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15.07.07

Verwandt.de: Deutschlands neuer Web-2.0-Liebling

verwandt.gifDer Sonntag ist dafür da, sich zu entspannen und zurückzulehnen. Genau das mache ich jetzt auch - während ich über Verwandt.de schreibe, einen Dienst, bei dem User kostenlose Stammbäume anlegen können. Vor knapp einem Monat erläuterte ich die Viralität solcher Stammbaumdienste . Es ist also gar nicht so wunderlich, dass sich Verwandt.de drei Wochen nach dem offiziellen Start zu einem Web-2.0-Liebling der deutschen Onlinemedien entwickelt hat. Durchweg positive Berichte und Nennungen gab es unter anderem bei Spiegel Online, Handelsblatt , Netzzeitung , Golem, Readers Edition , connect und RP Online. Entsprechend groß war der Ansturm.

Nachdem Verwandt.de als Web-Tipp auf der AOL-Startseite landete, war der Dienst für einige Zeit völlig überlastet. Eine Woche nach dem Start existierten bereits rund 100.000 Profile, mittlerweile sind es laut dem Verwandt.de Blog 220.000 300.000. Angenommen, jeder User hat im Durchschnitt Namen (und E-Mail-Adressen) von fünf Familienmitgliedern angegeben, so wären das mehr als 40.000 registrierte und aktive Anwender in drei Wochen. Ein so furioser Einstand bleibt auch von Investoren nicht unbeachtet. Verschiedene Business Angels und die Venture-Capital-Gesellschaft Neuhaus Partners konnten mit ins Boot geholt werden.

Um so viele User wie möglich an die Plattform heranzuführen, wurde ein für (Web-2.0-)Laien verständliches Präsentationsvideo erstellt. Außerdem hat man eine Karte über die Verteilung von Nachnamen eingerichtet. Basierend auf einer Million Einträgen aus dem Telefonbuch kann man sich auf einer Deutschlandkarte anzeigen lassen, in welchen Regionen ein bestimmter Name verbreitet ist. Ein guter Ansatz, um User, die aus eigener Motivation heraus kein Interesse an der Erstellung eines Stammbaums haben, auf die Seite aufmerksam zu machen.

Ob es sich nun nur um einen temporären Hype oder um einen längerfristigen Trend handelt, mit dem auch tatsächlich Geld verdient werden kann - es ist erfreulich zu sehen, dass ein Web-2.0-Dienst aus Deutschland in kurzer Zeit eine derartig große Aufmerksamkeit im Mainstream-Internet erzielt. Das macht Mut für andere Startups und verdeutlicht, wie wichtig es ist, auch außerhalb der Blogosphäre für Präsenz zu sorgen. Und vielleicht sind es auch gerade einige echte Hypes, die wir benötigen?

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

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