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Die 10 besten Startups aus dem deutschen Sprachraum 2009

Top-Startups 2009

Hier sind zehn Startups aus dem deutschsprachigen Raum, die 2009 hervorragende Arbeit geleistet und damit die Grundlage für zukünftigen Erfolg gelegt haben.

Auch wenn wir uns im zu Ende gehenden Jahr mehr als einmal  kritisch mit  der deutschen Startup-Szene auseinander gesetzt haben, gab es 2009 einige herausragende Webunternehmen, die auf unterschiedliche Art und Weise ihre Qualität und ihr Entwicklungspotenzial aufgezeigt haben.

Die Kollegen von  deutsche-startups.de und  Gründerszene haben bereits ihre jeweiligen Leser- bzw. Juryabstimmungen zu den Startups des Jahres abgeschlossen, bei denen  PaperC (deutsche-startups.de) sowie  KaufDa (Gründerszene) als Sieger hervorgingen.

Unabhängig davon möchte ich es mir nicht nehmen lassen, im Folgenden meine persönlichen zehn Spitzen-Startups 2009 aus dem deutschsprachigen Raum aufzuführen. Es handelt sich dabei um eine rein subjektive, alphabetisch geordnete Liste der Anbieter, die 2009 meines Erachtens nach auf unterschiedliche Art und Weise gute Arbeit geleistet haben und damit die Grundlage für eine erfolgreiche Zukunft gelegt haben. Es handelt sich also NICHT unbedingt um Startups mit Gründungsjahr 2009!

CaptchaAd

Captchas sind Grafiken, die Nutzer beim Ausfüllen von Webformularen zur Eingabe von Buchstaben- und Zahlenkombinationen auffordern, um sicherzustellen, dass es sich um ein menschliches Wesen und nicht um einen SpamBot handelt.  CaptchaAd verknüpft Captchas mit Werbebotschaften, die Nutzer beispielsweise zur Beantwortung einer Frage zu einem Produkt auffordern, statt ihnen das nicht immer leichte Entziffern zufällig zusammengewürfelter Wörter und Zahlen abzuverlangen.

Das 2008 in Bonn gegründete Unternehmen ist laut eigener Aussage der weltweit erste Anbieter von Captcha-Advertising. Persönlich bin ich zwar noch niemals auf ein CaptchaAd in freier Wildbahn gestoßen, aber die Idee halte ich für ausgezeichnet. Gelingt es dem CaptchaAd-Team, über  die aufgelisteten Referenzen hinaus Partnerschaften mit führenden Sites einzugehen, wäre selbst ein globaler Durchbruch vorstellbar.

Linguee

Linguee aus Köln  hatten wir im April vorgestellt . Der Dienst nutzt hunderttausende im Netz befindliche, sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch vorliegende Dokumente als Grundlage für sein kostenloses Wörterbuch. Im Gegensatz zu ähnlichen Services kann Linguee damit auch Übersetzungen von Wortgruppen im Kontext durchführen. Seit kurzem bietet das Startup eine kostenlose iPhone-Applikation.

myON-ID

Im Februar brachte das Münchner Startup  myON-ID die überarbeitete Version seines Tools für Reputationsmanagement online und  hinterließ damit einen positiven Eindruck . myON-ID basiert auf einem Freemium-Modell und kombiniert Lifestreaming-Funktionen mit Social Networking und Mini-Blogging aka  Posterous und  Tumblr . Das Münchner Unternehmen hat in meinen Augen eine sehr lobenswerte Einstellung zu Innovationen und den Dienst dementsprechend  kontinuierlich erweitert .

Im November startete myOn-ID zudem  einen kostenpflichtigen Monitoring-Dienst unter der eigenen Marke  Ruflotse .

play.fm

Müsste ich mich für einen der zehn Dienste aus dieser Liste entscheiden, so wäre  play.fm aus Wien mein ganz persönliches Startup des Jahres. Allerdings rührt das wohl hauptsächlich daher, dass ich ein Freund elektronischer Musik bin, und an genau diese Gruppe richtet sich der Dienst. Bei play.fm haben Musikliebhaber kostenlosen Zugriff auf rund 15.000 Mixe verschiedenster Facetten elektronischer Musik, sowohl von bekannten als auch weniger bekannten DJs.

Im Mai hatte ich play.fm vorgestellt und  bereits damals überschwänglich gelobt . Seitdem läuft der Service bei mir im Prinzip täglich. Gespannt warte ich auf die play.fm iPhone-Applikation, die in Kürze veröffentlicht werden soll.

Putpat

Zwar befindet sich  Putpat entgegen ursprünglicher Ankündigungen noch immer in der geschlossenen Beta-Phase, aber das macht den Dienst zum personalisierten Musikfernsehen nicht weniger attraktiv. Das Kölner Startup will die Lücke zwischen herkömmlichem, linearem Musik-TV und wenig komfortablem On-Demand-Streaming von Musikvideos wie bei  YouTube füllen.

