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11.05.07

IPTV-Dienst Zattoo ab Juni in Deutschland

zattoo.gif

Update: Zattoo Deutschland ist gestartet. zweinull.cc hat Einladungen zur Beta!

Neben Joost sorgt derzeit noch ein weiteres Internet-TV-Projekt für viel Vorfreude bei den deutschen Internetnutzern: Zattoo. Häufig werden beide Dienste im selben Atemzug genannt. Dabei haben sie abgesehen von der Tatsache, visuelle Inhalte mittels P2P-Technik über das Internet zu übertragen, nicht viel gemeinsam. Zweinull.cc stellt Zattoo vor und hat dazu Sugih Jamin, Chairman und Technischer Direktor bei Zattoo, befragt.

Zattoo überträgt bestehende, nationale Fernsehsender über das Internet. Im Gegensatz zu Joost werden keine einzelnen Inhalte auf Servern abgelegt. Stattdessen wird das Programm von ARD, RTL und vielen anderen Sendern live übertragen und kann mittels der Zattoo-Software überall genutzt werden, wo ein Computer und ein Breitbandanschluss zur Verfügung stehen. Video-on-Demand, also der zeitunabhängige Abruf spezifischer Sendungen, ist im Gegensatz zu Joost bei Zattoo nicht möglich. Vertragspartner von Zattoo sind nicht wie bei Joost die Rechteinhaber der Inhalte, sondern die Fernsehsender bzw. die nationalen Sendeanstalten.

Zattoos Kernzielgruppe sind laut Sugih Jamin junge Menschen zwischen 18 und 25 Jahren, die gerne «multitasken«, also beispielsweise TV schauen, während sie ihre E-Mails abrufen und im Internet surfen. Entsprechend kann das Zattoo-Fenster auf dem Desktop verkleinert werden und im Hintergrund laufen. Entwickelt wurde die hinter dem Dienst stehende Technologie zur Peer-2-Peer-Übertragung von Live-Inhalten an der University of Michigan in Ann Arbor. Dort ist gleichzeitig Zattoos Firmensitzen. Das Unternehmen hat außerdem eine Niederlassung im für Internet-Firmen angesagten San Francisco sowie in Zürich in der Schweiz. Das Geschäftsmodell von Zattoo basiert auf Werbung, die während des Umschaltens von einem Sender zum nächsten eingblendet wird.

Derzeit kann Zattoo nur von Usern in der Schweiz und in Dänemark sowie in einer geschlossenen Beta-Phase auch in Groß Britannien genutzt werden. Das Senderangebot ist von Land zu Land unterschiedlich und stets abhängig von den ausgehandelten Verträgen mit den TV-Anstalten. Laut Sugih Jamin von Zattoo wird kein Sender ohne Einverständnis bei Zattoo gestreamt. Das erklärt, warum das Angebot vor einem Jahr zuerst in der Schweiz startete. Das dortige Senderangebot umfasst viele Kanäle aus den Nachbarländern und ist somit ein ideales Testfeld für Zattoo mit einer dennoch vergleichsweise kleinen Nutzergruppe. Nach zehn Monaten haben sich bereits 350.000 Schweizer registriert - kein schlechtes Ergebnis bei 7,5 Millionen Einwohnern.

Noch ein paar Wochen müssen sich deutsche Nutzer gedulden, dann können auch sie Zattoo ausprobieren. Laut Jamin ist der Start einer öffentlichen Beta-Phase in Deutschland mit rund 25 Sendern für Juni geplant. Auch in Österreich, Polen und Spanien wird ein baldiger Launch anvisiert. Vorerst fokussiert man sich auf die Desktop-Version. Ein mobiler Client ist momentan nicht in Planung.

Siehe auch

10 Gründe, warum man Joost mögen muss

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

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