<< Themensammlung Netzwertig

Unter netzwertig veröffentlichen wir in unserem Blog Einschätzungen zu aktuellen digitalen Geschäftsmodellen und IT-Trends, Meldungen, Analysen, Reviews und Specials.

12.05.11

virato.de: Der etwas andere Rivva-Nachfolger

Mit virato.de ist ein weiterer Aggregator mit Schwerpunkt auf deutschsprachigen Blogs gestartet. Statt jedoch die Verlinkung von Blogs untereinander als Popularitätsmesser zu nutzen, setzt der Neuling ausschließlich auf die Resonanz bei Facebook und Twitter.

 

Anfang des Jahres sah die Welt für leidenschaftliche Leser deutschsprachiger Blogs recht trüb aus, was die Verfügbarkeit intelligenter Aggregatoren betraf: Das Ende von Rivva, über viele Jahre eine Institution der hiesigen Blogosphäre, war bereits absehbar (und traf kurz darauf ein), echte Alternativen existierten in dieser Form keine.

Ein paar Monate später jedoch gibt es wieder Grund zu Optimismus: Anfang April startete der Blogaggregator Newshype in geschlossener Beta-Phase. Die Gründer Jannis Kucharz und Pëll Dalipi wollen mit ihrem Dienst, der die Vernetzung deutschsprachiger Blogs untereinander darstellen und intensiv diskutierte Themen hervorheben soll, das Erbe von Rivva-Gründer Frank Westphal fortführen.

Auch wenn die zwei Newshype-Macher gerade wieder mit der Skalierung ihres rechenintensiven Angebots zu kämpfen haben, können sie auf einen guten Start mit vielen Reaktionen zurückblicken. Und in der kommenden Woche dürfen sie ihre Entwicklung auch auf dem Next Elevator Pitch präsentieren .

Auf eine etwas veränderte Konkurrenzsituation sollten sich Kucharz und Dalipi aber auch schon einmal einstellen: Denn mit virato.de gibt es seit neuestem einen weiteren Aggregator mit einem Schwerpunkt auf Blogs aus dem deutschsprachigen Gebiet.

Das im Alpha-Stadium befindliche Hobbyprojekt des Programmierers Björn Schumacher will ähnlich wie Newshype (und früher Rivva) auf Artikel hinwiesen, die gerade im sozialen Web für Aufmerksamkeit sorgen. Doch statt die Verlinkung von Blogs untereinander als Gradmesser für die Popularität zu verwenden, setzt virato.de - dessen Name für "virale Trends online" steht - ausschließlich auf Tweets, Facebook Likes und Facebook Shares.

virato.de-Chef Björn Schumacher trägt damit der Tatsache Rechnung, dass der Verlinkungsgrad in der Blogsphäre kontinuierlich zurückgeht - was zumindest partiell auf die Existenz von Facebook und Twitter zurückzuführen ist. Denn vieles von dem, was vor fünf Jahren in einem kurzen Blogbeitrag Ausdruck gefunden hätte, wird heute lieber in Form eines Tweets oder eines Facebook-Updates veröffentlicht.

virato.de scannt regelmäßig über 600 Quellen und verweist mit Überschrift und Textanriss auf die Beiträge, die bei den zwei führenden Social-Media-Kanälen Facebook und Twitter besonders eifrig empfohlen werden.

Praktisch sind dabei die Filtermöglichkeiten, die der optisch sehr nüchterne, stark textbasierte Dienst anbietet: Bei den Quellen kann man sich Postings nur von Blogs, nur von Magazinen (alias Mainstreammedien) oder von beiden Gruppen anzeigen lassen, zudem wird ein Zeitfilter angeboten, der alle Artikel serviert, die in den vergangenen drei, sechs, zwölf oder 24 Stunden veröffentlicht wurden.

Wer will, kann auch ausgesuchte englische Quellen in die Aggregation einbeziehen sowie zwischen einer Reihe von Ressorts wählen, um das Thema einzugrenzen.

Unterhalb eines jeden Beitrags informiert der Service über die Anzahl der Facebook Likes, Facebook Shares und Tweets (hier werden natürlich nur öffentlich verfügbare Daten berücksichtigt).

virato.de macht einen positiven ersten Eindruck. Das aufgeräumte, von viel Weiß dominierte Design erinnert ein wenig an Rivva und fördert die Übersichtlichkeit (Newshype kann leicht chaotisch wirken). Inhaltlich scheint durchaus eine thematische Relevanz getroffen worden zu sein, auch wenn die Aggregation momentan noch etwas stottert:

Zwar steht netzwertig.com auf der Liste der Quellen, taucht aber auch über die integrierte Suchefunktion (die Artikel der vergangenen sieben Tage enthalten soll) nicht auf.

Hier hat Programmierer Schumacher also noch etwas Arbeit vor sich. Laut eigener Aussage ist er derzeit damit beschäftigt, dem Service den letzten Feinschliff zu geben. Am Wochenende soll nach seinen Worten eine Version stehen, mit der er dann auch selbst zufrieden ist. Wer heute oder in den nächsten Tagen virato.de besucht, sollte dies also im Hinterkopf haben.

In puncto Monetarisierung seines Freizeitprojektes hat Björn Schumacher bisher keine konkreten Pläne, sieht aber zumindest grundsätzlich Potenzial, um den Dienst im Falle eines Erfolges auch auf eine solide wirtschaftliche Basis zu stellen.

Was haltet ihr von dem Projekt?

Link: virato.de

Förderland-Newsletter

Wissen für Gründer und Unternehmer