Im Mai  hatten wir Putpat vorgestellt , das Nutzern kostenlos personalisiertes, browserbasiertes Musikfernsehen anbietet. Mit einem Fokus auf Simplizität, einigen innovativen Tools zur Feinabstimmung der gezeigten Videos sowie einem Archiv mit mehr als 20.000 Clips hat Putpat gute Chancen, in Deutschland groß raus zu kommen - sofern am Ende nicht die komplexe Rechtslage die Expansion des Dienstes behindert.

Rivva

Rivva hat sich auch 2009 weiter zum Herzstück der deutschsprachigen Blogosphäre entwickelt und mit einer Reihe neuer Funktionen experimentiert. Wer einen schnellen Überblick über das erhalten möchte, was Blogs im deutschsprachigen Raum beschäftigt, kommt um Rivva bzw. dessen RSS-oder Twitter-Feed kaum herum.

Im September hatte ich mir in diesem Artikel  mehr Aufmerksamkeit für Rivva gewünscht und Betreiber Frank Westphal empfohlen, das volle Potenzial von Rivva auszuschöpfen. Auch wenn Rivva eigentlich kein wirkliches Startup ist, so könnte mit entsprechenden Anstrengungen 2010 ein großes Jahr für das Westphal-Projekt werden.

sevenload

"Pressemitteilungen wirken doch", könnte man sagen.  sevenloads Presseverantwortlicher Mike Schnoor schickt mir gefühlt einmal pro Woche eine neue Meldung über eine Kooperation oder einen neuen sevenload-Channel. Das Kölner Unternehmen war 2009 fleißig damit, sich durch einen stärkeren Fokus auf kostenfreie Premium-Inhalte vom allgegenwärtigen Konkurrent  YouTube zu differenzieren sowie durch B2B-Dienstleistungen wie IPTV-Plattformen und Videoportale für externe Unternehmen ein zweites Standbein aufzubauen.

Mit diesem Ansatz sehe ich gute Chancen für die in 21 Sprachen verfügbare Videoplattform, zu den Gewinnern der bevorstehenden Zuschauerwanderung weg vom linearen Fernsehen hin zu digitalen Video- und Filmangeboten im Web zu gehören. Womöglich wird aus Sevenload ja eines Tages Deutschlands  Hulu ?

SoundCloud

Soundcloud schaffte es bereits im vergangenen Jahr  auf unsere Liste der besten Startups des Jahres aus dem deutschsprachigen Raum. Ich finde, 2009 verdient das Berliner Unternehmen diese Bezeichnung erneut. SoundCloud, eine Plattform für Musiker und DJs zur Präsentation ihrer neuesten Werke, hat viel von dem, was einen Gewinner ausmacht: Innovative Funktionen, eine API, einen loyalen Anhang, ein ansehnliches Design, eine Site auf Englisch sowie  seit kurzem auch eine iPhone-Applikation . Ganz klar Daumen hoch auch für 2010.

stereeo

Holtzbrincks Mitte des Jahres gestarteter Service zum Musikstreaming  steereo ist für mich die Überraschung des Jahres. Zum einen bietet er nicht nur solides, kostenloses und legales On-Demand-Streaming von rund einer Million Songs aus den Katalogen von u.a. Universal, Warner und EMI, umrahmt von einem netten Design, sondern bringt mit einem Facebook Connect-Login auch ein praktisches Gimmick, welches man angesichts der strukturellen Nähe zu  studiVZ gar nicht unbedingt erwartet hätte.

Überraschend aber auch, wie wenig man im Netz über den vor seinem Start viel diskutierten Dienst hört. Zumindest in der Blogosphäre und Twittersphäre halten sich die Erwähnungen von steereo in Grenzen, und weder  Alexa noch  Google Trends for Websites machen Aussagen zur Besucherentwicklung (was auf geringe Besucherzahlen hindeutet). 2010 sollte steereo etwas mehr für seine Bekanntheit tun. Die neue Applikation für studiVZ ist ein guter Anfang.

VerkehrsmittelVergleich.de

Der Name dieser Site ist so aussagekräftig, dass ich eigentlich gar nichts mehr dazu schreiben müsste.  VerkehrsmittelVergleich.de bietet eine kostenlose Verkehrsmittel-Kombinationssuche zur deutschlandweiten Routenplanung mit Filterfunktionen für Verkehrsmittel, Preis, Zeitraum und Dauer.

Die sehr sachlich und modern wirkende Site bietet solide und nützliche Informationen sowie direkte Buchungsmöglichkeiten. VerkehrsmittelVergleich.de ist ein Spin-off der RWTH Aachen und konnte im September eine zweite Finanzierungsrunde im hohen sechsstelligen Bereich  verkünden .

Da ich selten in Deutschland reise, fehlen mir praktische Erfahrungen mit VerkehrsmittelVergleich.de. Mein positiver Eindruck stimmt jedoch mit dem überein, was ich von anderen gehört habe. Letztlich spricht in diesem Fall das Produkt für sich: Es erfüllt ein offensichtliches Bedürfnis, wurde gut umgesetzt und dürfte daher Schwierigkeiten dabei haben, KEIN Erfolg zu werden.

Randnotiz: Gerne hätte ich auch  PaperC mit auf die Liste genommen, aber bekanntlich hatte ich für das Berliner Startup erst vor einigen Woche  eine Reihe von Verbesserungsvorschlägen . Im nächsten Jahr vielleicht.

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