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29.06.17

Marktforschung

Fördermittel für Marktforschung

Egal ob es darum geht, einen neuen Markt zu durchdringen, ein neues Produkt zu etablieren oder eine Existenz zu gründen - allem voran stehen ein guter Businessplan und eine umfassende Marktforschung. Denn nur eine fundierte Marktanalyse bildet die optimale Grundlage für den Erfolg Ihrer Marketingstrategie und der gesetzten Markterschließungsmaßnahmen. Ziel und Zweck ist es, die relevanten Wettbewerber zu kennen, eine Marktsegmentierung nach Zielgruppen und Produkten vorzunehmen und die Preisakzeptanz zu ermitteln. Darüber hinaus ist es sinnvoll, die Ergebnisse um eine Potenzialanalyse zu ergänzen, um die denkbaren Marktanteile in Ihrer Branche abzuschätzen und die Akzeptanz des neuen Angebots schon im Vorfeld zu überprüfen.

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Solche professionellen Marktstudien sind aufgrund mangelnder Erfahrung und fehlenden Personals mitunter schwer allein oder im eigenen Unternehmen umzusetzen. Es empfiehlt sich daher, externe Marktforschungsunternehmen zu beauftragen. Valide und kompetent erstellte Wettbewerbsanalysen können nicht nur die Finanzierungwahrscheinlichkeit des Vorhabens durch Banken und Investoren erhöhen, sondern sind dabei auch selbst förderfähig. Neben bekannten Fördermitteln von Bund und Ländern für Studenten (EXIST) und Existenzgründer (Gründerzuschuss/Einstiegsgeld), für Umweltförderung (BAFA) oder günstigen Krediten der KfW können kleinere und mittelständische Unternehmen beispielsweise vom ZIM (Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand) Zuschüsse für die Durchführung von Marktanalysen durch externe Dienstleister erhalten. Zudem bieten verschiedene Institutionen oder EU-Förderprogramme Finanzierungsunterstützung bei der Informationsrecherche als Teil der Erschließung von ausländischen Märkten (Kreatives Europa (2014-2020) / BMWi-Innovationsgutscheine (go-Inno) u.v.m.) an. Die Höhe und Konditionen der Förderprogramme sind von Träger zu Träger unterschiedlich und sollten vor der Beantragung genau recherchiert werden:

Fallballspiel Marktanalyse zur bevorstehenden Markteinführung - B2B im deutschsprachigen Raum
Vor zwei Jahren hatten Sie auf einer Fachmesse ein sehr interessantes Gespräch mit einem Ihrer Zulieferer, woraus eine ganz neue und überaus innovative Produktidee entstanden ist. Diese war so vielversprechend, dass Sie und Ihr neu gewonnener Kooperationspartner sogleich allen Mut zusammengenommen haben und die Entwicklung des entsprechenden Produkts angegangen sind. Und Sie hatten Glück: Ihre Idee war so überzeugend, dass Sie dafür finanzielle Unterstützung erhalten haben. Nach der Produktentwicklung folgt nun ein weiterer kritischer Schritt: die eigentliche Markteinführung. Da Sie der Zielbranche entstammen, kennen Sie den Wettbewerb und die potenzielle Zielgruppe schon sehr genau. Was aber sind mögliche Markteintrittsbarrieren, wo liegt der optimale Preis oder wie hoch ist das Gesamt-Marktpotenzial? Eine erfolgreiche Produktneueinführung bedarf der Beantwortung dieser und weiterer Fragen durch eine Marktanalyse über kompetenten Partner und stellt Sie damit erneut vor ein Finanzierungsproblem. TIPP: Um das mitunter erhebliche Risiko für kleine und mittlere Unternehmen (gemäß der KMU-Definition der EU) zu reduzieren, fördert das ZIM ergänzend zum FuE-Projekt auch Leistungen externer Dritter zur Unterstützung der Markteinführung der Projektergebnisse. Diese betreffen unter anderem auch DIE Marktforschung. Voraussetzung ist, dass das FuE-Projekt bereits bewilligt wurde und in deM Unternehmen weniger als 250 Mitarbeiter angestellt sind. Der Antrag kann Ab Bewilligung, spätestens bis sechs Monate nach Ende der Laufzeit des ZIM-Projekts gestellt werden. Es werden Kosten bis zu 50 Prozent des förderfähigen Gesamtbetrages, maximal aber 50.000 Euro übernommen.

