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06.05.11

Zitat in einem Blogartikel: Der Springer-Verlag fordert Schadenersatz von Exciting Commerce

Das Fachblog Exciting Commerce hat wegen der Veröffentlichung eines zitierten Texts von Welt Online eine Schadenersatzforderung des Axel-Springer-Verlags erhalten.

 

Wir wissen, dass sich unter den Lesern von netzwertig.com auch der eine oder die andere Blogger(in) befindet. Für alle, auf die das zutrifft, sowie als Informationshappen für am Geschehen Interessierte folgt hier ein kleiner, aber potenziell wichtiger Hinweis:

Kollege Jochen Krisch vom renommierten E-Commerce-Blog Exciting Commerce hat wegen der Veröffentlichung eines zitierten Texts von Welt Online eine Schadenersatzforderung von der Axel Springer AG erhalten. Das Medienhaus erwartet für die widerrechtliche Publizierung die Zahlung eines Betrags von 400,00 Euro.

Krisch dazu nüchtern: "Dieses freundliche "Angebot" lehnen wir dankend ab."

Ob man beim Springerverlag der Ansicht ist, dass das von Exciting Commerce in diesem Artikel veröffentlichte Zitat von Welt Online zu lang sei, ist eine Sache (über die man durchaus diskutieren kann). Aber kurioserweise ist es ein Beitrag aus dem Jahr 2008, der die Rechtsabteilung der Berliner zu einem solch in jedem Fall fragwürdigen, weil ohne Vorwarnung erfolgten Schritt animiert.

Das legt den Schluss nahe, dass es nicht darum geht, Exciting Commerce darauf hinzuweisen, dass man ausführliche Zitierungen von Welt, Bild etc. nicht wünscht, sondern dass eine neue Geldquelle erschlossen werden soll. "Der Axel Springer Verlag testet schon mal, wie so ein Leistungsschutzrecht für die Presse in der Realität aussehen könnte", formuliert es Marcel Weiss, der als Autor für Exciting Commerce tätig ist.

Weiss verweist auch auf einen anderen aktuellen Fall, bei dem die Axel Springer AG ähnlich vorgegangen ist.

Ob Erschaffer von Onlineinhalten zukünftig ganz auf Links zu den Sites des Verlagshauses verzichten oder lediglich genau darauf achten sollten, so wenig zitatnahe Äußerungen der entsprechenden Medienangebote zu übernehmen wie möglich (auch rückwirkend), wird jeder selbst entscheiden müssen. Eine gewisse Vorsicht ist jedoch geboten - zumal, sollte das Medienunternehmen mit dem Vorgehen erfolgreich sein, andere Verlage dies mitunter als Inspiration zu ähnlichen Aktionen sehen könnten.

Update: Bei t3n wird das Ereignis im Hinblick auf das Zitatrecht beleuchtet.

Hinweis: An zwei Stellen am Artikelanfang wurde der Begriff "Zitat" nachträglich in "zitierter Text" umgewandelt, da dies den Sachverhalt besser trifft.

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