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08.04.09

Video aus dem Inneren eines Google-Rechenzentrums

Hält man sich die Hardware, die Google im Hintergrund aufgebaut hat, vor Augen, wird deutlich, wie hoch die Markteintrittsbarrieren bei der allgemeinen Websuche mittlerweile liegen.

Google hat über die Jahre weltweit Rechenzentren aufgebaut. Royal Pingdom zählte vor einem Jahr 36 weltweit: 19 in den USA, 12 in Europa, 3 in Asien und eins jeweils in Russland und Süd-Amerika.

Google-Rechenzentren weltweit, Quelle: Royal Pingdom

Cnet hat letztes Jahr ausführlich über den Aufbau der Rechenzentren von Google berichtet. heise schrieb vor ein paar Tagen über die Server:

Aktuell ist die sechste oder siebte Generation der Server im Einsatz. Dabei hat man besonders die "Power Usage Effectiveness" im Auge, also der Anteil der Leistung, der nicht direkt in die Berechnung fließt, sondern in Hilfsanwendungen wie Kühlung und Beleuchtung. Dieser Faktor sinkt derzeit von 1,21 (3. Quartal 2008) auf 1,19 im ersten Quartal 2009, die Effizienz steigt also.

Google hat nun ein Video über den Aufbau eines seiner Rechenzentren veröffentlicht:

 

(via Google Blogoscoped)

Die am Anfang genannten Zahlen und das Video machen deutlich, wie viel hinter Google steht. Wann immer über mögliche Konkurrenten zu Google im Markt der Volltextsuchen gesprochen wird, muss ich ein bisschen schmunzeln. Es ist für Startups mittlerweile nahezu unmöglich, sich erfolgreich mit dieser Infrastruktur anzulegen.

Die einzigen, die es in dieser Größenordnung aktuell aus finanzieller Sicht noch mit Google aufnehmen können, sind Yahoo und Microsoft. Und beide scheitern aktuell kläglich, zumindest was die Marktanteile angeht. Startups haben keine Chance, wenn sie auf die gleiche Grundlage - Volltextsuche - setzen. Die Markteintrittsbarrieren sind durch die Übermacht von Google und seinem Hardware-Vorsprung nahezu uneinholbar.

Bei all dem liefert Google auch kein als qualitativ schlecht wahrgenommenes Produkt, wie man es oft bei monopolistischer oder quasi-monopolistischer Marktbeherrschung sieht. Das deutet darauf hin, dass Google aus der Geschichte gelernt hat und monopolistisches Verhalten zu vermeiden versucht.

Fazit: Googles Allmacht kann nur noch von der Seite disruptiert werden. Durch Facebook etwa. Oder Social Media allgemein.

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