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Wie clevere Gründer sparen - Kostensenkung leicht gemacht

Der finanzielle Druck in der Gründungsphase kann erheblich sein. Um ihn zu minimieren, gilt es unnötigen Kosten vorzubeugen und sämtliche Ausgaben kritisch zu hinterfragen. Dieser Beitrag macht auf diverse Sparmaßnahmen aufmerksam.

Bankkonten – Kontoführungsgebühren, Service und mehr

Ein Geschäftskonto ist ein Muss für jeden Existenzgründer, um Geschäftliches von Privatem zu trennen. Da sich die Kosten abhängig vom Kreditinstitut erheblich unterscheiden, sollten mehrere Angebote gegenübergestellt werden. Neben den Kontoführungsgebühren und der Gebühr für Buchungsposten spielen folgende Faktoren eine Rolle:

  • kostenfreie Transaktionen
  • Gebühr für Debit- und Kreditkarten
  • Zahlungsoptionen für Kunden und Geschäftspartner
  • Komfort beim Online-Banking
  • Serviceleistungen
  • Beratungskompetenz
  • Konditionen Kontokorrentkredit
  • Filialnetz
  • Geldautomaten
  • Anbindung Buchhaltungssoftware

Um ein möglichst günstiges Kontomodell zu finden, ist die durchschnittliche Menge an Buchungen zu ermitteln. Oft ist mit der Grundgebühr eine gewisse Anzahl abgedeckt. Abhängig von den Gebühren für die einzelne Buchung lässt sich kalkulieren, welche Lösung im Einzelfall am meisten Sinn macht. Oft lohnt sich ein Konto mit höherer Grundgebühr, weil die Gesamtkosten im Vergleich geringer ausfallen. Gleichzeitig dürfen die Serviceleistungen nicht vernachlässigt werden. Passen Konten nicht zum Bedarf, können sie den Geschäftsalltag erschweren. Betriebe, die ihr Konto größtenteils digital nutzen, sollten sich über kostenlose Firmenkonten informieren, die unter bestimmten Voraussetzungen eine günstige Alternative darstellen. Weiterführende Informationen finden Gründer im Ratgeber zum Geschäftskontovergleich des Finanz- und Wirtschaftsportals ftd.de. Darin werden kostenlose Angebote von Holvi, N26 und Co. thematisiert und wesentliche Fragen rund um Geschäftskonten beantwortet.

Büro – Coworker statt Einzelkämpfer?

Ohne Büro geht es in den wenigsten Fällen. Um die Mietkosten so gering wie möglich zu halten, braucht es flexible Lösungen. In Zeiten digitaler Nomaden stellt sich die Frage, ob ein fester Standort überhaupt nötig ist. Womöglich lässt sich vieles unterwegs erledigen, ohne jeden Monat einen Löwenanteil der Einnahmen an Vermieter teurer Büroflächen zu zahlen. Für Gründer, die zwar sparen aber nicht auf einen festen Arbeitsplatz verzichten möchten, könnten Business Center eine Option sein. Sie bieten unter anderem die Möglichkeit einen Raum innerhalb eines modern eingerichteten Büros in guter Lage zu mieten und sich die Kosten dafür mit anderen zu teilen. Oft sind Rezeption, Meeting-Räume und Ähnliches zur gemeinschaftlichen Nutzung im Preis inbegriffen. Existenzgründer können günstiger mieten und von überzeugenden Vorteilen profitieren:

  • repräsentative Räumlichkeiten
  • Senkung der Mietkosten im Vergleich zum eigenen Büro
  • moderne Ausstattung
  • Vernetzung mit anderen Unternehmen
  • motivierende Arbeitsatmosphäre

Generell ist es ratsam die erforderliche Quadratmeterzahl kritisch zu hinterfragen. Gleiches gilt für den Standort. Muss es wirklich ein Büro in kostspieliger A-Lage sein oder genügt ein günstiges Angebot, weil der Großteil des Kundenkontakts sowieso telefonisch oder via E-Mail abgewickelt wird? Der Bayerische Rundfunk hat das Coworking Space als Geschäftsmodell thematisiert und ein Münchner Kreativzentrum besucht. Die Eindrücke machen deutlich, warum sich auch Coworking zunehmender Beliebtheit erfreut:

 

Die Vor- und Nachteile von Business Center und Coworking Space gegenübergestellt:

 

Business Center

Coworking Space

Pro

-gute Lage
-repräsentativ
-oft Kontakt zu erfahrenen Partnern
-Zusatzleistungen (kostenpflichtig)

-maximale Flexibilität
-hohe Transparenz
-meist simple Online-Buchung
-lockere, offene Atmosphäre
-besonders preiswert

Contra

-kompliziertere Buchung
-Preisverhandlungen sind gängig
-Flexibilität geschmälert
-mangelnde Transparenz
-weniger Austausch durch räumliche Trennung innerhalb des Centers

-konzentriertes Arbeiten kann erschwert sein
-eher wenig bis keine Zusatzleistungen
-Lage spielt keine Hauptrolle

Tipp: IHK und einige Städte stellen Orientierungshilfen bezüglich Gewerbemieten bereit, die das Einschätzen lokaler Angebote erleichtern. Einen rechtlich verbindlichen Gewerbemietspiegel gibt es zwar nicht, dennoch helfen regionale Vergleichsdaten bei der Beurteilung. Informatives zur Frage „Gewerbeflächen mieten oder kaufen“ finden Gründer in diesem Beitrag.

Mobiliar und Technik – gebraucht kaufen und leasen

Höhenverstellbare Schreibtische und ergonomische Bürostühle für dynamisches Sitzen sind hinsichtlich der Gesundheit wünschenswert, dessen Anschaffungskosten sollte aber im Verhältnis zu den Einnahmen stehen. Möbel vom Gebrauchtwarenmarkt sind eine günstige Alternative. Neben eBay Kleinanzeigen lohnt sich der Blick in Onlineshops von Büromöbelanbietern, weil nicht selten gebrauchtes Mobiliar zum Angebot zählt. Viele Händler haben sich auf Gebrauchtes spezialisiert und verkaufen nahezu neuwertige Produkte zu attraktiven Preisen.

Bei Computer und Mobilgeräten ist der Griff zu gebrauchten Varianten nicht immer ideal. Um bei wertvollen Geräten von Garantieansprüchen zu profitieren, kann das Leasing vorteilhaft sein. Statt größere Beträge auf einen Schlag in die technische Ausrüstung investieren zu müssen, verteilt sich der Gesamtbetrag auf mehrere Monate oder gar Jahre. Das wirkt sich positiv auf die Liquidität aus. Trotz Vorzügen müssen Leasingrate und Laufzeit gut durchdacht sein.

Lagerhaltungskosten eindämmen

Das Lagern bindet Kapital. Ob Waren für den Endverbraucher, Büromaterial (z.B. Druckerpapier, Toner) oder Rohstoffe zur Produktion. Deshalb ist der Bedarf sorgfältig abzuwägen. Nicht nur das, was im Lager aufbewahrt wird, bindet Geld, sondern auch das Lager selbst, dessen Verwaltung, Pflege und Versicherung. Unter lexware.de klärt der Softwarehersteller über die Risiken der Lagerhaltung auf und verrät praktische Tipps zur sinnvollen Reduzierung der Lagerbestände.

Günstig werben – zielgruppengenau bei Facebook

Ein raffinierter Mix aus Print- und Online-Werbung ist vielversprechend. Gründer mit knappem Budget finden insbesondere im Internetmarketing viele Lösungen zur Minimierung der Werbekosten. Ein hervorragendes Beispiel ist Facebook-Werbung. Mit etwas Übung lassen sich Werbekampagnen zielgruppenorientiert schalten. Die Streuverluste sind minimal und das Festlegen eines Budgets hilft bei der Kostenüberwachung. Im offiziellen Hilfebereich rund um Werbung steht unter facebook.com ein Leitfaden für Einsteiger bereit. Er informiert über das Bewerben von Beiträgen, die Abrechnung von Werbeanzeigen und Zahlungsmethoden.

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