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Angemessenheit einer Versorgungszusage

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Die Angemessenheit als Kriterium für die steuerliche Anerkennung einer Versorgungszusage findet sich in R und H 38 KStR. Zu diesem Thema erging von der OFD Karlsruhe am 17.04.2001 eine Verfügung (S 2742 A - St 331).

Angemessenheit hat in diesem Zusammenhang grundsätzlich zwei Komponenten: Zum einen wird die Angemessenheit der Altersversorgung geprüft (Angemessenheit dem Grunde nach). Hier wird geprüft, ob die gesamte Altersversorgung nicht höher ist als 75 Prozent der Gesamtbezüge. Es geht also um die Zusammensetzung der Bezüge. Hierbei sind eventuelle Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung und anderen Durchführungswegen der betrieblichen Altersversorgung (etwa einer Direktversicherung) zu berücksichtigen.

Bei der Angemessenheit der Gesamtbezüge hingegen wird geprüft, ob die Höhe der Gesamtbezüge angemessen ist. So fließt zum Beispiel auch ein Dienstwagen mit einer bestimmten Formel und eine Direktversicherung mit der jeweiligen Jahresprämie mit in die Gesamtbezüge ein. Eine Pensionszusage wird mit Hilfe der sogenannten fiktiven Jahresnettoprämie angesetzt. Die Angemessenheit der Gesamtbezüge ist bei GGF zu prüfen, die zu mindestens 25 Prozent an der GmbH beteiligt sind.

Unangemessen hohe Gesamtbezüge führen zu einer verdeckten Gewinnausschüttung. Wie bereits gesagt fließen in die Angemessenheitsbeurteilung alle Bestandteile mit ein. Insbesondere sind dies:

  • Festgehalt
  • zusätzliche feste jährliche Einmalzahlungen (zum Beispiel Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld)
  • variable Gehaltsbestandteile (Tantieme, Gratifikationen usw.)
  • Pensionszusagen (fiktive Jahresnettoprämie)
  • Sachbezüge (zum Beispiel Fahrzeugüberlassung, private Telefonnutzung)

Es müssen nicht nur die Gesamtbezüge angemessen sein, sondern auch die einzelnen Bestandteile. Es ist nicht möglich, einzelne Bestandteile auszugleichen, wie etwa eine zu hohe Pensionszusage gegen einen relativ geringen Wert des Dienstwagens.


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