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15.07.10

Zugriff aufs Netz: Die Zukunft gehört dem Cloudcomputer

Mit der Verlagerung unserer Aktivitäten in die "Internetwolke" ändern sich unsere Ansprüche an Zugangsgeräte. Die Zukunft gehört den Cloudcomputern.

 

Ich plane derzeit die Anschaffung eines neuen Notebooks. Mein altes Gerät wird mittlerweile heiß wie eine Herdplatte, was mich an einer langen Lebensdauer zweifeln lässt.

Und auch wenn ich mein iPad liebe und viele Webinhalte mittlerweile bevorzugt auf dem Apple-Tablet konsumiere, ist die Tauglichkeit des Touch-Geräts als digitales Büro und Blogging-Werkzeug meines Erachtens nach doch begrenzt. Ich stimme damit teilweise Kritikern zu, die im iPad einen Rückschritt hin zu einer Konsumtionsmaschine sehen, auch wenn das insofern nicht stimmt, als dass man mit dem iPad sehr wohl auch selbst Inhalte im Netz publizieren kann. Das iPad ist für diesen Zweck nur nicht ganz so vielseitig und gelenkig wie herkömmliche Rechner.

Ich habe also in den letzten Tagen intensiv bei verschiedensten Onlineshops recherchiert, welches Notebook für mich in Frage käme. Und als ich am Dienstag die Überschrift dieses Praxisberichts von Blogger Peter Schink las (via), der beschreibt, wie sein Büroalltag zunehmend von Clouddiensten wie Dropbox, Google Mail, Google Talk bestimmt wird, traf es mich wie ein Schlag: "Ich brauche (fast) keinen Computer mehr".

Stimmt! Ohne selbst bewusst darüber nachgedacht zu haben, war es genau diese Prämisse, die meiner Onlinesuche nach einem gescheiten Computer zugrunde lag. Mein nächstes Notebook soll nur noch so viel Computer sein wie unbedingt notwendig, also wie erforderlich ist, um schnell und zuverlässig auf die Cloud zugreifen zu können.

Kopfschütteln betrachtete ich mit Funktionalität und Leistung überladene 17-Zoll-Notebooks mit einem Preis nördlich von 2500 Euro. Sicherlich, wer brandneue, grafikintensive Spiele zocken, HD-Videos bearbeiten oder Blu-ray Filme anschauen möchte, wird mit einem Gerät aus dem unteren Preissegment vielleicht nicht zufrieden sein.

Aber wer wie ich den Rechner hauptsächlich dafür verwendet, Webservices anzusteuern, und sein komplettes Büro in der Cloud verwaltet, der macht es heute wahrscheinlich nicht mehr wie vor zehn oder fünf Jahren, als zumindest für mich ein Computer "mehr" haben sollte - mehr von allem. Stattdessen will ich bis auf einige essentielle Merkmale eher so wenig wie möglich mit mir herumschleppen.

Die Anforderungen an meinen Cloudcomputer sind entsprechend bescheiden: Auf optische Laufwerke kann ich gut und gerne verzichten, die Größe der Festplatte spielt (fast) keine Rolle, ebensowenig wie die Grafikkarte. Der Prozessor muss keinen Elefanten ziehen können, sollte aber leistungsfähig genug sein, um 4 Browser-Instanzen, 20 Tabs, Spotify, Dropbox und Thunderbird gleichzeitig handhaben zu können. Ein Mikrofon und eine Kamera für Skype sollten integriert sein, aber sind ja eigentlich Standard. Achja, ein eingebautes UMTS-Modem wäre natürlich praktisch!

Die höchsten Ansprüche habe ich an die Akkulaufzeit (lang), das Gewicht (leicht) und die Größe (nicht zu klein, nicht zu groß, 12,1 oder 13 Zoll sind optimal).

Vermutlich bin ich in meiner Suche nach einem minimalistischen Rechner, der möglichst wenig Ballast mit sich führt und mir somit maximale Flexibilität bietet, nicht repräsentativ. Zweifellos ist jedoch, dass die Verlagerung unserer Onlineaktivitäten in die Cloud den Hardwaremarkt weiter verändern wird. Netbooks und Tablets waren der Anfang, aber auch die Kategorie der klassischen Notebooks muss sich wandeln und an den Always-On-Konsumenten angepasst werden.

Für mich persönlich heißt das: Weniger ist mehr. Aber das, was bleibt, muss hohen Ansprüchen standhalten.

Voraussichtlich im Herbst wird Google sein Cloud-Betriebssystem Chrome OS vorstellen. Damit ausgestattete Geräte werden wahrscheinlich die ersten sein, die den Titel "Cloudcomputer" wirklich verdienen.

(Foto: stock.xchng)

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