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23.08.08

Total mobil: Der Journalist für unter 500 Euro

Alles, was es für den Journalismus an Werkzeugen braucht: Wir haben die Liste der Ausrüstung für ein Budget von weniger als 500 Euro.

Der Notizblock im Jackett, der Kugelschreiber in der Hutkrempe. Das waren einmal die Markenzeichen des investigativen Journalisten. Schöne alte Zeiten! Natürlich sind diese Utensilien immer noch unverzichtbar für die tägliche Arbeit. In den meisten Fällen reichen sie aber nicht mehr aus.

Wir zeigen, wie Sie mobil recherchieren und schreiben, hochwertige Fotos schießen und bearbeiten und Videos in Web-TV-Qualität drehen können. Und das für unter 500 Euro. Geht nicht? Geht doch.

Was brauchen Sie dafür:

Die mobile Einsatzzentrale: Wer mobil sein will, braucht ein Notebook. Wer wirklich mobil sein will, braucht ein Netbook. Die werden mittlerweile von jedem größeren Elektronikkonzern angeboten. Wir bleiben beim Original. Dem Asus Eee PC, genauer dem Eee PC 901. Etwas über ein Kilo Gewicht, W-Lan, 12 Gigabyte in einer erschütterungsresistenten Solid-State-Disk, ausreichend USB-Anschlüsse und ein Akku, der laut Herstellerangaben, bei Office-Anwendung sieben Stunden halten soll. Bleiben wir realistisch und gehen von fünf Stunden aus, immer noch genug, um eine Geschichte zu recherchieren und zu schreiben. Preis: ca. 379 Euro.

Die passende Datenflatrate gibt es unter anderem von T-Mobile: "web'n'walk Connect L" kostet 39,95 Euro. Der benötigte "web'n'walk Stick III" kommt für 4,95 Euro in den USB-Anschluss.

Office und Co.: Als vollwertigen Ersatz zur kostenpflichtigen Microsoft Office empfiehlt sich OpenOffice, als komplette Suite mit Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Präsentationsprogramm. Für die Bearbeitung von Fotos fällt die Wahl auf Gimp. Kostenpunkt für beide Programme: 0 Euro.

Foto: Ohne Frage. Digitale Spiegelreflexkameras spielen in einer anderen Liga. Doch was tun, wenn das Vereinsheim brennt und der Fotograf 20 Kilometer entfernt seit zwei Stunden vor dem achten Bier sitzt? Hier lohnen sich die digitalen Kompaktkameras. Die gibt es schon ab 80 Euro aufwärts. Entsprechende Speichermedien ab 5 Euro.

Video: Wer lieber bewegte Bilder macht ohne eine DV-Kamera plus Akku plus Tasche plus zusätzliches Mikro plus Ladegerät plus Bänder mitzuschleppen, für den dürfte die Flip interessant sein. Videos nimmt die Flip in 640x480 Pixeln auf. Für Web-TV mehr als ausreichend. Einziges Manko: Bisher wird der kleine Kraftmeier nur in den USA und in Großbritannien vertrieben. Bei einem unschlagbaren Preis von rund 120 Dollar sind die Zollgebühren aber noch zu verkraften.

Fazit: Für unter 500 Euro lassen sich ohne großen Einbußen Geschichten nachprüfen, Kontakte recherchieren oder die fertige Geschichte schnell in die Tasten hauen. Für viele Webformate ist man mit entsprechenden Digitalkameras oder Camcodern mehr als gut bedient. Um ein Journalist zu sein, braucht`s dann doch noch etwas mehr. Neugier, Hartnäckigkeit und den Wunsch, den Menschen Sachverhalte näher zu bringen und spannende Geschichten zu erzählen. Solche Eigenschaften gibt es zum Glück noch in keinem Onlineshop.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

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