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13.11.13

Wandel des TV-Marktes: Schweizer Zattoo-Konkurrent Teleboy startet Serien-Flatrate

In der Schweiz gab es bislang keinen Abo-Dienst, der Zugang zu einem breiten Spektrum an Serien-Hits bot. Ausgerechnet Teleboy, der in der Schweiz marktführende Service für das Live-Streaming von TV-Sendern, ändert dies nun.

Serien begeistern Millionen, führen zu regelrechten Marathonsitzungen und stellen einen bedeutenden Eckpfeiler eines sich wandelnden Unterhaltungs-Ökosystems dar. Kein Wunder, dass zahlreiche Video-On-Demand-Dienste auf den neuen Trend aufspringen und ihr Angebot an streambaren Staffeln hochkarätiger Serien besonders hervorheben. In Deutschland buhlen Watchever , Maxdome und Lovefilm um die Gunst der Serienliebhaber (und Filmfans). Für User in der Schweiz dagegen war die Lage bisher deutlich weniger erfreulich - ein Abo-Dienst, der das umfangreiche Streaming populärer Serien ermöglichte, existierte bisher gar nicht. Jetzt ändert sich dies, und zwar dank eines spannenden Vorstoßes: Der Schweizer TV-Dienst Teleboy, Konkurrent vom auch in Deutschland bekannten Service Zattoo, startet eine eigene Serien-Flatrate. teleboy Für monatlich knapp 15 Franken, gut zwölf Euro, kommen Nutzer in der Schweiz in den Streaming-Genuss von derzeit 1700 Episoden von 45 Serien, darunter zahlreiche Quotenknüller wie Lost, Greys Anatomy und - natürlich - Breaking Bad. Laut PCtipp.ch können zahlreiche Serien in Originalsprache angeschaut werden, 60 Prozent seien in HD-Qualität verfügbar. Der Abruf erfolgt über den Browser oder eine auch den Offline-Konsum erlaubende iOS-App. Eine Android-Version soll in Kürze lanciert werden. Zwei Jahre lang habe Teleboy mit den Fernsehstationen verhandelt, das Resultat sei eine "schweizer Pionierleistung", so PCtipp.ch.

Der Launch von Teleboy Serien ist ein interessanter Schritt des Unternehmens, das sich wie das ebenfalls in der Schweiz beheimatete Zattoo bislang auf das Live-Streaming von linearen Fernsehkanälen konzentrierte. Erstmals steigt damit nämlich einer der am europäischen Markt befindlichen Streamingdienste für Live-TV in das On-Demand-Abo-Segment ein. Bemerkenswert ist dabei auch, dass sich die Zürcher ganz auf Serien konzentrieren. Noch vor einigen Jahren wäre eine Streamingflatrate, die keine Filme beinhaltet, belächelt worden. Doch im Jahr 2013 können damit hunderttausende Couchkartoffeln glücklich gemacht werden.

Teleboy ist mit 735'000 eindeutigen Clients der reichweitenstärkste TV-Dienst der Schweiz und in der Alpenrepublik beliebter als die Wettbewerber Zattoo und Wilmaa. Angesichts der begrenzten Wachstumsmöglickeiten, die das einfache Bereitstellen von legalen Streams der Fernsehsender sowie von Internet-Videorekorder-Funktionen bietet, eröffnet sich Teleboy mit dem Serien-Modell ein attraktives neues Geschäftsfeld und lässt die Konkurrenz vorerst etwas altbacken wirken. Dass diese versuchen wird, von den Rechteinhabern ebenfalls grünes Licht für Content-Abos zu erhalten, erscheint wahrscheinlich.

Auch ohne die Präsenz von Netflix ist im TV- und Video-Markt des deutschsprachigen Raums 2013 mehr Bewegung als jemals zuvor. /mw

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