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16.03.18

Unternehmenskredit

Was ist ein Firmenkredit und wofür wird er von wem genutzt?

Eine einheitliche Definition für Firmenkredite gibt es nicht. Sie dienen der Liquidität einer Firma und ermöglichen ihr Investitionen. Generell können alle Unternehmen einen Firmenkredit beantragen, unabhängig von der Mitarbeiteranzahl und der Rechtsform. Die Kriterien einer Bewilligung legt der Kreditgeber fest. Der folgende Artikel beschreibt, wer einen Unternehmenskredit erhält, wer die finanziellen Mittel zur Verfügung stellt und wofür ein solches Fremdkapital genutzt wird.

Quelle: Thinkstock.com

Wer kann einen Firmenkredit beantragen?<

Firmenkredite, auch Unternehmenskredite genannt, kommen für verschiedene Unternehmensformen in Betracht:

  • Gewerbetreibende
  • Selbstständige
  • Freiberufler
  • Institutionen
  • Organisationen
  • Vereine

Selbst Gründer können von einem Firmenkredit profitieren, um eine Geschäftsidee in die Tat umzusetzen. Jeder Geldgeber entscheidet selbst, ob er Start-ups unterstützt. Privatpersonen hingegen erhalten in der Regel keine Firmenkredite.

Gesetzliche Abgrenzungen fehlen, weshalb Firmenkredite ein breites Spektrum abdecken. Die Vergabe ist oft von bestimmten Faktoren abhängig. Als Sicherheit verlangen manche Anbieter meist eine Kombination aus Bilanznachweisen und eine Beständigkeit der Firma. Das heißt, das Unternehmen muss seit einer festgelegten Dauer bestehen. Zudem ist für viele Kreditgeber das Eigenkapital interessant. Hat ein Kreditnehmer etwas zu verlieren, wird ihm ein gewisser unternehmerischer Ehrgeiz zugeschrieben. Das Risiko liegt dann nicht bei der Bank allein. Die Summe aus Eigenkapital, Dauer seit der Firmengründung und langfristigem Unternehmenserfolg wird Bonität genannt. Damit wird die Wahrscheinlichkeit ausgedrückt, mit der ein Kredit zurückbezahlt werden kann.

Was kostet ein Firmenkredit und was sind die Vorteile verschiedener Anbieter?

Die erste Frage kann pauschal nicht beantwortet werden, da jeder Anbieter die Modalitäten zur Laufzeit, den Zinsen und der Tilgung selbst bestimmt. Vergleichsportale wie compeon.de prüfen die Leistung vieler Kreditgeber, sodass Unternehmer zahlreiche Finanzpartner miteinander verglichen können. Für Unternehmenskredite kommen üblicherweise folgende Anbieter in Frage:

  • KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau): Der KfW-Unternehmerkredit ist für etablierte Firmen interessant, die länger als 5 Jahre bestehen. Die Verwendung ist relativ vielseitig und reicht von der Finanzierung von Betriebsmitteln über den Erwerb von Grundstücken bis hin zum Kauf von Anteilen fremder Firmen. Die Konditionen sind vergleichsweise günstig und die Tilgungsphase kann oft einige Jahre lang ausgesetzt werden.
  • Hausbanken: Kredite von Hausbanken sind im Durchschnitt etwas teurer, bieten dafür aber andere Vorteile. Die Konditionen können vor Ort mit der Bank direkt und individuell verhandelt werden. Diese Flexibilität kann sich gerade dann rechnen, wenn staatliche Förderungen nicht in genehmigt wurden. Für Teilfinanzierungen, die schnell benötigt werden, können Hausbanken der richtige Ansprechpartner sein.
  • Online-Banken: Online-Banken sind oft auf eine Branche oder ein Geschäftsmodell spezialisiert. Findet man den richtigen Partner, kann eine Win-win-Situation entstehen.

Häufig nutzen Firmen Kredite unterschiedlicher Anbieter, um die jeweils besten Konditionen für ihre aktuelle Situation zu finden. Für Existenzgründer gibt es meist passend zugeschnittene Angebote.

Für was werden Firmenkredite genutzt?

Auch wenn ein Betrieb eine positive Bilanz aufweist und Gewinne einfährt, kann es sein, dass er vorübergehend nicht alle Kosten alleine stemmen kann. Unternehmenskredite werden für alle Ausgaben genutzt, die ein Unternehmen tätigen muss. Für nachstehende Posten wird häufig ein Kredit in Anspruch genommen:

  • Betriebsmittel können beispielsweise über einen Firmenkredit (vorübergehend) finanziert werden. Betriebsmittel sind Güter, die für den laufenden Betrieb benötigt werden. Das sogenannte Umlaufvermögen umfasst alle Waren und Finanzwerte, die regelmäßig in einem Unternehmen gebraucht werden. Dazu zählen Teilprodukte, die bei der Herstellung des Endproduktes benötigt werden. Das Büromaterial und andere Verbrauchsgüter werden ebenfalls zu den Betriebsmitteln gerechnet. Diese dauerhaften Ausgaben sind meist relativ konstant, was eine Finanzierung leichter planbar macht.
  • Steht für ein Unternehmen gerade eine größere Investition an, kann ein Firmenkredit notwendig sein. Muss zum Beispiel eine Maschine ersetzt werden, die für den täglichen Betrieb wichtig ist, kann es zu unerwarteten Kosten kommen. Eine solche Neuanschaffung kann über einen Kredit (teil)finanziert werden.
  • Bei einer guten Auftragslage kann die fremdfinanzierte Investition in ein neues Grundstück mit einem größeren Firmengebäude in Frage kommen.
  • Ausgaben für Software und Computer und Lizenzen kommen in regelmäßigen Abständen auf einen Unternehmer zu, wofür er sich unter Umständen Geld leihen muss.
  • Ein Firmenfahrzeug kann ebenfalls über einen Kredit finanziert werden.
  • Außerdem kann es bei den Gehältern für Mitarbeiter zu Engpässen kommen. Werden Mitarbeiter beschäftigt, müssen diese bezahlt werden, auch wenn sich die Geschäfteinnahmen verzögern.
  • Bei aktuell günstigen Konditionen kann eine Umschuldung von Krediten sinnvoll sein.

Kurzum: Es gibt viele Posten, bei denen eine Firma für ihr Fortbestehen oder Wachstum vorübergehend Geld braucht. Überbrückungskredite sind häufiger für kleinere und mittelständige Unternehmen notwendig, wenn in wirtschaftlich schlechten Zeiten die Liquidität nicht gesichert ist. Gerade dann ist ein Unternehmenskredit sinnvoll.

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