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09.04.10

Zootool: Social Bookmarking für visuell orientierte Menschen

Zootool, ein 2008 gestarteter, englischsprachiger Social-Bookmarking-Dienst aus Deutschland, hat sich einem kompletten Relaunch unterzogen. Das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen!

Irgendwo in der Mitte zwischen sozialen Bookmarking-Diensten wie Delicious, Tumblelog-Plattformen wie Tumblr, Foto-Streams wie FFFFOUND! und persönlichen Informations-Sammelbecken wie Evernote angesiedelt, ist Zootool eine Plattform zum sozialen Bookmarking für visuell orientierte Menschen.

Wie bei allen gängigen Bookmarking-Diensten kann man Links sammeln, die Links via Tags organisieren und mit einem Kommentar versehen.

Die Startseite vom Zootool

Die üblichen sozialen Features fehlen nicht: Man bekommt ein Profil, kann folgen und verfolgt werden, Bookmarks favorisieren und die Links auf anderen Plattformen wie Delicious, Facebook, FriendFeed, Tumblr oder Twitter sharen. Beim Verknüpfen der Accounts greifen sie löblicherweise – wo möglich – auf Mechanismen wie OAuth oder Remote Keys zurück.

Und es gibt auch alle anderen Features, die man heutzutage eigentlich erwarten kann – Bookmarklets, eine für Smartphones optimierte Version, iPhone-App sowie ein Widget für das eigene Blog.

Verknüpfung mit anderen Diensten

Was das Zootool jedoch wirklich sehenswert und einzigartig macht, ist das Design, die Metaphorik und die Art, wie die Bookmarks visuell aufbereitet und organisiert werden.

Design

Das Design vom Zootool ist grossartig. Dem Entwickler Bastian Allgeier ist der Spagat gelungen, an dem die meisten, die sich daran versuchen, scheitern: Das Feeling einer Desktop-Anwendung auf das Web zu übertragen, ohne dabei unstimmig, altmodisch oder vollgestopft zu wirken. Wer einen Mac hat, fühlt sich im Zootool wahrscheinlich schnell wohl. Insgesamt ist das Zootool auch in den Details sehr liebevoll gemacht.

Metaphern

Wie auch MindMeister entwickelt Zootool eine eigene Metaphorik, die sich über die gesamte Plattform zieht.

Die primäre Metapher ist natürlich der Zoo. Mit dem Bookmarklet Lasso lassen sich die Bookmarks einfangen. Im Aquarium kann man nach seinen Fundstücken suchen. Und mit dem Aviary (Vogelhaus) kann man Bookmarks, Fotos oder Videos im Schnellverfahren speichern und im gleichen Schwung bei Twitter posten. Neben Tags kann man Bookmarks auch in sogenannten Packs kategorisieren.

Typologie

Das Zootool unterscheidet beim Einfangen mit dem Lasso vier Arten von Links: Fotos, Videos, Dokumente und ‘normale’ Seiten.

Fotos und Videos können, wenn man will, aus der Webseite extrahiert werden. Für normal gespeicherte Webseiten wird ein Screenshot angefertig. Und für einige Dokument-Typen wie Wikipedia-Einträge oder RSS-Feeds gibt es einen eingebauten Viewer, der die enthaltenen Daten inline anzeigt.

Generierte Avatare

Dazu kommen noch viele Kleinigkeiten und Details, die das Zootool irgendwie liebenswert machen. Neue Benutzer bekommen etwa ein farblich durchaus hübsches Pixelmuster als Avatar-Bild generiert; will man sein Profilbild ändern, muss das Bild nicht extra hochgeladen werden, man kann es auch aus einem anderen Profil importieren; ein Nashorn ziert ungefüllte Werbeplätze, usw.

Fazit

Zootool ist eine der nettesten Anwendungen aus dem deutschen Sprachraum, über die ich in letzter Zeit gestolpert bin. Der Dienst ist in sich stimmig, gut gemacht, auf seine Art einzigartig und besonders für Menschen mit visueller Orientierung interessant.

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