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07.12.11

tweek: iPad-Video-Guide auf Basis der Empfehlungen von Freunden

Der Berliner Dienst tweek liefert iPad-Nutzern über eine hübsche Oberfläche Empfehlungen für Filme und Serien auf Basis dessen, was Facebook-Freunde gut finden - und verlinkt zu den passenden VoD-Angeboten.

Als Couchfunk Mitte Oktober seine Social-TV-iPad-App veröffentlichte, war das Startup aus Radebeul aus Dresden der erste unter einer Reihe von Anbietern aus Deutschland, die das Fernseherlebnis mittels des "Second Screen" erlebnisreicher und sozialer gestalten wollen. Noch im Pre-Launch-Stadium befinden sich Zapitano und TunedIn - beide stammen aus Berlin. Ein dritter Service aus der Hauptstadt im gleichen Segment macht sich unterdessen gerade mit einer geschlossenen Beta fit für den offiziellen Start: tweek.

Während Couchfunk Zuschauerstimmen zu aktuellen TV-Sendungen aus dem Social Web sammelt, steht bei dem von Klaus Hartl, Sven Koerbitz und Marcel Duee entwickelten, als Web-App für das iPad angebotenen Dienst das Entdecken sehenswerter On-Demand-Programme auf Basis der Empfehlungen von Freunden im Vordergrund.

In der Beta-Phase basiert tweek vollständig auf Facebook und erfordert auch den Login über das eigene Facebook-Konto. Anschließend scannt die für das Apple-Tablet geschaffene Browser-Anwendung sämtliche Likes der Kontakte bei dem Social Network, extrahiert alles, was in Richtung Serien oder Filme geht, und stellt dies visuell hübsch aufbereitet, mit großen Fotos in Form eines Streams dar.

Anwender von tweek haben die Wahl zwischen zwei unterschiedlichen Übersichten: zum einen die mit den aktuellsten Programm-Empfehlungen der Kontakte in chronologisch absteigender Reihenfolge, zum anderen die mit zufällig ausgewählten Filmen und Serien, die von Facebook-Freunden irgendwann einmal bei dem Social Network favorisiert wurden. Hierbei gibt der Service jeweils an, wie viele Kontakte das jeweilige Programm gut finden.

"Die Relevanz basiert darauf, dass du eine Projektion machst. Du kennst die Person im realen Leben und kannst dir dadurch eine Vorstellung machen, wie der einzelne Inhalt ist. Du hast zum Beispiel zwei verschiedene Freunde, die sich im wahren Leben gar nicht kennen und die jetzt aber den gleichen Film geliked haben. Das erzeugt dann eine ganz neue Form der Relevanz und du kannst es einordnen", so erklärte tweek-Mitgründer Marcel Duee am Dienstag im Interview mit Digitaler Film den Sinn und Zweck eines derartigen, auf den Vorlieben von Freunden basierenden Empfehlungsmechanismus.

Für jedes Programm generiert tweek eine Profilseite, die das Betrachten von Trailern sowie das "Einchecken" ermöglicht, sofern man die jeweilige Sendung gerade anschaut. Auch informiert das Profil darüber, welche der Facebook-Freunde Fans des jeweiligen Programms sind. Ein entscheidendes Feature ist die Auflistung sämtlicher On-Demand-Anbieter, bei denen der jeweilige Content konsumiert werden kann. Derzeit funktioniert dies für Deutschland, Großbritannien und die USA, wobei durch das größere Angebot an (auch kostenfreien) Video-Streaming-Services auf der anderen Seite des Atlantiks dieses Feature für US-Nutzer am meisten Auswahl bietet.

Wer möchte, kann sich innerhalb von tweek auch gleich alle Streifen anzeigen lassen, die einzelne Facebook-Kontakte toll finden.

tweek sieht hübsch aus und verfolgt ein grundsätzlich sinnvolles Konzept, das bei Anwendern ein klares Problem zu lösen versucht. Andererseits macht der Dienst der dieses Jahr gegründeten Ubertweek GmbH derzeit im Grunde nichts weiter, als auch direkt über die einzelnen Facebook-Profile der Kontakte abrubare Inhalte neu zu verpacken und mit einer (kleinen) Prise zusätzlicher Informationen anzureichern.

Um tatsächlich ein führender Anbieter im Bereich der Social TV Discovery zu werden, sollte das derzeit sechsköpfige tweek-Team weitere Social-Media-Kanäle integrieren (unter anderem Twitter, aber z.B. auch ImdB) und dafür sorgen, dass innerhalb der App mehr dynamischer, regelmäßig erneuerter Content zu finden ist. Gerade auf den Profilen der einzelnen Sendungen könnten sehr viel mehr Informationen Platz finden, die bei der Bewertung und Auswahl von Filmen und Serien helfen. Und wer nur wenige oder aber inaktive Facebook-Freunde hat, dem wird tweek derzeit noch nicht so viel Freude machen.

Eine gerade verkündete Seedfinanzierung im mittleren sechsstelligen Bereich schafft aber gute Voraussetzungen für die Berliner, die Weiterentwicklung und den Ausbau von tweek voranzutreiben.

20 Leserinnen und Leser von netzwertig.com können tweek bereits in der geschlossenen Beta-Phase ausprobieren. Wer Interesse hat, hinterlässt einen entsprechenden Kommentar unter Angabe einer gültigen E-Mail-Adressen. Die ersten 20 sind dabei!

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