Fallballspiel Markterschließung Osteuropa
Da ein großer Teil Ihrer Kunden aus Osteuropa stammt, haben Sie mittlerweile ein beachtliches Netzwerk vor Ort aufgebaut. Die Verkaufszahlen, regelmäßige Geschäftsreisen und der Zuspruch Ihrer Kunden haben Sie in der Idee bestärkt, zu expandieren. Und zwar in den in Ihrer Branche hart umkämpften osteuropäischen Markt. Aufgrund Ihrer bisherigen Erfahrungen steht jedoch fest: Ohne eine professionell erstellte Markt- und Wettbewerbsanalyse wird es jedoch nicht möglich sein, Ihr Produkt möglichst passgenau auf dem osteuropäischen Markt zu positionieren und sich gegenüber der starken Konkurrenz auch langfristig zu behaupten. Sie wollen daher im Rahmen Ihrer Markterschließungsmaßnahmen Osteuropas eine Marktstudie beauftragen, auf deren Ergebnisse Ihre Gesamtstrategie ausgerichtet werden soll. TIPP: Die Investitionsbank des Landes Brandenburg fördert die Erstellung strategischer Gesamtkonzepte sowie von regionalen und sektoralen Marktanalysen, die für den Absatz der eigenen Produkte und Dienstleistungen benötigt werden, sofern es sich beim Antragsteller um kleine und mittlere Unternehmen (gemäß der KMU-Definition der EU) mit Sitz in Brandenburg (in Ausnahmen Berlin) handelt und die Effekte der Beratung in der Betriebsstätte im Land Brandenburg wirksam werden. Zuschüsse werden im Rahmen von 50 Prozent der förderfähigen Ausgaben und bis zu maximal 50.000 Euro gewährt. Der Mindestzuschuss muss 2.499 Euro übersteigen.

Die beiden Fallbeispiele zeigen, dass eine Förderung von Marktanalysen in vielen Situationen möglich ist. Um die Chancen zu erhöhen, berücksichtigen Sie nachstehende Schritte bei der Beauftragung externer Marktforschungsunternehmen unter Verwendung von Fördermitteln:

  1. Ziel und Anforderungen definieren

    Legen Sie die Ziele Ihres Vorhabens genau fest und werden Sie sich darüber im Klaren, welche Fragen die Marktanalyse beispielsweise über das Produkt, die Zielgruppe, den Wettbewerb oder die Kommunikationsstrategie beantworten sollen. Recherchieren Sie zudem die Bedingungen und Fristen möglicher Förderprogramme und bereiten Sie den Antrag sorgsam vor.

  2.  

  3. Angebot beim Dienstleister einholen

    Einige Full-Service-Institute haben bereits Erfahrung bei der Durchführung von Marktforschung unter Verwendung öffentlicher Gelder und können Sie in Ihren Vorhaben unterstützen. Informieren Sie das entsprechende Marktforschungsunternehmen daher schon vor dem Erstellen eines Angebotes für eine Marktanalyse über den anvisierten Träger und sprechen Sie auch über die genauen Kriterien der Förderung. Leider viel zu oft scheitert eine mögliche Zusammenarbeit an einem unzureichenden Briefing im Vorfeld.

  4. Antrag beim entsprechenden Träger stellen

    Stellen Sie den Antrag auf Förderung immer, bevor Sie eine Marktanalyse beauftragen. Eine nachträgliche Bewilligung von Geldern ist eher die Ausnahme. Formulieren Sie die Projektbeschreibung so präzise und ausführlich wie möglich und geben Sie Auskunft über die Zielsetzung, Einzelmaßnahmen und kalkulieren Sie den Aufwand nachvollziehbar. Informieren Sie das Marktforschungsinstitut über die Laufzeiten und den Stand des Antrages.

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