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02.09.09

Twingly Channels: Gemeinsam gegen die Informationsüberflutung

Dem Web fehlen Filter, um die enorme Masse an Informationen gewichten und nach Relevanz sortieren zu können. Twingly Channels will es richten.

TwinglyNicht Information Overload ist das große Problem des Internets im Jahr 2009, sondern das Fehlen funktionierender, intelligenter Filter. Twingly, die internationale Blogsuchmaschine aus dem schwedischen Linköping, möchte sich diesem Problem annehmen und plant mit Twingly Channels für den 1. Oktober den geschlossenen Beta-Launch eines neuartigen, sozialen Nachrichtenaggregators für das Echtzeitweb. Das Twingly-Team hat uns vorab eine Vorschau gegeben und neugierig gemacht.

Twingly Channels wird es Nutzern ermöglichen, RSS-Feeds und Suchbegriffe in einem speziellen Kanal zu aggregieren, der mit anderen geteilt und bearbeitet werden kann. Der Twingly Channel soll als sozialer Filter dienen, mit dessen Hilfe aus der Schar von Quellen wirklich relevante Inhalte ins Rampenlicht befördert werden.

In einen Twingly Channel aggregieren lassen sich Suchbegriffe und Hashtags von z.B. Twitter, YouTube, Flickr, außerdem RSS-Feeds von Blogs, Nachrichtenmagazinen oder Suchmaschinen (z.B. Google Alerts) sowie direkt importierter Inhalt wie Links, Notizen oder Fotos. Jeder Channel bietet zwei unterschiedliche Ansichten: Eine vollständige Ansicht mit sämtlichen dem Filter entsprechenden Resultaten (in Echtzeit) sowie eine mit den beliebtesten, am meisten diskutierten Inhalten.

Vorstellbare Anwendungsszenarien sind zum Beispiel ein kollaborativer RSS-Reader (OPML-Import ist möglich) oder das Monitoring von Personen oder Unternehmen. Auch könnte sich Twingly Channels durch das Aggregieren ausgewählter Quellen und Suchwörter als persönlicher Lifestream eignen - im Rahmen der kostenpflichtigen Premium-Variante lassen sich das Layout eines Channels individuell anpassen und Anzeigen entfernen.

Twingly Channels

Klar ist, dass Twingly mit seinem neuen Tool einen Bereich betritt, der auf verschiedene Art und Weise bereits von anderen Diensten berarbeitet wird. Facebook, FriendFeed (das mittlerweile auch zu Facebook gehört) oder Lifestream.fm erlauben Lifestreaming und die Aggregation externer Inhalte, soziale RSS-Reader wie Google Reader oder Streamy helfen dabei, möglichst viele Quellen im Blick zu behalten, und Memetracker wie Techmeme oder Rivva versuchen, anhand von Reaktionen in der Blogosphäre und Twittersphäre die Relevanz von Artikeln zu bestimmen - die zahlreichen Dienste zum Social-Web-Monitoring nicht zu vergessen.

Twingly Channels scheint all dies in einem einzigen Dienst vereinen zu wollen. Sollte das tatsächlich gelingen und alle Funktionen stimmig miteinander verknüpft werden, könnte der Service einiges an Aufmerksamkeit erhalten. Im Oktober wird sich zeigen, ob Twingly Channels seiner selbtbewussten Eigenbeschreibung gerecht werden kann.

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