<< Themensammlung Netzwertig

Unter netzwertig veröffentlichen wir in unserem Blog Einschätzungen zu aktuellen digitalen Geschäftsmodellen und IT-Trends, Meldungen, Analysen, Reviews und Specials.

04.06.07

MediaMaster: Musik-Sammlung kostenlos online speichern & streamen – wirklich!

MediaMaster

Ab und an stößt man im Netz auf richtige Killerapplikationen. Internetdienste, bei denen man kaum geglaubt hat, dass diese so möglich wären. MediaMaster ist solch ein Kandidat. Das Unternehmen mit Sitz im von Internet-Startups bevölkerten Silicon Valley bietet einen Service an, bei dem Nutzer ihre Musik-Sammlung browserbasiert online speichern und streamen können. MediaMaster ist nicht der erste Dienst, der dies versucht. Doch er ist wohl der erste, bei dem das tatsächlich funktioniert und der dazu komplett kostenlos ist!Ich habe MediaMaster in den letzten zwei Tagen ausgiebig getestet und bin mehr als begeistert. Nach einer sehr unkomplizierten Registrierung, bei der lediglich die Angabe des gewünschten Benutzernamens und Passworts sowie einer gültigen E-Mail-Adresse erforderlich ist, kann es auch schon losgehen. Dreh- und Angelpunkt von MediaMaster ist eine Flash-Oberfläche, die als Musikbibliothek und Player fungiert. Jeder neue Benutzer findet zu Beginn in seinem Musikarchiv den MediaMaster Classical Sampler. Alle Alben werden mit Cover dargestellt. Ein Doppelklick führt zur Songliste. Ein weiterer Doppelklick auf den gewünschten Titel spielt ihn ab. Nachdem man das weiß, kann man mit dem Upload seiner Musik-Sammlung beginnen. Der «Advanced Uploader« ermöglicht das Hochladen ganzer Ordnerstrukturen und Unterordner. Auch Synchronisieren funktioniert einwandfrei. Wer mehrere Gigabyte hochlädt, muss natürlich entsprechend geduldig sein – abhängig von der eigenen Bandbreite sowie von MediaMasters Serverauslastung.

mediamaster.png

Nach dem Upload werden Alben automatisch mit Cover versehen. Bei mir stimmte das Cover in rund 50 Prozent der Fälle mit dem tatsächlichen Interpreten überein. Auch das manuelle Hinzufügen eines Covers ist möglich. Jeder hochgeladene Titel kann nun wie oben beschrieben von jedem Ort der Welt gestreamt werden, solange ein einigermaßen schneller Internetanschluss vorhanden ist. Die Qualität des Streamings ist sehr gut und entspricht mindestens einer MP3-Datei in 128 kbps. Aussetzer gab es bei mir keine. MediaMaster funktioniert für alle MP3-, WMA- und M4A- (AAC)-Dateien ohne Kopierschutz.

Obwohl bereits das kostenlose Ablegen von vielen Gigabyte Musik zum unbegrenzten Streaming für sich genommen eine fantastische Sache ist, so kommt es noch besser: Betreiber von Blogs und Webseiten können die gesamte Musiksammlung per Widget in die eigene Seite einbinden. Dagegen verblassen die Integrationstools vieler Social-Music-Dienste völlig.

Außerdem erhält jeder unter dem Menüpunkt «Publish« einen Link zu einem persönlichen Radio-Stream. Dieser kann mit gängigen Audioplayern wie Winamp oder dem Windows Media Player angehört werden. Per Drag & Drop zieht man die Songs und Alben, die im Stream gespielt werden sollen, aus seiner Musikbibliothek in den «My Radio«-Ordner. Anschließend kann man festlegen, ob die Titel in einer bestimmten Reihenfolge oder zufällig gestreamt werden sollen. Mein persönliches Radio, lediglich bestehend aus den Songs von MediaMasters Classical Sampler, gibt es hier:

n90.mediamaster.com/myradio/imartin.pls

Ich kann mich nicht erinnern, wann mich zuletzt ein Webangebot so sehr überzeugte. Und dabei hat auch MediaMaster noch viel Verbesserungspotential. Möglichkeiten, mit anderen Usern der Seite in Kontakt zu treten und deren Songs zu hören, fehlen bisher. Auch das automatische Hinzufügen der Cover zu den hochgeladenen Alben kann noch verbessert werden. Lieber habe ich einen «no cover«-Hinweis, als dass ein falsches Motiv eingeblendet wird. Als Backup der Musik-Sammlung eignet sich MediaMaster momentan nicht, da es keine Option gibt, die Dateien zurück auf die Festplatte zu laden.

Nun bleibt abzuwarten, wie sich eine zunehmende Bekanntheit von MediaMaster auf die Servergeschwindigkeit auswirkt und wie lange das Angebot kostenlos bleibt. In den FAQ wird darauf verwiesen, dass man die anfallenden Kosten der zur Zeit werbefreien Seite als Investition in die Weiterentwicklung des Produktes sieht. Doch irgendwann wird auch MediaMaster Geld mit der Seite verdienen wollen. Die Strategie, zum Anfang einen relativ wertvollen Service gratis anzubieten, kann sich im Falle von MediaMaster lohnen. Denn genau wie ich würden sicher viele User, die MediaMaster ausprobiert haben, für die Nutzung auch bezahlen – vorausgesetzt, dass man die Musikdateien zurück auf die Festplatte laden kann. Zu MediaMaster.

Wer es lieber visuell mag: Hier eine 5-minütige Demo von MediaMaster:

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer