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24.03.08

Auch tunesBag setzt auf Musik in der Cloud

tunesbagsimfy und MusicMakesFriends, zwei Dienste zum Hosten und Teilen der eigenen Musiksammlung im Netz, bekommen mit tunesBag Konkurrenz aus Österreich. In letzter Zeit habe ich mehrmals und ausführlich über derartige Anbieter geschrieben und würde tunesBag deshalb eigentlich keinen eigenen Beitrag widmen. Allerdings enthält der Service einige nette Features, die so bei den Wettbewerbern nicht zu finden sind ? Kleinigkeiten zwar, doch diese könnten am Ende über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. tunesbagoptions1.gifFür ein junges Startup bietet es sich an, die Schnittstellen von beliebten Social-Web-Diensten wie Facebook, Twitter und Last.fm aufzugreifen, um sich deren Popularität auf die ein oder andere Art zunutze zu machen. tunesBag-Gründer Hansjörg Posch hat das erkannt. Sein Service lässt User zum Beispiel eine Liste ihrer Facebook-Kontakte importieren, um abzugleichen, wer bereits bei tunesBag registriert ist und um einen komfortablen Weg anzubieten, Freunde einzuladen. Kommentare zu einzelnen Titeln können direkt von tunesBag aus in Twitter gepostet werden. Wer ein Last.fm-Konto hat, kann die bei tunesBag gehörten Songs "scrobbeln". Diese werden dann wie andere mit Winamp oder iTunes gespielte Stücke von Last.fm protokolliert. Dank der Verknüpfung mit dem Last.fm-Account serviert tunesBag außerdem Vorschläge für Tracks, die zu der momentan angehörten Produktion passen. Auch Nutzer des Social Music Networks MyStrands können bei tunesBag Empfehlungen erhalten. Ermöglicht wird des weiteren das direkte Veröffentlichen von Playlisten in Blogs bei Blogger.

tunesbagscreen.gifEine andere Stärke von tunesBag ist der Musikimport. Der Service unterstützt nicht nur den Browserupload sondern stellt auch eine kleine Desktop-Software zur Verfügung, mit der sich Musik komfortabel und einfach online bei tunesBag ablegen lässt. Auch simfy hat seit kurzem einen Desktop-Uploader. tunesBag geht aber noch weiter und lässt seine Nutzer MP3-Dateien auf Wunsch per E-Mail hochladen. Und wer seine Songs schon an anderer Stelle im Netz (z.B. auf seinem Blog) gespeichert hat, kann einfach den Link zum Titel angeben. tunesBag importiert diesen dann automatisch.

Wie seine Konkurrenten beruft sich tunesBag auf das Recht der User auf die Privatkopie. Lediglich die von einem selbst importierten Titel sowie die seiner Freunde lassen sich anhören, jedoch nicht herunterladen. DRM-geschützte Dateien werden vom System nicht akzeptiert. In Hinsicht auf das Geschäftsmodell sagt tunesBag-Gründer Hansjörg Posch, dass tunesBag kostenlos ist und bleiben soll. Umsätze möchte er über Banner- und Audiowerbung, Artist-Features sowie Affiliate-Programme generieren. Auch plant er kostenpflichtige Premiumdienste und die Vermarktung über Partner.

Trotz der großen Zahl von Anbietern konnte das Speichern und Teilen von Musik in der Cloud bisher keinen wirklichen Durchbruch erleben. tunesBag und Konsorten müssen also noch einiges an Überzeugungsarbeit leisten, haben aber gleichzeitig gute Chancen, sich ein Stück vom attraktiven Zukunftsmarkt der digitalen Musik im Web zu sichern. Mit seinem durchdachten und ausbaufähigen integrativen Ansatz verschafft sich tunesBag eine gute Ausgangsposition und fordert simfy (wo man auch nicht schläft und letzte Woche in den RTL2 News vorgestellt wurde) sowie zahlreiche andere internationale Dienste heraus. Das ist gut, denn Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft.

tunesBag befindet sich derzeit in der geschlossenen Beta-Phase. zweinull.cc hat zehn Einladungen. Wer den Dienst ausprobieren möchte, hinterlässt einen Kommentar mit seiner E-Mail-Adresse.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

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