grund stattfinden. Zeit genug haben die Teilnehmer allerdings: Ganze zehn Tage, vom 12. bis zum 21. Oktober wird die Fahrt dauern. Auch übernachten die mobilen Gründer nicht im Bus - wie beim amerikanischen Vorbilds, sondern in Hostels. Trotz der relativ knappen Fahrzeiten ist der Bus voll ausgestattet: Arbeitsplätze mit WLAN und Whiteboard bieten den Minimal-Luxus, den ein Start-upper für sein Wirken braucht.

Los geht es übrigens in der bayerischen Landeshauptstadt, weiter geht es über Friedrichshafen, Karlsruhe, Köln, Hamburg - bis zur Endstation nach Berlin. Weitere Zwischenstopps nicht ausgeschlossen. Und an jeder Zwischenstation erwarten die Passagiere diverse Coachings zu allen Themen, die bei der Gründunge eine Rolle spielen: Markenaufbau, Finanzierung, Wettbewerb, Marketing, Teambuilding, Produktarbeit, PR, Geschäftsidee, Recht und Projektmanagement. Vermittelt werden diese Inhalte von ausgesuchten Fachleuten und von denen, die es wohl am besten wissen müssen: von gestandenen Start-ups. Eine komplette Liste der Workshops und Zwischenlandungen wird gerade von der Gründerbus-Mannschaft erarbeitet - Neuigkeiten hierzu flattern über Facebook herein.

Was man bei all dem Spaß schnell vergisst: Auch der Gründerbus selbst ist eine Gründung. Eine Gründung, die schnell an Fahrt aufnimmt: "Die Resonanz war großartig! Viele Unternehmen und Gründerprojekte kommen von sich aus auf uns zu. Alle sind von der Idee begeistert.", erzählt Sebastian Sielmann, Mitgründer des Projekts. "Über 100 Newsletter-Abonnenten haben wir bereits, wir rechnen mit mehreren hundert Anmeldungen!", fügt er stolz hinzu. Auch zahlreiche Sponsoren sind von dem Konzept angesteckt - die ganze Finanzierung konnte so bestritten werden. Doch nicht nur Geld bringen die imit ein, sondern auch Kompetenz. So arbeiten die drei Veranstalter etwa mit einer großen Berliner IT-Recruiting-Agentur zusammen, wenn es um die Auswahl der Teilnehmer geht. A propos "teilnehmen": Ab August kann man sich für den Gründerbus bewerben - 24 Mitfahrer werden ausgewählt - förderland sagt freilich Bescheid, wenn es soweit ist.

Für eine tadellose Dokumentation des Trips soll es übrigens sogar ein Film-Team geben, das den Gründerbus auf seiner Fahrt begleitet. Wir wünschen eine gute Fahrt! Und bleiben natürlich am Ball.

In einem Interview mit Jonas Huckestein können Sie übrigens nachlesen, was er als einziger Deutscher an Bord des ersten Startup Bus alles erlebt hat. Viel Spaß!

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer