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09.10.07

Von Blogwerkern und Mistkratzern

300 mal "6 vor 9":Mehr als ein Jahr lang hat medienlese.com-Redaktor Ronnie Grob uns täglich sechs medienrelevante Artikel serviert - noch vor dem Frühstück. Eine unspektakuläre, reife Leistung. Unaufgeregt und seriös, und so gar nicht den Vorstellungen manches selbsternannten Blogpapstes dessen entsprechend, was "Kommerzblogger" angeblich tun.

Na und? Machen das nicht Dutzende von Bloggern? Ich wage zu behaupten: Nein. Nicht in der Qualität von 6 vor 9. Nicht mit der Disziplin (sechs lesenswerte Links jeden Tag genau sechs Minuten vor neun ) und der Ernsthaftigkeit von Ronnie Grob. Und ich weiss, wovon ich rede, denn wie die andern Blogwerker habe ich ihn hie und da vertreten müssen. Es ist harte Arbeit, diese sechs Links zu finden.

Ronnie wird dafür bezahlt - denn medienlese.com ist Bestandteil des Online-Verlags Blogwerk AG. Seit mehr als einem Jahr arbeiten wir am Aufbau dieses Unternehmens. Mit 16-Stunden Tagen, viel Herzblut und gelegentlichen Abgründen der Frustration. Wir tun es, weil wir daran glauben, dass durch das Internet die Medienwelt bereichert werden kann, dass der Journalismus sich von der vielbeklagten Dominanz der Grossverlage emanzipieren kann, und zwar ohne dass er in den brotlosen Untergrund geht.

Der Erfolg bekräftigt uns in diesem Glauben. Und es ist kein billiger, schneller "Britney-Spears-ohne Höschen"-Google-Treffer-Erfolg. Tausende von regelmässigen Lesern und Leserinnen besuchen täglich die Blogwerk-Blogs, viele davon, ohne vorher je ein Blog gelesen zu haben - wir merken es daran, dass sie uns verwundert fragen, was denn das eigenartige Layout unserer Publikation sei.

Darin sehen wir unsern grössten Erfolg. Aber genau das haben so einige Urgesteine der deutschen Blogosphäre entweder nicht kapiert, oder sie bekämpfen es aus andern Gründen. Sie machen uns und andere Newcomer, kommerziell oder nicht, zum Feindbild, zu den "Totengräbern der Blogosphäre", denen der Sinn nach nichts als Kohle und Klicks steht.

Das ist nicht nur ausgesprochener Blödsinn. Es ist vielfach auch heuchlerisch. Wer täglich den Mund voll nimmt und andern seine Galle ins Gesicht spuckt, sichert sich mit dem Spektakel ein Publikum und sorgt dafür, dass sein Marktwert als "Blogexperte" stetig steigt.

Wir finden es ehrlicher, transparent zu machen, dass die Werbung rund um unsere unabhängigen Inhalte uns bezahlt. Wir müssen gar nicht so tun, als wollten wir etwas umstürzen, denn uns geht es vielmehr darum, etwas aufzubauen. Wir halten dabei Verlag und Redaktion strikter getrennt als so mancher etablierte Print-Verlag, und bezahlte Postings und dergleichen kommen für uns nicht in Frage.

Es ist sehr einfach, im "Misthaufen Internet" täglich Mist zu finden. Man muss sich dazu noch nicht mal die Hände schmutzig machen. Wer hingegen Werte sucht, der muss die Ärmel hochkrempeln und tief hineingreifen.

Ich finde, wer das tut, und noch dazu jeden Tag vor dem Frühstück, macht sich weit mehr verdient um die Blogosphäre als die Mistkratzer.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

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