<< Themensammlung Netzwertig

Unter netzwertig veröffentlichen wir in unserem Blog Einschätzungen zu aktuellen digitalen Geschäftsmodellen und IT-Trends, Meldungen, Analysen, Reviews und Specials.

07.02.08

simfy: mit Desktop-Uploader der Konkurrenz voraus

simfyDienste, die das kostenlose Speichern der eigenen Musiksammlung im Netz ermöglichen, gibt es mittlerweile viele. Deezer und Musana aus Frankreich, Ezmo aus Norwegen, MediaMaster aus den USA und simfy aus Deutschland (siehe unser Launch-Bericht) sind einige der Anbieter, die Internetnutzer davon überzeugen wollen, dass ihr MP3-Archiv (zumindest als Backup) ins Netz gehört, nicht (ausschließlich) auf die lokale Festplatte. Als regelmäßiger Benutzer verschiedener Rechner ist das ein Konzept, was mir sehr zusagt und von dem ich schön geträumt habe, als schnelle Breitbandanschlüsse für User sowie Datenverkehr im Terrabytebereich und flexibles Hosting für Anbieter noch ein Vermögen kosteten. Trotz aller Freude über die verbesserte Situation gibt es allerdings auch heute noch mindestens einen Aspekt, der sich als Hemmschuh für den Durchbruch in den Internet-Massenmarkt erweist: Der Uploadprozess. Dabei beziehe ich mich weniger auf die Geschwindigkeit sondern eher auf den subjektiv wahrgenommenen, zeitlichen Aufwand sowie die Aufmerksamkeit, die das browserbasierte Hochladen größerer Mengen an Musik erfordert. Für den Upload muss man auf der Seite angemeldet sein, bei manchen Anbietern ein archaisch anmutendes Java-Applet akzeptieren und bei anderen die Songs nach dem Transfer einzeln einsortieren und verschlagworten. Dass das nicht unbedingt dazu ermuntert, Musik in rauen Mengen zu importieren, liegt auf der Hand. Dadurch jedoch begrenzen die Musikservices ihre eigenen Wachstumchancen: Je mehr Musikstücke Nutzer online abgelegt haben, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie aktive Benutzer werden und Freunde auf die Plattform einladen.

Die gute Nachricht: simfy, mein bevorzugter Anbieter für das Hosting von Musik, hat eine Upload-Software für den Desktop veröffentlicht. Nach der Installation kann man mit ihrer Hilfe Musik bei simfy importieren – ohne Browser und mit viel weniger Aufwand. Die Installation des Uploaders hatte zur Folge, dass ich innerhalb von einem Tag mehr Titel bei simfy hochgeladen habe, als bisher über den gesamten Zeitraum meiner Mitgliedschaft. Einen Ordner wählen, sämtliche unterstützenden Audiodateien anzeigen lassen und diese mit einem Klick auf die Upload-Schaltfläche zu simfy übermitteln. So einfach ist das.

Sein komplettes Potential nutzt simfys Uploader bisher allerdings noch nicht. Drag & Drop oder das gleichzeitige Auswählen verschiedener Ordner ist (zumindest unter Windows Vista) nicht möglich, ebenso wenig wie das direkte Editieren der ID3-Tags. Dies lässt sich verzeihen, immerhin ist das Tool erst einige Tage alt und wird mit der Version 1.0 sicher nicht seinen finalen Entwicklungsstand erreicht haben. Die Software vereinfacht den Uploadprozess schon jetzt deutlich und ihr Vorhandensein wird sich für alle simfy-Benutzer schnell auszahlen: Bei simfy kann man neben seiner eigenen Musik auch die seiner bestätigten Kontakte streamen, die nun eine einfachere Möglichkeit erhalten, ihre musikalische Sammlung bei simfy zu erweitern.

Anknüpfend an meinen gestrigen Beitrag zur mobilen Internetnutzung wünsche ich mir als nächstes eine handliche simfy-Version (bzw. Applikation), die den Dienst auf Handys bzw. Smartphones verfügbar macht. simfy-Konkurrent Ezmo hat gerade für ausgewählte Geräte eine auf Adobes Flash Lite 3 basierende mobile Variante seines Services veröffentlicht.

Eine Analyse dessen, was sich bei simfy seit dem Start der Seite Ende 2007 getan hat, lest ihr beim Erlebnisblog .

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer