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20.09.07

Online-Office-Anwendungen: Wer kauft Zoho?

zoho.gifOnline-Office-Anwendungen zählen zu den heißesten (und meiner Meinung nach auch nützlichsten) Trends im Web 2.0. Dank AJAX-Technik und schneller Internetanschlüsse können immer mehr von Desktop-Software wie Microsoft Office und Open Office bekannte Funktionen einwandfrei im Browser realisiert werden. Die drei großen Vorteile: Verfügbarkeit von Dokumenten und Kalendern von jedem Ort und Computer auf der Welt, der über einen einigermaßen schnellen Internetanschluss verfügt; Komfortables, paralleles Arbeiten mehrerer Personen in der selben Datei; Kein Risiko des Datenverlustes durch z.B. einen Festplattendefekt. Kritikwürdig sind derzeit (noch) der geringere Funktionsumfang einiger Online-Office-Anwendungen im Vergleich zu den klassischen Desktop-Programmen sowie die Tatsache, dass man seine Daten bei einem Drittanbieter speichert, der diese theoretisch einsehen kann. Doch ungeachtet dessen erfreuen sich Office-Dienste im Netz steigender Beliebtheit bei und Wahrnehmung von Usern und Internetunternehmen. Erneut deutlich wurde dies am Dienstag, als gleich zwei Meldungen zum Thema für Aufmerksamkeit sorgten. Zum einen ergänzte Google sein kostenloses Online-Office-Paket Google Text & Tabellen (außerhalb Deutschlands Google Docs) um eine PowerPoint-Funktion, mit der sich nun auch Präsentationen erstellen und bearbeiten lassen. Zum anderen gab Yahoo die Übernahme von Zimbra für 350 Millionen Dollar bekannt . Zimbra bietet eine AJAX-basierte Weboberfläche zum gemeinsamen Management von Mails, Kontakten, Kalendern sowie diversen weiteren Add-ons. Zwar richtet sich Zimbra bisher an Geschäftskunden und bietet seine Leistungen nur gegen Entgelt an. Es ist aber zu erwarten, dass Yahoo Zimbras Technologie zukünftig auch in der einen oder anderen Form für kostenlose Office- und Messaging-Dienste einsetzen wird.

Der derzeit größte Konkurrent von Google Text & Tabellen (Google Docs) heißt Zoho. Wie Google stellt Zoho jedem Nutzer im Browser Module zur Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Erstellung von Präsentationen bereit. Diverse zusätzliche Funktionen wie Tools zum Projektmanagement, zur Datenbankverwaltung oder zum Abhalten von Online-Konferenzen runden das Angebot ab und lassen es umfangreicher erscheinen als das von Google. Angesichts der zunehmenden Bedeutung solcher Tools ist es nur eine Frage der Zeit, bis Zoho von einem finanzkräftigen Internetunternehmen übernommen wird, das in den Zukunftsmarkt webbasierter Office-Anwendungen einsteigen möchte. Mögliche Kandidaten gibt es viele, wobei Google und Yahoo wahrscheinlich nicht mehr in Frage kommen.

In diesem Zusammenhang interessant ist die zukünftige Strategie von Microsoft. Bisher gibt es keinen kostenlosen, webbasierten und gehosteten Online-Office-Dienst der Redmonder. Möchte man jedoch dem drohenden Bedeutungsverlust von Microsoft Office entgegenwirken, gibt es zur Entwicklung einer Online-Version keine Alternative - außer die Übernahme eines bestehenden Anbieters. Wie sich das allerdings auf Microsofts Glaubwürdigkeit auswirken würde, möchte ich nicht abschätzen.

Die nächsten Monate werden spannend. Zumal derzeit mit Peepel, EditGrid, Central Desktop, ThinkFree und Buzzword viele weitere Online Office Services auf sich aufmerksam machen.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

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