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03.04.07

Webstar

Soll, kann man sich überhaupt mit dem Inhalt von Kolumnen oder sehr persönlich gefärbten Blogeinträgen beschäftigen? Vermutlich nicht, denn solange sie die Gesetze nicht verletzen, sind sie nicht mehr als Tropfen im klaren See der Meinungsfreiheit. Es kann jeder denken, sagen, schreiben, was er will. Um so schöner, wenn er dafür bezahlt wird. Wie Philippe Zweifel vom Facts, der sporadisch die Kolumne Webstar schreibt. Jeder dieser undatierten Texte wird so eingeleitet:

Philippe Zweifels Kolumne über Menschen, die dank dem Internet zu (oftmals unfreiwilligem) Ruhm kommen.

Ich weiss nicht warum und es geht mich auch nichts an, aber irgendwie mag Herr Zweifel Leute, die im Internet aktiv sind, nicht. Vielleicht ist er auch nur dafür bezahlt, so zu tun, als ob er Leute, die im Internet aktiv sind, nicht mag. Wie dem auch ist: Aus den Texten trieft die Meinung, dass im Internet aktive Menschen irgendwie nicht ganz richtig sind. Dass sie falsch leben. Dass sie "nicht sexy" und "vermutlich irre" sind. Etwas langweiliges machen. Mit "Menschen, die eigentlich niemand kennen möchte".

Bemerkenswert ist die Form der Texte, die nicht nur wegen ihren wenigen Schreibfehlern an Blogeinträge erinnern. Somit gehört auch der Autor zu den Menschen, die dank dem Internet zu (oftmals unfreiwilligem) Ruhm kommen. Zum Ruhm, Geld zu verdienen mit Internetpublikationen, die sich über "die Niederungen der Zapruder-Gesellschaft" erheben.

Hier ein paar Zitate aus den Kolumnen inklusive Link zum Nachlesen:

1989 startete Templeton den ersten Newsdienst in der Geschichte des Internets. Seither – noblesse oblige – bellt er als Wachhund der elektronischen Meinungsfreiheit regelmässig Alarm und zerrt Übeltäter vor Gericht. Zuletzt bekam Apple dort vom schnauzbärtigen Brad aufs Dach. Der Konzern wollte Blogger wegen der Veröffentlichung von Firmeninterna verklagen. Sie sehen: Auch das als egalitär gepriesene Web 2.0 kennt User, die gleicher sind als andere. Aber trösten Sie sich: Schauen Sie Brad ins Gesicht. Und stellen Sie fest, dass Macht nicht immer sexy macht. Zumindest Cybermacht nicht.

Der heilige Zorn des Internets

Ist der Mann irre? Vermutlich. Ist er total verblödet? Sicher nicht. Soziale Netzwerke als Propagandamittel sind im Kommen.

Andy begibt sich in Missionarsstellung

Nun, findet Veteran Bochco, brauche die TV-Branche dringend neue Impulse – und zwar seine. Die sehen so aus: Bochco fragt Passanten in Los Angeles nach ihrem «peinlichsten Moment», dem «krassesten Suff» oder «schrägsten Date». Den Fettnäpfchen-Reigen dokumentiert er in zweiminütigen Online-Clips. «Café Confidential» heisst seine Show mit Menschen, die eigentlich niemand kennen möchte.

Der schlechteste TV-Sender der Welt

Einige Leser bescheinigen ihm, ein Wunder vollbracht zu haben. Plotz mache Blogging noch langweiliger, als es ohnehin sei.

David bloggt über biblische Brutalos

Heffernans Berufskollegen verstehen den Enthusiasmus für Online-Content nicht. Für die traditionellen Fernsehkritiker istYouTube ein Phänomen, das man am besten ignoriert. Überhaupt: Was hat eineTopjournalistin mit Harvard-Abschluss in den Niederungen der Zapruder-Gesellschaft zu suchen? Die Antwort vertagen wir um zehn Jahre. Mal schauen, wer dann in die Röhre guckt.

Der Leuchtturm im YouTube-Land

Ursi küsst den Wassermann Erst Radio, dann Fernsehen, und jetzt das Internet. Klingt, als habe die gschpüürige Ursi Spaltenstein ihre Karriere- Schritte analog zur Entwicklung der Medien gemacht. Mit der bonbonbunten Link- Sammlung «Ursis Blog» und dem nach Räucherstäbchen duftenden «Eso-Garden» ist die 47-Jährige gleich im Doppelpack an der Spitze der schweizerischen Blog-Charts vertreten (Blogparade.ch).

Ursi küsst den Wassermann

So weit, so spannend. Doch macht das bei YouTube gängige Rating-System solche Awards nicht überflüssig? Und warum schert sich der Video-Klamaukdampfer um ästhetische Prinzipien? Überhaupt: Soll eine anarchische Plattform Superstars küren? Was kommt als Nächstes – der Wikipedia- Preis für den längsten Lexikoneintrag?

Terra Naomi gewinnt eine Beerdigung

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

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