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11.01.08

Europolitan hat den studiVZ-Durchblick

studiVZSeit Mittwoch greifen studiVZs neue Geschäftsbedinungen, die etliche Klauseln bezüglich personalisierter Werbung enthalten. Wer die AGB bis zum 9. Januar nicht akzeptierte, wurde von der Nutzung des größten deutschen Social Networks ausgespert und hat noch bis zum 31. März diesen Jahres Zeit, den geänderten Bedingungen zuzustimmen – ansonsten wird der Account gelöscht. Das Thema sorgte seit der Ankündigung Mitte Dezember für zahlreiche Schlagzeilen bei nahezu allen etablierten Onlinemedien. Selten allerdings wurde die Problematik wirklich sachlich und korrekt erfasst bzw. dargestellt, was in der Öffentlichkeit zu einem verzerrten Bild der Situation führte. Soeben bin ich beim mir bisher unbekannten Nachrichtenmagazin Europolitan auf einen Artikel gestoßen, der die aktuelle Entwicklung bei studiVZ beschreibt, und das in einer so vorbildlichen, neutralen und differenzierten Form, wie ich es bisher in diesem Zusammenhang noch nicht erlebt habe. Treffend und fundiert fasst die Autorin die Geschehnisse zusammen, berichtet über die tatsächlichen (eher geringen) Ausmaße des Protestes, aber auch über die notwendige Sensibilisierung für ein Thema, welches jeden Nutzer von Social Networks betrifft: die gedankenlose Veröffentlichung persönlicher Daten. Sie verweist auf den bereits verbreiteten Einsatz personalisierter Onlinewerbung auf anderen Seiten und spart gleichzeitig nicht mit Kritik an der ihrer Ansicht nach juristisch fragwürdigen Praxis von studiVZ, die AGB-Verweigerer einfach auszusperren.

Lest euch den Artikel durch und beurteilt selbst, ob er die Situation richtig beschreibt. Einige erwähnte Zahlen am Rande: Angeblich kam es bisher zu 45.000 Austritten von protestierenden studiVZ-Nutzern, was bei ungefähr 4,5 Millionen Mitglieder einem Prozent entspricht. Weiter heißt es, dass bereits drei Viertel der registrierten User den neuen AGB zugestimmt haben. Dies ist seit 21. Dezember möglich. Die Statistik, sofern sie denn stimmt, gibt einen wagen Einblick in die Aktivitätsrate der studiVZ-Mitglieder: 75 Prozent haben sich innerhalb der letzten drei Wochen mindestens einmal bei studiVZ eingeloggt (und dann die AGB akzeptiert), schätzungsweise zehn bis fünzehn Prozent verweigern die Zustimmung oder haben sie vergessen (und sich seit Mittwoch nicht mehr eingeloggt). Es verbleiben zehn bis 15 Prozent der Mitglieder, die in den letzten drei Wochen nicht bei studiVZ gewesen sind und damit als wenig oder nicht aktive Nutzer angesehen werden können.

 

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

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