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10.07.13

Untersuchung zur Internetnutzung: Für Schweizer Jugendliche ist WhatsApp das neue Facebook

Junge Leute verwenden das Internet anders als ältere Generationen. Eine Untersuchung unter Schweizer Anwendern zwischen 14 und 25 Jahren verdeutlicht dies.

Jugendliche ticken nicht nur anders, was ihre Internetnutzung angeht, sondern sie beeinflussen auch die Richtung, in die sich die Webwirtschaft in den nächsten Jahren entwickelt. Verstärkt richten sich Startups explizit an Teenager, die sich als wichtige Triebkraft hinter dem Erfolg aufstrebender Services wie Tumblr, Instagram oder Snapchat erwiesen haben. Bisher mangelt es noch an Untersuchungen, welche die Unterschiede der digitalen Präferenzen junger Leute im Vergleich mit denen der "Dotcom-Generationen" beleuchten. Die Agentur jim & jim hat dies nun zusammen mit dem Marktforschungsinstitut Demoscope für den schweizerischen Markt getan und 1.500 Jugendliche zwischen 14 und 25 Jahren befragt. Auch wenn die Ergebnisse nicht automatisch für die gesamte deutschsprachige Region gelten, so zeigen sie einige übergeordnete Trends auf, die durchaus auch aus internationaler Perspektive relevant sind.

  • Innerhalb von zwei Jahren ist der Anteil jugendlicher Smartphone-Besitzer in der Schweiz von 54 Prozent auf 90 Prozent gestiegen. Damit kann heutzutage so gut wie jeder Jugendliche über ein Smartphone erreicht werden, was für Startups eine wichtige Erkenntnis darstellt. Im Gegensatz zu Deutschland dominiert in der Schweiz nach wie vor iOS, und das gilt auch für Teens: 55 Prozent verwenden iPhones, 39 Prozent Android.
  • Faszinierend: Für 45 Prozent der Befragten ist das Smartphone das am häufigsten genutzte Gerät für den Informationsbezug im Internet. Nur 35 Prozent nannten hierfür den Laptop, 16 Prozent den Desktop und lediglich vier Prozent das Tablet. Diese Verteilung lässt keinen Zweifel mehr daran, wie weit der Bedeutungsverlust des PCs mittlerweile vorangeschritten ist. Die Nutzungspräferenzen geben Onlinediensten mit Fokus auf jungen Anwendern eine klaren Hinweis darauf, welche Plattformen sie unbedingt priorisieren sollten: die mobilen. Mit zunehmendem Alter verschiebt sich die Verteilung zugunsten des Laptops. Bei über 20-Jährigen und Studierenden kommt er häufiger für den Webzugriff zum Einsatz als das Smartphone.
  • Auch spannend: Desktops werden fast ausnahmslos von Männern verwendet. Man kann spekulieren, dass sich die Nutzergruppe vor allem aus Gamern und Designern zusammensetzt - in beiden Segmenten dominieren gemeinhin Männer.
  • Die bei Schweizer Jugendlichen mit Abstand meistgenutzte App heißt WhatsApp (die sich auch in Deutschland großer Popularität erfreut). 60 Prozent nannten diese. Facebooks App wurde nur von verhältnismäßig bescheidenen 13 Prozent als meistgenutzte Anwendung aufgeführt. WhatsApp hat laut der Untersuchung die SMS als beliebtester Kommunikationskanal abgelöst.
  • Unter den Websites ist Facebook mit 30 Prozent die am häufigsten besuchte Destination, gefolgt von YouTube (25 Prozent) und Google (neun Prozent). Diese Verteilung vermittelt, wieso Google der Meinung ist, ein eigenes soziales Netzwerk zu benötigen: Es will mehr Aufmerksamkeit.
  • Allerdings haben ganze 74 Prozent der Befragten schon einmal mit dem Gedanken gespielt, Facebook den Rücken zu kehren. Als Gründe wurden Ablenkung, mangelndes Interesse am öffentlichen Teilen, der hohe Abhängigkeitsgrad sowie die Belanglosigkeit der Inhalte angegeben.

Als Kommunikationsagentur hat jim & jim auch einige Fragen rund um Marketingaspekte gestellt, die an dieser Stelle weniger relevant sind, aber hier nachgelesen werden können.

Will man die Erkenntnisse aus der Untersuchung in prägnanter Form zusammenfassen, könnte dies folgendermaßen klingen: Das Smartphone ist der neue PC, WhatsApp ist das neue Facebook, die Kommunikation in kleinen Gruppen ist das neue öffentliche Sharing. /mw

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