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09.11.07

Songza: Konkurrenz für SeeqPod, aber keine Gefahr

SongzaSeeqPod, die hervorragende Musiksuchmaschine, die ich vor einiger Zeit vorgestellt habe, bekommt Konkurrenz: Songza hat gestern seine geschlossene Beta-Phase beendet und präsentiert sich als optisch ansprechende No-frills-Suchmaschine für Musik. Im Gegensatz zu SeeqPod, das komplett auf Flash basiert und entsprechend verspielt daher kommt, setzt Songza auf AJAX und verzichtet auf viele der detaillierten Funktionen von SeeqPod. Wer es weniger glänzend mag, dem dürfte Songza vom Design her besser gefallen. Songza ScreenshotWährend SeeqPod Musik-Blogs und andere Websites nach dem nachgefragten Song durchsucht, geht Songza einen anderen Weg: Es bezieht sämtliche Titel direkt von YouTube und gibt sie ohne Video als Audiostream wieder. Die Musikstücke können direkt im Browser gestreamt, bewertet, zu einer Playlist hinzugefügt oder mit anderen geteilt werden. Songzas Sharing-Optionen umfassen das Versenden des Songza-Links zum Titel per Mail an Freunde sowie das Einbetten des Songs in beliebige externe Seiten oder Blogs (in diesem Fall wird ein Flashplayer verwendet). Zudem wird zu jedem Track ein Link zum YouTube-Video angeboten. Gefundene Songs können in einer Playlist abgelegt werden. Da Songza jedoch bisher keine Registrierungsmöglichkeit anbietet, lassen sich Playlists nicht speichern und existieren somit nur so lange, bis man seine Cookies löscht.

Nachdem mir bewusst wurde, dass sämtliche Musikstücke bei Songza von YouTube bezogen werden, fragte ich mich im ersten Moment, wie man auf so eine fragwürdige Idee kommen kann. Es ist leichtsinnig genug, ein Konzept (von Geschäftsmodell möchte ich nicht sprechen) komplett auf einem anderen Webdienst aufzubauen und sich damit von diesem abhängig zu machen. Dann dessen Angebot auch noch abzuspecken (statt Video nur noch Audio), erscheint im ersten Momentan nicht sehr sinnvoll. Auf der anderen Seite ist es offensichtlich genau das Ziel von Songza, Nutzern schnell und ohne Schnickschnack die gewünschte Musik zu präsentieren. Ob es aber wirklich User gibt, die bewusst auf das Video verzichten, selbst wenn sie wissen, dass die Quelle des Songs ein YouTube-Video ist, erscheint mir recht unwahrscheinlich.

Einen möglicherweise positiven Aspekt für Anwender bringt Songzas Schmarotzen bei YouTube aber vielleicht doch mit sich: Immerhin hat sich Googles Videoportal mit zahlreichen Plattenfirmen über Lizenzzahlungen für ursprünglich illegal hochgeladene Musikvideos geeinigt, was diese und das Einbetten dieser in anderen Seiten damit im Grunde legal macht. Gleiches könnte auch für integrierte Songs via Songza gelten – kommen sie doch von YouTube. Eine Garantie hierfür gibt es aber nicht, zumal auch nicht hundertprozentig sicher ist, dass das externe Einbinden von YouTube-Musikvideos wirklich rechtlich wasserdicht ist. Wer auf Nummer sicher gehen will, lässt die Finger von Songzas integrierbarem Flashplayer.

 

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

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