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07.04.11

VoIP: FriendCaller verbessert seine Browser-App

Der deutsche VoIP-Dienst FriendCaller überarbeitet seine Browseranwendung. Genau diese fehlt dem großen Wettbewerber Skype seit jeher.

 

Sich gegen Skype zu behaupten, ist kein einfaches Unterfangen. Selbst wenn der VoIP-Dienst hinsichtlich Benutzerfreundlichkeit und Kostenstruktur einige Wünsche offen lässt und damit keineswegs unangreifbar erscheint, sichert ihn der Lock-In-Effekt relativ gut gegen Vorstöße der Konkurrenz ab. Denn ein Wechsel zu einem anderen Anbieter würde zur Folge haben, dass man alle seine Skype-Kontakte ebenfalls zu diesem Schritt überreden müsste - was nur geringe Erfolgsaussichten mit sich bringt.

FriendCaller, eine deutsche Skype-Alternative, die ihren wichtigsten Markt außerhalb des deutschsprachigen Raums hat, ist trotzdem davon überzeugt, sich Schritt für Schritt einen Vorteil gegenüber dem populären Telefonie- und Messagingdienst verschaffen zu können. Der sinnvollste Ansatz dafür: Die Funktionalität ausbauen, die Skype fehlt. Wie FriendCallers Webapplikation.

Denn im Gegensatz zu Skype, das auch sieben einhalb Jahre nach seinem ersten Release noch immer keine Möglichkeit bietet, Gespräche oder zumindest Chatfunktionalität im Browser anzubieten (imo.im hilft glücklicherweise aus und zeigt, dass es geht), stellt FriendCaller seinen Usern neben Anwendungen für den Destop, Smartphones und Facebook auch eine Webapp bereit, über die sie browserbasierte VoIP-Gespräche führen und empfangen können. Voraussetzung ist, dass Java auf dem jeweiligen Rechner installiert ist.

Im Rahmen einer generellen Neugestaltung der FriendCaller-Website hat der Dienst aus Werl bei Dortmund auch sein "WebPhone" vollständig überarbeitet und deutlich intuitiver und funktioneller gemacht. Der unter einer eigenen URL erreichbare Service (der ein FriendCaller-Konto oder eine Authentifizierung via Facebook erfordert) erlaubt das Chatten mit FriendCaller-Kontakten sowie das Durchführen von VoIP-Gesprächen, sowohl kostenfrei zu anderen FriendCaller-Nutzern als auch gegen Gebühr in Fest- und Mobilnetze.

Besonders auffällig ist die Geschwindigkeit und Reaktionszeit der Anwendung, was laut dem FriendCaller-Blog auf die Integration von Googles Web Toolkit zurückzuführen ist.

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Im direkten Vergleich zwischen Skype und FriendCaller ist das größte Problem wie eingangs beschrieben das Fehlen von Kontakten, was den Spaß etwas trübt. Auch könnte es als nachteilig empfunden werden, dass die Java-Software erforderlich ist. Der große Vorteil einer Browserapp ist ja eigentlich, dass sie von beliebigen Rechnern aus angesteuert werden kann. Wenn dann jedoch kein Java installiert ist, lässt sich FriendCaller dennoch nicht einsetzen.

Eine Funktion, die ich bisher immer verdrängt habe, aber eigentlich häufiger verwenden sollte, ist der persönliche CallMe-Link. Dieser stellt aus einem beliebigen Browser automatisch eine direkte Verbindung zum eigenen FriendCaller-"Telefon" her. Gesprächspartner, die den Link besitzen, können einen auf diese Weise über FriendCaller anrufen, ohne sich dazu bei dem Dienst anmelden zu müssen. Auch hier ist lediglich Java (und ein Mikrofon) Voraussetzung.

Auf der Roadmap für die nächsten Monate stehen die Implementierung von Videotelefonie für die Web- und iPhone-App sowie virtuelle Telefonnummern (wie sie Skype in Form von SkypeIn auch anbietet).

Es ist schön zu sehen, wie der verglichen mit Skype kleine Anbieter aus Deutschland nicht müde wird, trotz der harten Konkurrenz sein Produkt stetig zu verbessern. Wenn es für die Westfalen aber auch nur eine Chance gäbe, auf Java zu verzichten - ich würde ihnen raten, sie zu nutzen.

Link: FriendCaller

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