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24.06.07

VeohTV: neuer Internet-TV-Dienst gestartet

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Vor wenigen Tagen startete VeohTV seine Beta-Phase. Damit steigt Veoh, bisher bekannt für seinen gleichnamigen YouTube-Konkurrenten, in den boomenden Markt des Desktop-Internet-TVs ein. Im Gegensatz zu Joost und Babelgum, die eigens akquirierte Inhalte senden, und auch anders als Zattoo, das klassische Fernsehsender ins Internet streamt, ist VeohTV ein Aggregator für bereits im Internet befindliche Videos. Der Dienst ist am ehesten vergleichbar mit Democracy , allerdings intuitiver, einfacher zu bedienen und damit besser geeignet für ein Massenpublikum. Wer mit VeohTV Videos schauen möchte, kann entweder zwischen zahlreichen bestehenden Channels wählen oder benutzt die Suchefunktion, um spezifische Inhalte oder Themen zu finden. Die verfügbaren Videos stammen aus unterschiedlichsten Quellen. Angezapft werden unter anderem die Webseiten großer US-Fernsehsender sowie zahlreiche Videoportale. In der Beta-Version, die noch einige Bugs enthält, ist leider nicht ersichtlich, woher das gerade angeschaute Programm stammt. Generell würde man sich sowohl in der Channel-Auswahl als auch bei einer Schlagwortsuche mehr Informationen zu den jeweiligen Videos wünschen. Allein anhand des Dateinamens oder der Userbeschreibung wird nicht immer deutlich, ob es sich um einen Teaser, einen Ausschnitt oder eine komplette Episode handelt.

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Praktisch: Alle Videos können entweder gestreamt oder heruntergeladen werden. Auch beim Download ist nicht zu erkennen, woher eine Datei eigentlich kommt. Die Anzeige "Peers" lässt vermuten, dass Inhalte auch in P2P-Form von anderen Usern heruntergeladen werden.

Neben der Channel- und der Suche-Funktion bietet VeohTV ein persönliches Menü, welches das Integrieren von externen Widgets, RSS-Feeds, Podcasts und Vodcast ermöglicht, sowie eine Bibliothek, in der heruntergeladene und bereits auf der Festplatte befindlich Videos organisiert werden können. Hier ist auch das Hinzufügen und Herunterladen von Dateien via BitTorrent-Protokoll sowie das erstellen von Playlists möglich. Veoh wirbt damit, dass der Dienst dem Zuschauer nach längerem Anwenden Inhalte empfiehlt, die seinem bisherigen Sehverhalten entsprechen.

Insgesamt ist VeohTV ein interessanter Dienst mit Potential, der in der aktuellen Beta-Version allerdings noch etwas wackelig wirkt (was in diesem Stadium natürlich zu erwarten ist). Damit es wirklich zu dem beworbenen, bequemen TV-Erlebnis kommt, muss noch einiges getan werden. Zu allen Videos sollte es mehr Informationen geben. Auch zusätzliche Suchkriterien und eine Selektion nach Qualität und Länge der Clips wären praktisch. Die Tatsache, dass die Videos von unterschiedlichsten Quellen bezogen werden, sorgt für eine sehr inkonsistente Bildqualität, die von hochauflösend bis Handykamera reicht. Der vermeintliche Vorteil, im Gegensatz zu Joost keine Verträge mit Inhaltelieferanten abzuschließen und sich stattdessen auf die Vielfalt der im Internet erhältlichen Videos zu verlassen, wird hier leicht zum Nachteil.

VeohTV befindet sich momentan in der geschlossenen Beta-Phase. Wenn Ihr das Programm testen möchtet, hinterlasst einen Kommentar mit Eurer E-Mail-Adresse (bitte sendet uns diesbezüglich keine Mail!). Um Spam vorzubeugen, nutzt eine Wegwerf-Adresse von spambox.us.

Siehe auch

47 Alternativen zu YouTube

Zattoo-Start in Deutschland: noch ein wenig Geduld

Artikel zu Joost

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

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